Mit Schwert verscheucht - jetzt festgenommen

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Traunstein - Der 19-jährige Täter aus dem Berchtesgadener Land, der bei einem Überfall in Traunstein mit einem Schwert verletzt wurde, konnte am Donnerstag festgenommen werden.

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Versuchter Raubüberfall: Großfahndung

Filmreife Szenen spielten sich am Dienstagnachmittag in der "Sammlerstube" in Traunstein ab: Gegen 15.55 Uhr betrat ein maskierter Räuber den Laden für Sammlerstücke verschiedenster Art und forderte von dem Inhaber Thomas B. die Herausgabe des Bargelds. Doch als sich dieser weigerte, dem Täter das Geld zu geben, machte der Räuber kurzen Prozess und besprühte B. mit Reizgas. Der Inhaber ließ sich davon aber nicht beeindrucken, schnappte sich ein Dekorationsschwert aus seiner Auslage und schlug dem Täter damit auf die Schulter, woraufhin dieser sofort die Flucht ergriff. B. musste nach der Tat vom Rettungsdienst auf Grund des Reizgasangriffes vor Ort behandelt werden.

Überfall in Traunstein

Polizeimeldung auf chiemgau24

Gegenüber chiemgau24.de war der Geschäftsinhaber nicht zu einer Aussage bereit. Doch dafür konnte die Kripo Traunstein einen Erfolg vermelden: Der mutmaßliche Täter konnte festgenommen werden. Andreas Guske vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat mittlerweile die Festnahme bestätigt. Bei dem Räuber handelt es sich um einen 19-jährigen Mann aus dem Berchtesgadener Land. Er hatte sich am Donnerstagabend selbst bei einer psychiatrischen Klinik in Wasserburg gemeldet und dabei auch die Tat gestanden. "Wie vermutet, hatte der Geschäftsinhaber den Angreifer mit dem Dekorationsschwer am Arm getroffen. Der Mann klagte nämlich bei der Festnahme über starke Schmerzen im Armbereich", so Guske. Er habe aber voraussichtlich keine schwerwiegenden Verletzungen davongetragen. Noch am gleichen Abend konnte der 19-Jährige von der Polizei in Gewahrsam genommen werden. Er wird heute dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Raubüberfall: Soll man sich wehren?

Aufgrund des riskanten Einsatzes des Geschäftsinhabers, der den Räuber mit einem Schwert in die Flucht schlug, stellt sich nun die Frage: Wie soll man sich in so einer Situation richtig verhalten? Und wie gefährlich ist eigentlich ein Angriff mit Reizgas? Wir haben mit dem Polizeisprecher Andreas Guske darüber gesprochen:

Der Geschäftsinhaber der "Sammlerstube" wurde bei dem Raubüberfall vom Täter mit Reizgas besprüht. Welche Auswirkungen hat so ein Angriff?

Es gibt ja die verschiedensten Reizgase. Doch eigentlich sind diese so konzipiert, dass sie keine bleibenden Schäden hinterlassen.

Doch wie konnte sich der Mann danach noch wehren?

Er hat das Reizgas zwar ins Gesicht bekommen, doch man wird durch so einen Angriff nicht absolut handlungsunfähig. Es kommt zu einem starken Tränenfluss, aber wehren kann man sich deshalb trotzdem noch.

Und genau das hat der Geschäftsinhaber ja auch getan und den Räuber mit einem Schwert in die Flucht geschlagen. War das die richtige Reaktion?

Ich kann für eine solche Situation keine allgemeine Handlungsempfehlung geben. Aber grundsätzlich sollte man als Opfer eines Raubüberfalls nicht zu viel riskieren. Das Verhalten des Geschäftsinhabers in dieser speziellen Lage möchte ich nicht infrage stellen.

red/ps

Quelle: chiemgau24.de

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