Übungs-Brandcontainer in Ainring

Bis zu 300 Grad Hitze - Feuerwehr übt unter Extrembedingungen

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Ainring - Am Mittwoch, 29.August, führten Feuerwehrmänner aus dem ganzen Landkreis eine Übung mit einem Brandcontainer durch.

Ein rauchender Sattelschlepper mit brennenden Spannplatten im Inneren steht in dieser Woche bei der Feuerwehr in Ainring-Mitterfelden, es ist ein Übungs- Brandcontainer, in dem 64 Feuerwehrmänner aus dem gesamten Landkreis den richtigen Umgang mit Atemschutzgeräten trainieren können. „In den Innenangriff“ lautet bei Bränden das Kommando für die speziell ausgebildeten Kräfte, die dann in einen 800 bis 900 Grad heißen Bereich vordringen, um Leben zu retten und zu löschen.

Feuerwehr übt in Ainring mit Brandcontainer

„Von insgesamt 1.800 Mitgliedern der Feuerwehren im Kreis haben rund 700 diese spezielle Ausbildung“, so Kreisbrandrat Michael Brandl. Jeweils acht Feuerwehrler pro Durchgang erhalten zuerst eine theoretische Schulung von Trainer Thomas Seitz, bevor es später in den „Heißrauchcontainer“ geht, so heißt das Ungetüm offiziell, das in seinem hinteren Bereich während der Übung von außen wie ein großer Ofen aussieht. Auch die Vorbereitung mit den Atemschutzgeräten ist akribisch, „wir üben zwar den Einsatz mit Atemschutzgeräten immer wieder, aber in diesem Container halt unter realistischen Bedingungen“, so Brandl. Die Ausrüstung eines Atemschutzträgers wiegt meist mehr als 20 Kilogramm, neben der Atemluft hat er auch oft schweres Brechwerkzeug dabei. „Dazu hat jeder einen Bewegungslos-Melder“, dieser wird bei der Übung im Container aber abgenommen, „um das Material zu schonen“. Sicherheit wird aber auch bei der Übung großgeschrieben, zwei Männer der Feuerwehr Ainring stehen ebenfalls voll ausgerüstet außerhalb des rauchenden Containers, für den Fall des Falles.

Im Container erhalten am Mittwochnachmittag die acht Teilnehmer von den Feuerwehren Bad Reichenhall, Weildorf und Berchtesgaden die letzten Instruktionen vom Trainer, „wenn die Spannplatten brennen wird es große Flammenzungen geben, es wird bis zu 300 Grad heiß, bleibt also in der Hocke, schaut euch das einfach zuerst an und genießt die Show“. Erst dann kommt jeder an die Reihe und bekämpft mit zwei, drei kurzen Wasserschüben das Feuer. Kurz deshalb, weil das Feuer bei der Übung natürlich für den nächsten Übungsteilnehmer weiterbrennen soll.

Keine Nachwuchsprobleme

Die Feuerwehren im Landkreis hatten im vergangenen Jahr 452 Einsätze, alle sind mittlerweile mit Atemschutzgeräten ausgestattet. Nach dem Grundlehrgang, der schon im Alter von 12 Jahren starten kann, kann ab 18 Jahren die Zusatzausbildung beginnen, „zusätzlich muss jeder Atemschutzträger mindestens drei Übungen pro Jahr absolvieren. Nachwuchssorgen haben die heimischen Feuerwehren keine, „auch wir in Ainring haben 20 Mitglieder im Alter von 12 bis 18 Jahren“, so Kreisausbilder Hans Waldhutter.

„Schwierig wird es nur sie bei der Stange zu halten, wenn sie 16, 17 Jahre alt werden, dann ist das übrige Freizeitangebot doch sehr groß“. Ab 12 Jahren lernen die Burschen und Mädchen schon die Geräte kennen und machen erste Übungen, zu echten Einsätzen dürfen sie aber erst ab 18 Jahren mit ausrücken.

hud

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