Trompeten für den „Kolumbien-Schorsch“

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Der Salesianer Don Boscos, Pater Georg Schachner, beim Besuch am Isinger Gymnasium

Ising - Das Gymnasium LSH Schloss Ising spendet Instrumente und Notenständer für die kolumbianische Blasmusikkapelle des Don Bosco-Paters Georg Schachner.

„Kolumbien-Schorsch, wie der Don Bosco-Pater Georg Schachner auch oft genannt wird, hat vor kurzem, als er sich anlässlich seines 50-jährigen Priesterjubiläums im heimatlichen Chiemgau aufhielt, das Landschulheim Schloss Ising besucht, wo er aus seinem Missionars- Leben erzählte. Schulleiterin Bärbel Ebner und Musiklehrer Frank Schöftenhuber hießen Georg Schachner im Isinger Gymnasium willkommen und sagten eine umfangreiche Spende für die kolumbianische Bläserklasse zu, die der Salesianer Don Boscos an seiner Schule in Südamerika gegründet hatte.

Mit „La cucaracha“ und „Kumbayah“ begrüßte ihn die Bigband und die Bläserklasse. Dann berichtete Pater Schachner vor Fünft- und Sechstklässlern aus seinem ereignisreichen Leben, das ihn von Hermannstetten bei Schnaitsee schon 1952 nach Kolumbien zur Mission gebracht hatte. Aber zuerst sang der Salesianer Schachner ein „Liadl“ auf Spanisch, bevor er, unterstützt von Fotographien, schilderte, wie er mit 19 Jahren mit der „Marco Polo“ von Genua aus über Barcelona und Gibraltar durch den Panama-Kanal und den Pazifischen Ozean bis nach Kolumbien fuhr, wo er sich als Salesianer dos Boscos um die ärmere Jugend kümmerte. Der 1859 vom italienischen Priester Johannes „Don“ Boscos gegründete und nach den Jesuiten und Franziskanern drittgrößte Ordensgemeinschaft der römisch-katholischen Kirche gehören heute weltweit etwa 15 000 Brüder an. „Da faulen einem der Reihe nach alle Körperglieder ab.“ Drastisch schilderte Pater Schachner den Isinger Gymnasiasten die in den 60er und 70er Jahren noch weit verbreitete Krankheit Lepra; er erklärte aber auch die heutige Situation in Kolumbien, in der vor allem die Gefahr von Entführungen durch Terrorostengruppen recht groß sei. „Wir hatten Minen nur 100 Meter von der Schule entfernt“, berichtete der Geistliche.

In dieser Ackerbau-Schule mit Internat und Gymnasium hatte Pater Schachner, wie an vielen Lebensstationen vorher, eine Bläserklasse mit Jugendlichen aus der Umgebung, „wie in Ising“, gegründet. Große Augen bekamen die Isinger Schüler, als der Salesianer erzählte, wie sich einmal herausstellte, dass sich ein Junge im Internat als Sohn eines Menschenfresser-Häuptlings aus dem brasilianischen Amazonas-Tieflandes entpuppte und die anderen Buben von da an nachts im Schlafssaal nicht mehr besonders gut schlafen konnten. Der fröhliche und bescheidene Salesianer, der seit 47 Jahren im spanischsprachigen Kolumbien lebt, rang ab und zu um die richtigen deutschen Ausdrücke, auch als er über seine Bläserklasse „Banda juvenil don bosco“ und ihre Auftritte im kolumbianischen Granada Meta sprach. „Schaut’s euch des a mal bei Youtube an!“ So könnten die Isinger Schüler auch sehen, wofür die gespendeten Notenständer und Instrumente verwendet würden.

Pressemeldung Walter Heil

Quelle: chiemgau24.de

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