Warnstreik bei BSH und Siteco

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Die Warnstreiks der IG-Metall am Mittwoch in Traunreut.

Traunreut - Die IG Metall hat am Mittwoch zu Warnstreiks aufgerufen. Auch in Traunreut trafen sich Mitarbeiter der großen Betriebe beim nachmittäglichen Schichtwechsel vor den Werks-Toren.

Bei der Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH nahmen geschätzte 900 Mitarbeiter am Warnstreik teil, bei Siteco waren es rund 270. Christian Naß, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Rosenheim, erläuterte, dass die Gewerkschaft eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent fordere, eine bessere Regelung für die Altersteilzeit und tariflich vereinbarte Bildungsteilzeit. Die derzeit von Arbeitgeberseite angebotenen 2,2 Prozent mehr Lohn, die ab März gelten sollen und vorerst nur bis Dezember festgeschrieben werden, nannte er ein "unverschämtes Angebot". Auch Günter Zellner, DGB-Regionsgeschäftsführer für Oberbayern, schimpfte: "Ich habe es satt, dass wir jedes Jahr wieder hier stehen und für das betteln müssen, was uns zusteht: ein gerechter Anteil an dem, was in den Betrieben produziert wird." 5,5 Prozent mehr Lohn sei nicht zu viel, sondern nur gerecht.

Warnstreik bei BSH und Siteco in Traunreut

Christian Naß verwies darauf, dass mit Einführung der Rente ab 63 der bisherige Tarifvertrag zur Regelung der Altersteilzeit Ende März hinfällig werde. "Wenn wir bis dahin keine Einigung erzielen, gibt es gar keine Regelung mehr", so Naß. Die Arbeitgeber würden der Belegschaft derzeit eine Quote von zwei Prozent anbieten, die in Altersteilzeit gehen könnten, allerdings nur nach den Vorstellungen der Firmenleitung. Dies sei nur noch die Hälfte der bisher üblichen vier Prozent und zudem würde kein Mitbestimmungsrecht von Seiten der Arbeitnehmer bestehen, wie Peter Wieser, Vertrauenskörperleiter bei Siteco, beklagte. Es laufe darauf hinaus, dass dann nur noch kranke und schwer belastete Arbeitnehmer in diesen Nutzen kommen würden. Die Altersteilzeit sei aber mit den bei bisherigen Lohnverhandlungen vereinbarten Abschlägen finanziert worden und müsse für alle möglich sein, die sie in Anspruch nehmen wollen.

Als dritten Punkt forderte die Gewerkschaft einen tariflich fest gelegten Anspruch auf Weiterbildung für jeden. Bildung sei nicht das Privatvergnügen der Arbeitnehmer. Schließlich werde überall der Fachkräftemangel beklagt und man brauche qualifizierte Nachfolger für diejenigen, die bald in Rente oder Altersteilzeit gehen werden, so Wieser. Diese beiden Punkte - bessere Altersteilzeit und Bildungsmöglichkeiten - seien auch die bei einer Mitgliederbefragung der IG Metall am häufigsten genannten Wünsche, erläuterte Naß.

Der weitere Fahrplan sieht der IG-Metall sieht folgendermaßen aus: Am kommenden Montag beginnt die nächste Runde der Tarifverhandlungen, von denen sich der Bevollmächtigter der IG Metall Rosenheim persönlich noch kein Ergebnis erwartet. Am 24. Februar kommt die übernächste Runde und wenn sich dabei kein zufriedenstellendes Ergebnis abzeichnet, werde die Gewerkschaft nicht davor zurückschrecken, etwa Mitte März zur Urabstimmung und zum Streik aufzurufen.

Pia Mix

Quelle: chiemgau24.de

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