SPD zu Besuch bei Direktvermarkter Alois Beer

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von links nach rechts: Roman Niederberger (SPD-Kreisvorsitzender und Landtagskandidat), Alois Beer sen. (Direktvermarktung), Güldane Akdemir (SPD-Bezirkstagskandidatin), Maria Noichl, MdL

Ainring - Bei ihrem Besuch im Berchtesgadener Land war die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Maria Noichl auch zu Gast bei der Direktvermarktung Beer.

Im gemeinsamen Gespräch mit dem Obmann der Direktvermarkter „Zwischen Watzmann und Waginger See“ Alois Beer senior auf seinem Hof in Weng in der Gemeinde Ainring, der seit 2008 von seinem Sohn Alois Beer junior geführt wird, an dem auch SPD-Landtagskandidat Roman Niederberger und die Kandidatin für den Bezirkstag Güldane Akdemir teilnahmen, wurde deutlich, dass dezentrale, kleinere Strukturen ein Erfolgsmodell sein können.

Ein offizieller Biobetrieb ist die Direktvermarktung Beer nicht, erklärte Alois Beer senior zu Beginn der Führung über den Hof der Familie. Aber bereits seit 1984 wird kein künstlicher Dünger mehr verwendet. Das Prinzip „Wachsen oder Weichen“ sieht er für die Landwirtschaft sehr kritisch: Die ständige Expansion und das fehlende Gleichgewicht zwischen Fläche und Viehbestand führe nicht nur zu Umweltproblemen, sondern sei auch wirtschaftlich fragwürdig. Für ihn sei der Abschied von der Milchproduktion ein vernünftiger Schritt gewesen.

Von Maria Noichl auf ein Förderprogramm für die Kurzrasenweide angesprochen, zeigte Alois Beer sen. sich auch skeptisch gegenüber staatlichen Prämien und Förderungen. Oft sei der bürokratische Aufwand höher als der tatsächliche Ertrag aus solchen Programmen. Mit seinem Viehbestand von 50 bis 60 Tieren komme er mit der vorhanden Fläche von circa 20 Hektar gut aus. Wie sich die Besucher beim Gang durch den Stall überzeugen konnten, halten sich de Kühe auch bei kälterem Wetter gerne im Freilaufbereich des Stalls auf. Die Abhärtung schütze auch die Tiere auch vor Krankheiten, stellte Alois Beer sen. dar.

Kurzer Weg zum Schlachthof statt unnötiger Belastung für Tier und Mensch

Güldane Akdemir fragte wegen der Aufzucht und Schlachtung der Rinder nach. Die Kälber von Mutterkühen (hochwertige Fleischrassenkreuzungen) aus Weidehaltung werden hauptsächlich in Österreich gekauft, sind von Frühling bis Spätherbst auf der Weide und bekommen im Winter im Laufstall ausschließlich hauseigene Silage und Heu gefüttert. Der Transportweg des schlachtreifen Viehs gestaltet sich sehr kurz: 10 Minuten bis zum Schlachthof Laufen. Er war sich mit Maria Noichl über die Bedeutung von kleineren, dezentralen Schlachthöfen für die Landwirtschaft und auch für die Vermeidung langer Transportwege und damit unnötiger Belastungen für Tier und Mensch einig.

Die Abnehmer der Lebensmittel

Roman Niederberger interessierte sich für die Abnehmer der Lebensmittel des Direktvermarkters. Hauptsächlich handelt es sich dabei um normale Verbraucher, die auf gute Qualität und eine regionale Versorgung Wert legen. Gerade nach Ereignissen wie den aktuellen Skandalen um Pferdefleisch und Bioeier steige die Nachfrage nach in der Region hergestellten Lebensmitteln, bei denen jeder Verbraucher selbst die Qualität überprüfen kann. Schwach sei die Nachfrage nach regionalen Nahrungsmitteln hingegen bei der heimischen Gastronomie entwickelt. Insgesamt habe sich der Absatz in den letzten Jahren gut entwickelt, da viele Abnehmer sich ganz bewusst von der industriellen Lebensmittelproduktion abwenden.

Ein Partykeller: Ein zusätzliches Standbein

Ein weiteres Standbein hat sich die Familie Beer mit dem Partykeller auf ihrem Hof aufgebaut, in dem bis zu 80 Personen Platz finden. Dafür und für den professionell ausgestatteten Verkaufswagen, mit dem sie auf den Märkten im Umkreis präsent ist, waren einige Investitionen erforderlich. Zum Abschluss des Besuchs bedankte sich Maria Noichl bei Alois Beer sen. für die Führung und das Gespräch und sah sich erneut darin bestätigt, dass kleinere Strukturen und regionale Vermarktung in der Landwirtschaft ein Erfolgsmodell sein können.

Pressemitteilung SPD Kreisverband Berchtesgadener Land

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