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Kann ein Nachfolger gefunden werden?

Nach fünf Jahren: Vachendorfer Dorfladen seit Ende Januar zu

Seit Ende Januar ist der Dorfladen in Vachendorf zu. Jetzt wird ein neuer Betreiber gesucht.
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Seit Ende Januar ist der Dorfladen in Vachendorf zu. Jetzt wird ein neuer Betreiber gesucht.

Der Vachendorfer Dorfladen „s‘Ladl“ ist seit Ende Januar geschlossen. Nun hoffen sowohl die Gemeinde als auch ihre Bürger, dass damit die über 100-jährige Geschichte des ehemaligen „Kolonialwarengeschäftes“ nicht zu Ende geht und sich ein Nachfolger für die bisherige Betreiberin Borislava Beuschlein findet, der den Dorfladen weiterhin betreibt, damit die regionale Versorgung Vachendorf bestehen bleibt.

Vachendorf – Der Dorfladen liegt verkehrstechnisch günstig an der Straße zwischen Bergen und Traunstein. Parkplätze sind in unmittelbarer Nähe ausreichend vorhanden. Das Geschäft braucht nach den Worten des Verpächters Peter Schrankl gegebenenfalls ein neues Konzept, um langfristig wirtschaftlich rentabel zu sein. Angepasst an die aktuelle Situation des Ortes sowie den veränderten Bedarf. Ein neuer Pächter könnte ergänzend zu seinem Geschäft den DHL-Standort übernehmen sowie sein Sortiment mit einem Angebot regionaler Produkte zur örtlichen Nahversorgung kombinieren. Die interessante Marktlage in der Mitte von Vachendorf bietet für den Geschäftsstandort eine attraktive Zukunftsperspektive.

Die Geschichte des Geschäfts hat um 1870 begonnen, als Georg Dießenbacher das landwirtschaftliche Anwesen an der heutigen Hauptstraße um eine Bäckerei erweiterte, die Anfang der 1880er Jahre von Herrn Glück umgebaut wurde. Karoline Auracher richtete 1892 zusätzlich eine Krämerei ein.

Der Kaufmann und Landwirt Michael Schrankl und seine Ehefrau Elisabeth, erwarben 1899 das Anwesen mit Kolonialwarengeschäft, Bäckerei und Landwirtschaft. Um die viele Arbeit zu bewältigen, wurden ihre neun Kinder in allen drei Betriebsteilen mit „angespannt“. Dabei waren die Backstube und das darüber liegende „warme Zimmer“ die bevorzugten Arbeitsstellen. „Nebenbei“ hat sich Schrankl stark engagiert, dass das Dorf Vachendorf mit Strom und Wasser versorgt wurde.

Sein Sohn Michael übernahm 1937 das Anwesen mit seiner Frau Christine. Er baute ein Lagerhaus für Baustoffhandel. Die Ziegel und Schindeln bezog er von der Verwandtschaft Schrankl in Kienberg-Oed. Außerdem verkaufte er Mehl, Getreidebruch, Kartoffeln und vieles mehr. Damit war sein Lagerhaus der Vorgänger des Raiffeisen-Lagerhauses in Vachendorf. Während der Kriegsjahre war er mitverantwortlich für die Heimatverpflegung nicht nur von Vachendorf, sondern auch für Holzhausen, Bergen, Erlstätt usw. Verkauft wurde in erster Linie Brot, das damals noch in geflochtenen Spankörben teils mit der Pferdekutsche ausgefahren wurde.

In den 1950er Jahren wurde aus dem Kolonialwarengeschäft ein Gemischtwarengeschäft mit Edeka-Geschäft und Bäckerei. Während den 1960er Jahren gab es in Vachendorf sogar noch zwei weitere Lebensmittelläden – Oberhauser/Olbrich und kurzzeitig Biermeier. Seit 1967 wurden das Edeka-Geschäft und die Bäckerei verpachtet. Die Bäckerei wurde 1974 aufgelöst. Michael Schrankls Sohn Peter Schrankl übernahm 1976 das Anwesen, hat neue Wohnungen geschaffen, die Geschäftsfläche erheblich erweitert und das Edeka-Geschäft in den Folgejahren an verschiedene Betreiber verpachtet. „Seit 2017 führte Borislava Beuschlein das Geschäft als Dorfladen „s‘Ladl“ mit viel Leidenschaft und persönlichem Einsatz. Dafür ein herzliches Dankeschön“, so Verpächter Schrankl.

Bjr