Was tun gegen Wohnungseinbrüche?

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Vereint unter einem Dach und mit einem Ziel, der Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls - tagten mehr als 50 Kriminalbeamte aus sieben Nationen in Ainring.

Ainring - Diese Frage stellten sich mehr als 50 Experten bei einer internationalen Fachtagung im Haus der Kultur. Das Fortbildungsinstitut der bayerischen Polizei hatte eingeladen.

Wohnungseinbrüche gehören neben dem Bereich der Kapitaldelikte zu den Straftaten, die bei Opfern zu den größten psychischen Belastungen führen. Der Verlust des Sicherheitsgefühls in den „eigenen vier Wänden“, von Gegenständen mit hohem ideellen Wert und natürlich der Eingriff in die Privat-, oder gar Intimsphäre, durch das Suchen oder Durchsuchen von Mobiliar oder Wäsche belastet die Opfer oft schwerer und langanhaltender als der materielle Schaden.

Im Auftrag des Bayerischen Staatsministerium des Innern veranstaltete das Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei vom 22. - 24. April unter der fachlichen Leitung des Polizeipräsidiums Münchens im Ainringer Haus der Kultur eine Arbeitstagung, über Präventionsmöglichkeiten, aktuelle Fälle und Bekämpfungsstrategien bzw. -konzepte bei Wohnungseinbrüchen. Alljährlich nehmen die Fallzahlen in diesem Deliktsbereich in der „dunkleren“ Jahreszeit zu, die Zeit der „Dämmerungswohnungseinbrüche“. Mit zunehmender Tageslichtdauer nimmt dieses Phänomen dann wieder ab. So ging es nun im Frühjahr den Spezialisten aus sieben Ländern, der Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Tschechien, der Slowakei, Rumänien und Deutschland zunächst darum, ihre Erfahrungen mit besonderen Vorgehensweisen der Täter aus aktuellen Fällen auszutauschen. Wie wichtig dieser Austausch ist, zeigte sich, dass einerseits festzustellen war, es bestehen bei den Tätern durchaus länderspezifisch unterschiedliche Einbruchsmethoden. So konnten die rumänischen Kriminalbeamten von einer erst vor kurzem in ihrem Heimatland aufgedeckten Arbeitsweise berichten, die bislang scheinbar in den anderen Teilnehmerländern noch nicht festgestellt wurde. Andererseits kamen Fälle zur Sprache, die auf ähnliche, ja gleiche Vorgehensweisen der Täter hinwiesen.

Dies bestätigte erneut die Erkenntnis, dass es sich bei zahlreichen Tätern und Tätergruppierungen um Personen handelt, die äußerst mobil sind und grenzüberschreitend arbeiten. So war auch die einhellige Forderung der Sachbearbeiter, Straftäter in diesem Deliktsbereich möglichst früh nicht nur national, sondern international zur Fahndung auszuschreiben. Neue Erkenntnisse auch für „alte Hasen“ brachten daneben Fachbeiträge, etwa zum Einsatz von Hubschraubern oder aber eines Diensthundes. So zeigte sich, dass zahlreichen außerbayerischen Teilnehmern die Bandbreite der Einsatzmöglichkeit eines nach neuesten Methoden ausgebildeten Diensthundes für ihren Deliktsbereich nicht bekannt war.

Die Bedeutung einer international vernetzten Kooperation und von persönlichen Kontakt, wie sie bei solchen Tagungen entstehen, zeigte sich bereits einen Tag nach dem Arbeitstreffen. Auf Grund auffallender Parallelen der Arbeitsweise in einer Tatserie kam es zwischen den kriminalpolizeilichen Sachbearbeitern aus dem Burgenland und der Tschechischen Republik zu weiteren Kontakten, die auf Grund neuer Fahndungsansätze möglicherweise zur Aufklärung einer Tatserie in Österreich führen werden.

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