450.000 Euro für einen Brunnenbau in Ed

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Mit Blick vom bestehenden Brunnen 3 zum künftigen Brunnengrundstück bis in etwa in Höhe des Radfahrers am rechten Bildrand.

Ainring - Fast eine halbe Million soll nun für einen neuen Brunnen in Ed bereitgestellt werden. Die Ainringer Gemeinde hat dies in einem einstimmigen Beschluss festgelegt.

Die Versorgung der Bevölkerung mit einwandfreiem Wasser in ausreichender Menge gehört nach der Bayerischen Verfassung und der Bayerischen Gemeindeordnung zu den wichtigsten Pflichtaufgaben der Gemeinden. Zur Erfüllung dieser Aufgabe werden höchste Anforderungen an die Trinkwasserqualität und an die Versorgungssicherheit gestellt.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung fasste das Gremium jeweils einstimmige Beschlüsse für die Errichtung eines weiteren Brunnens in Ed. Es werden die entsprechenden finanziellen Mittel in Höhe von 450.000 Euro im diesjährigen Wirtschaftsplan bereitgestellt.

Wie Bürgermeister Hans Eschlberger hinwies, habe die Gemeinde Ainring mit dem Gewinnungsgebiet Wiesbach ein qualitativ hochwertiges Grundwasservorkommen erschlossen mit einem Nitratgehalt unter zehn Milligramm. Da derzeit nur ein Brunnen vorhanden sei, müsse an verbrauchsreichen Tagen zusätzlich über den Notverbund Wasser aus Freilassing bezogen werden. Bei Betriebsstörungen am Brunnen – sei es beispielsweise ein Pumpenausfall - oder ein Rohrbruch an der Zubringerleitung am Notverbund, stehe keine ausreichende Redundanz in der Gewinnung zur Verfügung.

Weiterer Brunnen soll Risiken minimieren

Auf diesem benachbarten 40 x 40 m großen Grundstück zum bestehenden Brunnen 3 (im Bild im Hintergrund) zur bestehenden Wasserversorgung in Ed wird der Brunnen IV errichtet.

Um nun solche Betriebsrisiken zu minimieren sei neben der Erhöhung der Speicherkapazitäten die Errichtung eines weiteren Brunnen erforderlich. Mit dem Bau eines zweiten Brunnens könne das Gewinnungsgebiet Wiesbach zu einer leistungsfähigen Vollversorgung ausgebaut werden. Damit werde ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der Versorgungssicherheit für die 8300 versorgten Bürger geleistet.

„Nachdem letztes Jahr der notwendige Grunderwerb für den Fassungsbereich durchgeführt werden konnte, hat der Werkausschuss am 12. Juni des Vorjahres entsprechende Planungsaufträge für die Brunnenbohrung und das Bauwerk erteilt", erinnerte der Bürgermeister. Den Bauentwurf für die Bohranzeige hatte Dipl. Geol. Eichenseher gefertigt, die benötigten Planunterlagen für den Bauantrag das Ing.-Büro Dippold & Gerold erstellt.

„In der Februar-Sitzung hat unser Bauausschuss den Bauantrag für das Gebäude vorberaten. Nach den vorliegenden Kostenschätzungen betragen die Baukosten für das Bauwerk einschließlich der technischen Anlagen 300.000 Euro netto, für die Brunnenbohrung mit Ausbau werden 150.000 Euro netto veranschlagt", so das Gemeindeoberhaupt.

Eschlberger muss Pöllner einbremsen

Zunächst entwickelte sich eine kurzzeitigen Debatte um die europäische und bundesdeutsche Politik zum Thema „Wasser in private Hand als Handelsware", angefacht von Hans Pöllner, der auf eine Fernsehsendung am 21. Februar aufmerksam machte und die gigantische Abzockerei von in Städte und Gemeinden ausschwärmenden Lobbyisten und werberischen Händlern anprangerte. Hans Eschlberger bremste Pöllner ein. Man wolle hier keine politische Diskussion, er als Bürgermeister und Privatperson stehe zur kommunalen Trinkwasserversorgung, wie sie praktiziert werde. Alles andere werde er sowieso ablehnen.

Die zweite Bürgermeisterin Gabriele Noreisch bekräftigte ebenfalls: „Unser Trinkwasser bleibt in kommunaler Hand." Andrea Semmelmayr-Gondorf fügte an, man sollte doch zufrieden sein, dass man auf dem Gemeindegebiet gutes Wasser habe. Hans Stehböck gab zu bedenken, dass beide Brunnen künftig ziemlich dicht beieinander lägen, das könnte bei einem Katastrophenfall „sehr eng" werden. Bürgermeister Hans Eschlberger glaubte zwar nicht an eine solche absolute Ernstsituation, doch bestünde für solche Fälle immer noch der Notverbund.

Der folgende Beschluss beinhaltete, den Brunnen IV in Ed nach dem vorliegenden Plänen zu errichten und die entsprechenden Mittel in Höhe von 450.000 Euro im Wirtschaftsplan 2014 bereitzustellen.

Die zweite, ebenfalls einhellige Abstimmung, betraf den Bauantrag der Gemeinde Ainring bezüglich Neubau eines Brunnenhauses in Wiesbach. Das Grundstück befindet sich im Außenbereich. Das Vorhaben dient sowohl der Trinkwasser- und Versorgungsinfrastruktur der Gemeinde und ist gemäß Paragraf 35 des Baugesetzbuches privilegiert. Das baurechtliche Envernehmen für den Neubau des Brunnenhauses war nie in Frage gestellt.

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