Unterstützung für Ausbau der Bestandstrasse A8

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Die Pläne der Autobahndirektion für den Bestandsausbau der A8: links die im Vergleich wesentlich größere "Anschlussstelle Bad Reichenhall", rechts die neue "Anschlussstelle Schwarzbach". Zum Vergrößern HIER klicken!

Piding - Der BUND Naturschutz, der Landesbund für Vogelschutz und die Bürgerinitiative 'Bürger setzen Grenzen' unterstützen die Entscheidung für den Ausbau der Bestandstrasse A8. Die Gründe:

Die Naturschutzverbände, die Bürgerinitiativen ‚Bürger setzen Grenzen’, ‚Autobahnfreier Högl’, und GRÜNE haben sich von Anfang an gegen eine Neutrassierung der A8 auf der Nordumfahrung mit dem Ausbaustandard 6 plus 2 Fahrstreifen ausgesprochen. Von daher findet die Entscheidung der Autobahndirektion Südbayern zum Ausbau der Bestandstrasse überwiegend Zustimmung.

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Allerdings zeigt sich hier der große Nachteil, dass bei der Variantenwahl der Anbau von Standstreifen – also 4 plus 2 – gleich zu Beginn des Dialogverfahrens ausgeschieden wurde. Denn auch jetzt lässt sich die Notwendigkeit eines 6 plus 2–Ausbaus mit der aktuellen Verkehrsprognose, die von einer durchschnittlichen täglichen Verkehrsmenge von 50.000 Fahrzeugen im Jahr 2030 ausgeht, nicht begründen.

Lärmschutz

Als Argument für den 6 plus 2 -Ausbau wird immer wieder behauptet, dass dies Voraussetzung für den Lärmschutz ist. Nach Ansicht der Kritiker kann es nicht sein, dass es vom Gesetzgeber untersagt wird, bei dem Anbau von Standstreifen Lärmvorsorgewerte einzuhalten und es billigend in Kauf genommen wird, die Gesundheit sowie Lebensqualität der Bürger zu beeinträchtigen. Deutliche Mehrkosten beim Ausbau 6 plus 2 und dem späteren Unterhalt sind im Vergleich zu Kosten für den Schutz der Bürger offenbar nachrangig, kritisierte BN-Kreisvorsitzende Rita Poser. Marlis Neuhierl-Huber, die Vorsitzende der BI „Bürger setzen Grenzen“ ergänzte, dass man im Abschnitt von Rosenheim bis zum Bernauer Berg die Karten offen auf den Tisch gelegt habe.

Im Zuge der dort durchgeführten Planfeststellungsverfahren wurde klar, dass der Lärmschutz, auch bei einem sechsstreifigen Ausbau, nur eines zu sein hat: nämlich möglichst kostengünstig. Wie es den Anwohnern mit einer doppelt so breiten Autobahn später erginge, interessiert die Verantwortlichen dann nicht mehr.

Naturschutz

Aus Sicht des Naturschutzes ist es richtig, dass durch den Verzicht auf die Nordumfahrung eine Neuzerschneidung der Landschaft mit einem erheblichen Flächenverbrauch in den Gemeinden Anger und Piding vermieden wird. Wichtige Habitate, wie unter anderem für die im Landkreis immer seltener werdende Gelbbauchunke, bleiben erhalten. Auch bei der Betroffenheit von europäisch geschützten Vogelarten schneidet die Bestandsvariante besser ab, da unter anderem ein Braunkehlchenrevier durch die Nordumfahrung verloren ginge. Das gilt ebenso für die Betroffenheit von Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie wie z.B. dem Eisvogel, zahlreichen Fledermaus- und Schmetterlingsarten, die beim Bestandsbau deutlich geringer ist, ergänzt die Kreisgruppe des LBV. Bei einem 4 plus 2 –Ausbau, wie ihn die Naturschutzverbände und Bürgerinitiative fordern, wären die Beeinträchtigungen noch einmal geringer, weil die Ein- und Ausschleifungen kleiner ausfallen und gerade für Fledermäuse und Vögel die Kollisionsgefahr beim Überquerungsflug geringer wäre. Auch ein Tempolimit trüge erheblich dazu bei, dass Vögel und Fledermäuse noch ausweichen können und die Lärmschutzwände in der jetzt geplanten Höhe nicht erforderlich wären.

Flächenverbrauch und Landwirtschaft

Der deutlich geringere Flächenverbrauch beim Bestandsausbau erspart den Landwirten erhebliche Flächenverluste. Damit ist die Existenzgefährdung geringer und es bleiben mehr hiesige Landwirte der Pidinger Molkerei als Milchlieferanten erhalten. Nicht unterschätzt werden darf, wie sich Flächenverbrauch auf das Grundwasser auswirkt. Je weniger Flächen zur Verfügung stehen, desto mehr Gülle muss pro Hektar ausgebracht werden und durch die höhere Nitratzufuhr wird das Grundwasser belastet sowie die Trinkwasserqualität gefährdet. Ein weiterer positiver Effekt der Bestandstrasse ist der Erhalt des Högls als Naherholungsgebiet.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass mit der Bestandsvariante und insbesondere mit der 4 plus 2-Ausführung sowie einem Lärmschutz gemäß den Vorsorgewerten die negativen Auswirkungen auf Anwohner, Boden, Natur, Landschaft und Umwelt erheblich geringer sind. Die Vorteile einer 4 plus 2-Lösung sollten deshalb bei der Klausurtagung des Pidinger Gemeinderates Berücksichtigung finden.

Pressemitteilung BUND Naturschutz, Kreisgruppe Berchtesgadener Land, Landesbund für Vogelschutz, Kreisgruppe Berchtesgadener Land, Bürgerinitiative ‚Bürger setzen Grenzen’

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