Erhebliche Schäden durch "Kyrill" und "Emma": Lawinenverbauung am Unternberg jetzt fertig

Schutzmaßnahmen für 700.000 Euro

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Sie begutachteten vor Ort die Lawinenverbauung am Unternberg, die Sven Bussemer (rechts) von der Fachstelle Schutzwaldmanagement beim AELF erläuterte. Von links Revierförster Matthias Scherger, der Leiter des Forstbetriebs Ruhpolding, Paul Höglmüller und Bürgermeister Claus Pichler.

Ruhpolding - Gut ein Jahr hat die Lawinenverbauung am Unternberg in Anspruch genommen. Jetzt wurden die umfangreichen Baumaßnahmen abgeschlossen.

Lediglich einige Aufpflanzungsmaßnahmen sind noch in Arbeit. Davon überzeugten sich kürzlich Bürgermeister Claus Pichler, der Leiter des Forstbetriebes Ruhpolding, Paul Höglmüller und der zuständige Revierförster Matthias Scherger, der auch das Projekt leitete.

Die Lawinenverbauungen waren notwendig geworden, da die Stürme "Kyrill" und "Emma" auf einer großen Fläche am Unternberg erhebliche Schäden hinterlassen haben. Eine Folge war das tragische Lawinenunglück 2009. Sven Bussemer von der Fachstelle Schutzwaldmanagement beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) erläuterte die Maßnahmen der Lawinenverbauung auf der rund 1,5 Hektar großen Fläche. Demnach wurden 476 sogenannte Flugböcke in den Steilhang eingeflogen und verankert, 280 Meter Schneezäune gebaut und 115 Schneerechen angebracht. Zum sicheren Halt der Rechen mussten Metallanker gesetzt werden, die einer Zugbelastung bis zu elf Tonnen standhalten müssen. In einer zeitintensiven und aufwendigen Arbeitsweise wurden Rundhölzer aus Kastanie und Robinie zu diesen Rechen zusammengebaut. "Für die Verbauung wurden rund 680000 Euro investiert", bestätigte Bussemer, dazu kommen noch Kosten für die Aufforstung in Höhe von rund 54000 Euro.

Für die Wiederaufforstung seien 11000 Pflanzbäume notwendig gewesen, so der Fachberater weiter. Überwiegend wurden Nadelhölzer verwendet, davon rund 40 Prozent Tannen und rund ein Fünftel Lärchen. Dazu sollen Buchen, Bergahorn und Vogelbeere für einen ausgeglichenen Schutzwald sorgen. "Für uns war es eine Herausforderung, wieder Fichten und Tannen zu pflanzen", so Bussemer weiter. Dies sei aber nur möglich, da in diesem Gebiet der Wildbestand waldgerecht sei. Er erinnerte auch daran, dass rund 1,5 Kilometer Steigbauten durchgeführt wurden, die als Eigenleistung der Gemeinde Ruhpolding in Höhe von 15000 Euro übernommen wurden. "Unser Beitrag als Nutznießer des Unternberges", sagte dazu Bürgermeister Pichler. Mit dem Lawinenschutz, der viel Mühe und Aufwand gekostet habe, sei eine nachhaltige Sicherung und wieder eine vielseitige Nutzung des Naherholungsgebietes möglich, so der Rathauschef.

Forstbetriebsleiter Paul Höglmüller sagte, dass gerade das Lawinenunglück die Bedeutung des Schutzwaldes deutlich gemacht habe. Somit sei auch er froh, dass mit der Fertigstellung der Lawinenverbauung "das Thema Schutzwaldsanierung am Unternberg zum Abschluss gekommen ist". Er erinnerte daran, dass die Planung der Maßnahmen in der Hand der Fachstelle Schutzwaldmanagement gelegen sei und die Umsetzung "von den motivierten Spezialisten unseres Forstbetriebes durchgeführt wurde".

hbw/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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