Viel Sitzfleisch und Trinkfestigkeit

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Stadträtin Christa Fuchs (links) nahm die Krönung von Vera I. und Sebastian I., dem neuen Faschingsprinzenpaar der Faschingsfreunde Blau-Weiß Kammer, vor.

Traunstein (CH-Z) - Vera Steines aus Kammer und Sebastian Reischl aus Reichsberg sind das neue Faschingsprinzenpaar der Faschingsfreunde Blau-Weiß Kammer.

Im Namen von Oberbürgermeister Manfred Kösterke nahm Stadträtin Christa Fuchs bei der Krönungsfeier im Land-gasthaus "Jobst" in Rettenbach die Inthronisation der beiden vor.

Blau-Weiß-Präsident Martin Litwinschuh spannte das erwartungsvolle Narrenvolk wiederum lange auf die Folter, bis er die Katze aus dem Sack respektive das Prinzenpaar von der Chieminger Blasmusik in den Saal einspielen ließ.

Das Lüften dieses Geheimnisses war für Stadträtin Fuchs das sichere Zeichen dafür, dass die fünfte Jahreszeit begonnen hat. Sie ist wohl keine Starkbiertrinkerin, denn dann wäre es für sie die sechste. "Super, dass Ihr Euch zur Verfügung gestellt habt", meinte sie und wünschte ihnen viel Sitzfleisch und Ausdauer, vor allem aber Trinkfestigkeit ("Ihr kennt ja die Blau-Weißen").

Dafür, dass die Vertreterin der Stadt das Diadem herausgerückt hatte, bekam sie den ersten Orden verliehen und machte beim Kniefall eine außerordentlich sportliche Figur. Außerdem erhielt Sebastian eine alkoholische Stärkung und Vera einen Blumenstrauß. Das ist unter den Faschingsnarren so der Brauch und wird sich wohl auch kaum ändern, solange nicht irgendeine wild gewordene Soufragette den Faschingsthron besteigt und die Pulle Sekt für sich reklamiert.

Die Vorstellung übernahmen Ihre Lieblichkeit Vera I. und Seine Tollität, Sebastian I. in ihrer Antrittsrede höchstpersönlich. Sie ist ausgebildete Erzieherin und studiert gerade Kinderpädagogik. Dies ist sehr wichtig, um die Narren in die Schranken weisen zu können, wenn sie einmal zu übermütig, um nicht zu sagen kindisch werden. Er studiert Maschinenbau, was im Fasching nicht gerade hilfreich ist, außer vielleicht beim Bau des Faschingswagens. Dass beide bei der Feuerwehr sind, kann sich als vorteilhaft erweisen, wenn bei den Blau-Weißen sich ein Brand einstellt, der gelöscht werden muss. Was angeblich nicht selten vorkommen soll. Und als Mitglieder des Trachtenvereins kann man davon ausgehen, dass sie mit den Grundzügen des Walzertanzens vertraut sind. Eine kleine Kostprobe ihres Könnens legten sie gleich auf der Tanzfläche ab.

Bei der anschließenden Huldigung der benachbarten Faschingsvereinigungen wurde durch eifriges Abbusseln ein wichtiger Beitrag zur allgemeinen Volksgesundheit, nämlich zur Verbreitung der Schweinegrippe, auf gut bayerisch auch "Fackefiaba genannt", geleistet. Ihre Geschenke und Bakterien übergaben die Veitsgroma Zunft Traunstein, der Faschingsverein "So Halunke" Waging, die Familien-Faschingsgruppe Traunstein, der Fa-schingsclub Tittmoning, die Berchtesgadener Faschingsgilde, die Erste Große Salzburger Faschingsgilde, die Faschingsfreunde Chieming, die Trostberger Elfer und die Tanzgruppe Heiligkreuz sowie die Kammer Ortsvereine.

Abschied nahm nicht das "alte", sondern korrekterweise das vergangene Faschingsprinzenpaar, Alexandra II. und Sepp I. Sie sprachen von einer schönen Zeit. Und gereut hätte es sie, wenn sie es nicht gemacht hätten. Überall seien sie herzlich empfangen und auch gut mit Essen und Trinken versorgt worden. Da kann man nur sagen: "So lässt's sich leben." Es sei auch viel Krampf dabei gewesen, meinte der Prinz. Wobei ein bisschen Krampf im Fasching normalerweise nicht schaden kann. Bei ihm war es jedoch der Krampf im Wadl aufgrund der vielen Hebefiguren beim Prinzenwalzer.

bjr/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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