Nach 16 Jahren Generationswechsel eingeleitet

Franziska Eder im Vorsitz beim OGV Ainring

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Die neu gewählte Vorstandschaft

Ainring - Eine von Harmonie geprägte Jahreshauptversammlung hielt der Obst- und Gartenbauverein Ainring im Rupertihof ab.

Der neue Fachberater vom Kreisverband für Gartenbau und Landschaftspflege Berchtesgadener Land, Sepp Stein stellte sich vor und hielt einen Vortrag. Hauptpunkt waren die Neuwahlen.Nach 16 Jahren hört Christian Hogger als 1. Vorstand auf und seine Tochter Franziska Eder übernimmt das Amt. Es gab noch weitere Veränderungen in der Vorstandschaft, die sich insgesamt verjüngte. Reichhaltig bestückte Tombola.


Zahlreiche Blumen- und Gartenfreunde hatten sich zur Hauptversammlung in Ainring eingefunden. Vorstand Christian Hogger entschuldigte den im Krankenstand befindlichen Bürgermeister Hans Eschlberger, konnte aber dessen Gattin Renate und 2. Bürgermeister Gerhard Kern begrüßen.

Willkommen hieß er Kreisvorsitzenden Anderl Lexhaller, den neuen Kreisfachberater Sepp Stein als Nachfolger von Markus Putzhammer, die Ehrenmitglieder Hans Bliem, Sepp Schaffner und Anni Helminger. Ein herzliches Griaß God richtete er an die anwesenden Nachbarvereine und den Gartlern des OGV Ainring. Hernach bat Hogger die Versammlung sich von den Plätzen zum Totengedenken zu erheben. Gerhard Kern kam nicht nur als Bürgermeister-Stellvertreter, sondern auch als Mitglied des Obst- und Gartenbauvereins. Nach dem Neuwahlen bevor standen, dankte er Christian Hogger, dass er 16 Jahre lange das Amt ausübte. Es sei schön, wenn Leute ein Ehrenamt lange bekleiden und dann auch eine Nachfolge möglich sei. "Es gibt schon viele Vereine in der Gemeinde und in der Umgebung, die sich auflösen müssen, weil sie keine Vorstände mehr finden", erläuterte Kern. Er wünschte für die nächste Zukunft ein gutes Jahr, viel Obst und Erträge und der Versammlung einen guten Verlauf.


Grußwort von Kreisvorsitzenden Anderl Lexhaller

Das nächste Grußwort sprach Kreisverbandsvorsitzender Anderl Lexhaller, der nach seiner Begrüßung den Spruch sagte: "Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er fordert das, was in unserer Gesellschaft am Kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und Raum."

Über Jahre hinweg haben die Gartler Nachhaltigkeit praktiziert, appellierte aber auch, jedes Jahr wieder was zu tun und nicht zögerlich zu sein. Für den 21 März lud er zur Kreisversammlung nach Saaldorf ein, wo Markus Eppenich aus Rosenheim über natürlichen Pflanzenschutz referiert. Weiter bat er um den Besuch der Landesgartenschau in Ingolstadt, dort betreue der Landkreis Berchtesgadener Land in der ersten Juli-Woche einen Stand innerhalb des Ausstellungsgeländes. Mit dem neuen Kreisfachberater Sepp Stein wurde das Thema "Grün verwandelt Grau" ausgewählt. Ein Pavillon mit zwei Etagen und einem Garten herum stehe zur Verfügung.

Der Fachbereich sei im Erdgeschoss und für die Kinder im ersten Stock im vorderen Teil ist das Thema "Fühlen, ergreifen und erraten". Im hinteren Raum präsentiert der Landkreis BGL mit Themen zu Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Lexhaller und Stein bitten noch um was Originelles zum Beispiel Fuikl, Steinkugeln, schöne große Fotos von einem Schlackenhaus oder Haus mit schöner Begrünung/Blumen. Im Pavillon führt eine große Treppe nach oben und so bat Lexhaller den örtlichen OGV um einen 40 bis 70 großen Wichtel zu gestalten, wobei selbstverständlich vermerkt werde, wo dieser herkomme. Die Jüngsten sollen beim Besuch dazu animiert werden, dass sie rauf in den Kinderbereich wollen.

Im Fachbereich stehen Sepp Stein, dessen Vorgänger Markus Putzhammer und Anderl Lexhaller für Gespräche und Erklärungen bereit. Der Kreisverbandschef wünschte der Versammlung mit Neuwahlen einen guten Verlauf und für die Zukunft alles Gute.

Der scheidende Vorsitzende Christian Hogger bedankte sich im nächsten Tagesordnungspunkt bei allen Vorstandsmitgliedern für die geleistete Arbeit im abgelaufenen Jahr für den Verein und hob hier besonders die Unterstützung des Schmückens der Festwägen für das 100-jährige Gründungsjubiläum des Trachtenvereins "Schneebergler" hervor. Namentlich sagte er Vergelt's Gott bei den Gönnern und Spendern.

Den Ausflug zum Starnberger See mit seinem himmelblauen Wasser und der Besuch auf der Roseninsel rief er in Erinnerung. Tochter Franziska hatte eine Bilderschau vorbreitet und kommentierte diese. Zu sehen waren unter anderem Palmbuschenbinden, Kräuterblumenwanderung, Einsähen einer Blumenwiese, Ferienprogramm der Gemeinde bei Starkregen, wo im Bach "Manderl" gebaut wurden und anschließend eine Brotzeit erfolgte. Rupert Herbst berichtete letztmals als Schriftführer und Kassier. Chronologisch erfolgte sein Tätigkeitsbericht. Unter anderem war im Mai ein Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Mitglieder, im Juni die Verabschiedung des evangelischen Pfarrers Werner Buckel.

