Halb Europa zu Gast in Ainring

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Vor der malerischen Kulisse der Ainringer Freilichtbühne trafen sich die Teilnehmer der internationalen Tagung zu einem Erinnerungsfoto. Foto: Schlosser

Ainring - Die internationale Fachtagung der „Ainringer Ostertage“ hat erneut Führungs- und Fachkräfte der Polizei aus halb Europa zum Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei gebracht.

Seit 2001 veranstaltet das BPFI in der Karwoche eine dreitägige Veranstaltung, um auf internationaler Ebene aktuelle polizeilich relevante Themen zu behandeln.

Fast 120 Teilnehmer aus 14 Nationen, von A wie Albanien, vier deutschen Bundesländern, über Italien, Schweiz bis Ungarn und zur Ukraine diskutierten das Thema „Tatort Internet, erkennen, analysieren, reagieren“. Sie tauschten Erkenntnisse über Erscheinungsformen der Internetkriminalität, Bekämpfungsstrategien, Täterprofile und Erfahrungen bei grenzüberschreitenden Ermittlungen sowie Aus- und Fortbildungsmaßnahmen aus.

Dabei waren sich Spezialisten und Führungskräfte aller teilnehmenden Länder einig, dass die Bekämpfung der Internetkriminalität unter Berücksichtigung der europa- und weltweit feststellbaren Zunahme der Fallzahlen und der dabei verursachten wirtschaftlichen Schäden für den Einzelnen, aber auch für Unternehmen und damit die Weltwirtschaft eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre werde. Einig waren sich die Experten aber auch, dass sowohl private als auch berufliche Internetuser nach wie vor vielfach zu bedenkenlos und nachlässig mit dem Thema Datenschutz und Datenweitergabe umgehen. Die Unverzichtbarkeit auf Virenschutzprogramme am PC, einen sicheren, also verschlüsselten WLAN-Betrieb sowie vor dem Hintergrund der steigenden Umsatzzahlen von Smartphones auch von Virenschutzprogrammen für diese „Alleskönner“, seien vielen Nutzern immer noch viel zu wenig bewusst. Hier sei Präventionsarbeit in Form von Aufklärung aber auch Eigenverantwortung des einzelnen Users unabdingbar, wolle man das Thema Internetkriminalität in den Griff bekommen.

Gerade das Thema grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist natürlich bei buchstäblich grenzenlos vernetzt agierenden Tätern von zentraler Bedeutung. Und so fand ein Vortrag über Möglichkeiten und rechtliche Grenzen internationaler Zusammenarbeit als auch des Einsatzes verdeckter Ermittlungsmaßnahmen durch Oberstaatsanwalt Rainer Franosch von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main großes Interesse. Weitere zentrale Themen mit grenzüberschreitender Bedeutung waren ferner unter anderem das Internet als Tatwaffe des internationalen Terrorismus, die international unterschiedlichen Ansätze und Strategien bei der Auswertung von Massendaten sowie eine Podiumsdiskussion vor der gleichzeitig provokanten als auch rhetorischen Fragestellung „Kann es sich die Polizei leisten, soziale Netzwerke zu ignorieren?“

Bei seiner Abschlussrede bedankte sich Wolfgang Sommer - für das Fortbildungsinstitut zuständiger Polizeipräsident - beim BPFI für die Organisation und Durchführung der Veranstaltung. Das Fortbildungsinstitut habe mit dieser Veranstaltungsreihe alljährlich einen festen Platz in den Terminplänen der kriminalgeographisch für Bayern und darüber hinaus wichtigen mittelbaren und unmittelbaren Nachbarländer Deutschlands, besonders Ost- und Südosteuropas, geschaffen.

schl

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