Stellplatzsituation: Vachendorfer Gemeinderat informiert

Bauantrag für Gasthof zur Post mit Auflagen genehmigt

Der Bauantrag für Gasthof zur Post wurde mit Auflagen genehmigt.
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Der Bauantrag für Gasthof zur Post wurde mit Auflagen genehmigt.

Vachendorf – Erneut behandelte der Vachendorfer Gemeinderat den Bauantrag zur Sanierung des Dachs und der Wohnung sowie zum Einbau von zwei zusätzlichen Wohnungen im Nebengebäude des Gasthofs zur Post sowie den Bauantrag auf Nutzungsänderung des Gasthofs zur Post, weil der Saal im ersten Obergeschoss wegfallen und in zwei Obergeschossen Wohnungen gebaut werden sollen.

Der Gemeinderat hatte die Anträge in seiner vergangenen Sitzung zurückgestellt, weil noch Unklarheiten wegen der Stellplatzsituation und des Brandschutzes bezüglich der Rettungswege bestanden. Um die Unklarheiten auszuräumen, hatte der Gemeinderat Architekt Karl Bobinger zu einer Stellungnahme eingeladen. Dieser erklärte, für die Gaststätte mit 120 Quadratmeter Größe seien zwölf und für die vier Wohneinheiten im Gasthof sechs Stellplätze notwendig. Im Nebengebäude seien für drei Wohneinheiten fünf und für den Laden mit 80 Quadratmeter Fläche zwei Stellplätze vorgesehen. Dies ergebe für beide Gebäude insgesamt einen Bedarf von 25 Stellplätzen. Gemäß des Stellplatznachweises von 2004, der nicht geändert worden sei, seien 27 Stellplätze vorhanden. Die Einhaltung der Stellplatzvorgaben gemäß Satzung sei deshalb gegeben.


Zum Brandschutz im Nebengebäude meinte er, dort könne die Feuerwehr im Brandfall sowohl im ersten Obergeschoss an der Ost- als auch an der Westseite anleitern. Die Rettungswege im Erdgeschoss des Gasthauses zur Post seien kein Problem. Ein Rettungsweg gehe über den Haupteingang der Gaststätte, der zweite führte über das Treppenweg, das brandschutztechnisch aufgerüstet werden soll. Im ersten Obergeschoss bestünden Fluchtmöglichkeiten über das Treppenhaus sowie über die Fenster und Balkone mittels Anleitern durch die Feuerwehr. Da sich die Feuerwehr im zweiten Obergeschoss wegen der Höhe ohne Drehleiter mit dem Anleitern Schwer tue, sei neben dem Treppenhaus eine Abstiegsmöglichkeit vom dortigen Balkon auf den Balkon im ersten Obergeschoss vorgesehen. Da der Gasthof keine Versammlungsstätte mehr sei, sei ein zweiter baulicher Rettungsweg nicht erforderlich, so Bobinger. Gegen die Nutzung des Nebengebäudes hatte der Gemeinderat keine Einwände. Die Gewährleistung der ungehinderten Zufahrt für Rettungsfahrzeuge bei voller Auslastung der Stellplätze muss aber noch von der Genehmigungsbehörde geprüft werden. Ebenso stimmten die Gemeinderäte der Nutzungsänderung des Gasthofs zur Post zu. Der Brandschutz ohne Drehleiter und die ungehinderte Zufahrt für Rettungsfahrzeuge müssen allerdings gewährleistet sein. Wegen der Straßenführung soll die Genehmigungsbehörde auch die Stellplätze an der Nordseite des Gebäudes überprüfen.

Ein kurze Debatte gab es beim Bauantrag zum Umbau des Kellergeschosses, Abbruch einer Garage und Neubau eines Carports in Vachendorf. Statt der Garage mit Pultdach soll ein Carport mit Flachdach errichtet werden, was der Gestaltungssatzung widerspricht. Dritter Bürgermeister Andreas Schroll meinte, ein Carport mit Flachdach sei „a net schiach“. Marlies Kruse sagte, in anderen Gemeinde gebe es überall Carports mit Flachdach. Der Gemeinderat erteilte bezüglich des Dachs Befreiung und stimmte dem Bauantrag zu.


Schon einmal diskutiert hatte der Gemeinderat die Bauvoranfrage zur Erweiterung des westlichen Anbaus zur Aufstockung der Wohnfläche in Vachendorf. Seinerzeit hatte sich der Gemeinderat daran gestört, dass dort Ferienwohnungen eingerichtet werden sollten, obwohl genug Bedarf an Mietwohnungen vorhaben ist. Bürgermeister Rainer Schroll erklärte, der Hauseigentümer habe in einem Gespräch inzwischen von den Ferienwohnungen Abstand genommen und wolle normale Wohnungen bauen. Das gemeindliche Einvernehmen wurde daher einstimmig erteilt.

Einhellige Zustimmung erhielt auch der Antrag auf Vorbescheid zum Neubau eines landwirtschaftlichen Betriebsleiterwohnhauses in einem Einsiedlerhof in Hiensdorf. Dem Bauherrn wurde lediglich auferlegt, die Kosten für die Erschließung mit Zu- und Abwasser selbst zu tragen.

Ferner stimmte das Gremium dem Beschluss auf Änderung der Ortsabrundungssatzung „Spielwang“ zu. Das Grundstück sei von allen Seiten bebaut und im Flächennutzungsplan als Dorfgebiet dargestellt, so Schroll. Laut Bürgermeister Schroll befindet sich auf dem Grundstück eine Löschwasserzisterne, die jedoch nach Auskunft der Kreisbrandinspektion viel zu klein ist. Man müsse sich die Situation anschauen, weil sich die Brandlast in Spielwang durch mehr Häuser verändert habe. Notwendig sei eine Löschwasserzisterne von 100 Kubikmetern Fassungsvermögen. Gemeindlicher Grund dafür sei vorhanden, sagte Schroll.

Aufgehoben wurde die Widmung eines öffentlichen Feld- und Waldwegs in Vachendorf. Der Bürgermeister meinte, dabei handele es sich um eine öffentliche Fläche, die man dem Einzelnen nicht vorenthalten könne.

Einstimmig fasste der Gemeinderat den Beschluss, die während der Corona-Zeit für die Mittagsbetreuung (Notbetreuung) erhobenen Gebühren zurückzuzahlen und die Gebühren ab dem Schuljahr 2021/22 anzupassen.

In seinem Bericht über die aktuelle finanzielle Situation der Gemeinde aufgrund der Corona-Krise zeigte der Bürgermeister anhand von Zahlen auf, dass es keine großen Auswirkungen gebe. Bei den Gemeindefinanzen schaue es gut aus, meinte er. Man brauche keine Angst zu haben. Es gebe zwar leichte Verschiebungen, aber die Gemeinde sei gut aufgestellt und gut im Plan. Zudem habe sie noch Rücklagen.

bjr

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