Es wurden zwei Vorstandsitzungen abgehalten und Mitglieder wurden zum Helferfest der "Schneebergler" in die Trachtenhütte eingeladen. In der Kasse gab es für war das abgelaufene Jahr ein minus, weil wegen der Datenschutzverordnung Briefe per Post an die Mitglieder versandt wurden und zudem ein neuer Drucker angeschafft werden musste. Dennoch stehe der Verein finanziell solide da.

Helmut Moka berichtete, er habe die Buchungen und Belege geprüft und diese stimmen mit dem Jahresabschluss überein. Rupert Herbst habe eine saubere und korrekte Buchführung gemacht und dankte ihm dafür.Der Kassenprüfer beantragte die Entlastung des Kassiers und der Vorstandschaft, die per Akklamation ohne Gegenstimme erfolgte. Über die Ehrungen berichten wir gesondert. Bei den anstehenden Neuwahlen fungierte Anderl Lexhaller als Wahlleiter und zu den vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten gab es keine weiteren Bewerber.

Per Handzeichen wurden ohne Gegenstimme gewählt.

Franziska Eder (1. Vorsitzende), Bettina Geigl (2. Vorsitzende), Gerhard Fendt (3. Vorsitzender), Karin Fischer (1. Kassier), Elfriede Winkler (2. Kassier), Steffi Schnellinger (Schriftführerin) sowie Helmut Moka (Kassenprüfer).

Alle Gewählten nahmen ihr Ehrenamt an. Christian Hogger machte es dann offiziell und beglückwünschte seine Tochter Franziska zur neuen Gartlervorsitzenden. Diese wiederum bedankte sich bei ihrem Papa und der Versammlung für das entgegengebrachte Vertrauen und meinte sie sei jetzt in der 3. Generation mit dem Vorsitz dran. "Ich freue mich von ganzen Herzen", so ihr Kommentar.

Neuer Geschäftsführer und Fachberater Sepp Stein

Anschließend stellte sich der neue Kreisfachberater Sepp Stein vor. Dieser machte eine Lehre als Landschaftsgärtner, absolvierte ein Studium als Geograph und vertiefte das Gestalterische durch ein Studium in Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur und er stamme aus Hirnsberg in der Rosenheimer Gegend. Er meinte, wenn jemand Neuer kommt, sei immer ein kleiner Bruch drin. "Man fragt sich, wo geht's jetzt hin, dann ist es oft ganz gut, wenn man sich anschaut was ist bisher passiert."

Seinen mit Bildern untermalten Vortrag stellte er hernach unter das Thema "Wir Gartenbauvereine: wo kommen wir her, wo gehen wir hin." Der Gartenbaubetrieb habe mit der Menschheit, mit dem Apfel angefangen. Früher war das Garteln den Selbstversorgern oder dem Hochadel vorbehalten. Ende des 19. Jahrhunderts sei das Bürgertum aufgekommen und die Nachfrage in den Städten war groß, so dass es sich rentiert habe Äpfel zu verkaufen.1894 wurde in Nürnberg der Bayerische Landesverband für Obst- und Gartenbau gegründet. Im Laufe der Jahre habe der Staat dazu geholfen und heute gebe es Kreisfachberater und die Lehranstalten in Weihenstephan und Veitshöchheim. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sei richtige los gelegt worden mit intensiver Bewirtschaftung. So seien die Hochstämme gewesen und unterhalb baute man Kartoffeln an. Im Ersten Weltkrieg herrschte eine Lebensmittelknappheit, daher gab es Obstdiebstahl, Zwangsbewirtschaftung und Hamsterkäufe. Die Nahrungsversorgung der Bevölkerung war vorrangig.

In der Zwischenkiegszeit begann man mit der Obstvermarktung nach dem Genossenschaftsprinzip. Von staatlicher Seite habe man empfohlen an Hängen und Straßen Obstbäume zu pflanzen und es wurden alle Ecken ausgenutzt. Hier haben die Gartenbauvereine kräftig mitgeholfen und schon die Jugend war damals mit eingebunden. Auch kam die Sortenberatung beim Obst auf, sowie großflächige Umveredelungsmaßnahmen mit Ratschlägen für Ernte, aber auch wie man es nicht machen sollte.

Ende der 40er Jahre kam es zur Gründung des Kreisverbandes und rund zwei Jahrzehnte später die Aktion

"Unser Dorf soll schöner werden"

. In der Ära Putzhammer in den 80er Jahren wurden Schnittkurse, Landschaftspflege und Heimatpflege eingeführt.

Streuobstwiesen gebe es seit rund 200 Jahren und ab den 90er Jahren stand auch die Ernährung, Blumenschmuck/Gestaltung, Naturschutz/Biodiversität im Blickfeld. Für eine Naturgartenauszeichnung können sich Privatleute anmelden und ab Sommer geben Stein und Lexhaller Tipps und dazu gebe es auch Checklisten. 

Im letzten Punkt "Wünsche und Anträge" kamen keine Wortmeldungen mehr und so bedankte sich die neue Vorsitzende Franziska Eder für das Kommen und wünschte ein ganz erfolgreichen schönes Gartenjahr. Jedes Jahr kaufen die Mitglieder viele Lose, so war auch heuer die reichhaltige Tombola ein Höhepunkt zum Abschluss. Gereicht wurden Blumenstöcke, Apfelsäckchen, Gemüse, Säfte, Vogelhäuschen und vieles mehr.

Andreas Pils

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