"Vom Himmel hoch, da komm ich her..."

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Traunstein - Der Nikolaus flog mit dem Rettungshubschrauber ins Klinikum Traunstein. Einen Unfall hatte er aber nicht, sondern er kam beruflich:

Die vielen Kinderaugen blickten gebannt in den schwarzen Nachthimmel und beobachteten den orangefarbenen Rettungshubschrauber Christoph 14, der sich mit seinen aufgeblendeten Scheinwerfern dem Dach des Traunsteiner Klinkums näherte. Die über 100 kleinen Gäste warteten sehnsüchtig nach der sanften Landung auf einen besonderen Passagier, von dem man schon den langen weißen Bart in der Maschine sah – den Nikolaus. Nach wenigen Minuten, als sich die Rotorblätter langsamer drehten, kletterte er aus dem Rettungshubschrauber und begrüßte die Kinder. Viele von ihnen waren in diesem Jahr mit Christoph 14 transportiert oder notärztlich versorgt worden und die Mannschaft von Christoph 14 wollte mit dieser Einladung versuchen, die oft schwierigen Erlebnisse für Eltern und Kinder leichter verarbeiten zu können.

Der neunjährige Maxi darf mit dem Hubschrauber fliegen

Der neunjährige Maxi aus Kraiburg hatte schon immer den Wunsch, einmal mit einem Hubschrauber zu fliegen. Im Sommer diesen Jahres erfüllte sich sein Traum: Nachdem er beim Baden am Chiemsee einen allergischen Schock erlitten hatte, landete wenig später der Rettungshubschrauber und transportierte den kleinen Patienten ins Klinikum. Erstaunt beobachtete er während des Fluges die Welt unter sich: „Dass die Inseln im Chiemsee so nah beieinander liegen – das wusste ich nicht!“

Der sechsjährige Benni aus Schleching hat von seinem Flug im Rettungshubschrauber nicht viel mit bekommen, denn er lag im Fieberkampf und dämmerte vor sich hin. Aber seine Mutter Christine, die als Begleitperson mitfliegen durfte, erinnert sich noch genau an diesen Augusttag. „Der Flug war toll, obwohl ich Angst um Benni hatte. Aber der Notarzt und der Rettungsassistent vom Roten Kreuz gaben mir ein so sicheres Gefühl, dass wir gut versorgt sind. So ein bisschen habe ich den Flug trotz allem genießen können.“ Als Christine jetzt vor dem Hubschrauber stand, hatte sie Tränen in den Augen. „Im Moment kommt alles wieder hoch, vor allem die Angst um das Kind.“ Später kletterte sie mit ihrem Sohn in den Rettungshubschrauber und ließ sich die medizinische Ausstattung erklären. „Es hat mir und Benni geholfen, das Erlebnis zu verarbeiten. Ich bin dankbar um diese Einladung.“

Leitender Notarzt als Nikolaus

Dr. Markus Ewald, leitender Hubschraubernotarzt, schlüpft später, als viele der Kinder den Hangar von Christoph 14 mit ihren Eltern verlassen haben, aus dem Nikolauskostüm. „Als wir im Landeanflug waren und ich die vielen Kinder sah, war ich sehr berührt“, erinnert er sich. „ Für unser Team von Christoph 14 war es ja das erste Mal, dass wir Kinder, die heuer vom Rettungshubschrauber betreut worden sind, einladen.“ Für ihn und seine Kollegen sind die Einsätze mit Kindern immer schwierig. „Wir alle sind selber Familienväter und da sind die traurigen Erlebnisse, wenn ein Kind schwerst verletzt ist oder gar stirbt, besonders schlimm – da schlägt der Puls immer höher.“

Aber es gibt auch schöne Momente, wie etwa die Geburt der kleinen Janine im Hubschrauber, die dann wohlbehalten mit Mama ins Traunsteiner Klinikum „schwebte“. Robert Portenkirchner, leitender Luftrettungsassistent des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), erinnert sich an einen lebhaften kleinen Patienten, dessen Vater dem Hubschrauber im Auto in Richtung Klinikum gefolgt war. "Fliegt schneller", rief er, "sonst ist der Papa noch vor uns im Krankenhaus!“

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz - Kreisverband Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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