"s'Ladl" in Vachendorf

Nach Edeka-Ende: Jetzt versucht's ein Dorfladen

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Am 23. Januar war Eröffnung.
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Vachendorf - Edeka Pfeilstetter kam aus den roten Zahlen nicht mehr heraus und schloss Ende 2016 - doch das drohende Ende für eine Einkaufsmöglichkeit im Dorf konnte abgewendet werden.

Die Post hat schon geschlossen, die Sparkasse auch und im Herbst vergangenen Jahres deutete auch noch vieles darauf hin, dass Vachendorf seinen Einkaufsmarkt verlieren könnte. Doch das Blatt konnte gewendet werden: Seit drei Wochen hat in den Räumen des früheren Edeka ein Dorfladen eröffnet: schlicht und einfach "s'Ladl".

"Wir wollen ein Treffpunkt sein"

Geschäftsleiterin Borislava Beuschlein.

"Wir wollen nicht nur ein Lebensmittelladen sein sondern vor allem auch ein Treffpunkt für die Leute", so Geschäftsleiterin Borislava Beuschlein. In zwei Monaten über den Jahreswechsel wurde der alte Edeka entrümpelt, renoviert und mehr Platz zwischen den Regalen geschaffen, dazu ein Holztisch, an dem sich auch mal ein Kaffee trinken lässt. Mit einer Vollzeit- und drei Teilzeitkräften wird der Markt in Vachendorf nun am Leben erhalten

Woher bekommt ein Dorfladen seine Produkte? Aus der Not wurde eine Tugend gemacht: "Wir bekommen viel von den Direktvermarktern aus der Region", so Beuschlein. Eier, Getränke, Nudeln, Brot, Milch- und Fleischprodukte stammen direkt aus der Umgebung - der Rest kommt vom Großmarkt "C&C", der auch andere Dorfläden in der Region beliefert. 

Längere Öffnungszeiten als früher

Bereits im Spätsommer wurde klar, dass Edeka Pfeilstetter schließen wird.

"Nur von den Umsätzen, die die Vachendorfer in der Stadt vergessen haben, kann man nicht leben. Auch das Sortiment ist für die heutigen Ansprüche nicht ausreichend, Parkplätze fehlen ebenso", meinte Joseph Pfeilstetter noch im vergangenen Jahr zu den Gründen der Edeka-Schließung. Im "Ladl" versucht man es nun trotzdem, sogar mit längeren, durchgehenden Öffnungszeiten von 7 bis 19 Uhr

Vor allem viele ältere Vachendorfer sind froh, ihre Einkäufe noch direkt im Ort erledigen zu können. "Die Akzeptanz im Dorf ist wirklich gut", so Beuschlein: "Manche kommen auch drei-, oder viermal am Tag." Für die weniger mobilen Vachendorfer hat man einen Lieferservice eingerichtet, der noch am selben Tag die gewünschten Waren nach hause bringt. 

In Vachendorf reiht man sich damit in die länger werdende Liste aus Dorfläden ein: Schon in Hammer, Schleching, Mietenkam und Frabertsham haben sich ähnliche Läden gegründet, die nicht von Ketten betrieben werden. Denn prinzipiell gilt auch im Landkreis Traunstein: Kleine Lebensmittelläden sterben aus, die Großen werden dafür umso größer

xe

Quelle: chiemgau24.de

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