Juwelier-Überfall: Fast vier Jahre Knast!

+
  • schließen

Traunstein/Rosenheim - Ein inzwischen geständiger Mann aus Traunreut hat ein Juweliergeschäft in Rosenheim überfallen. Am frühen Nachmittag hat das Gericht ein Urteil gefällt!

Lesen Sie auch:

Im Tiefflug knatterten am Dienstag, 14. August 2012, zwei Polizeihubschrauber über die Rosenheimer Innenstadt. Immer wieder zogen sie ihre Runden über der Fußgängerzone auf der Suche nach einem Räuber, der ein Juweliergeschäft in der Innstraße überfallen hatte.

Drei Tage später erfolgte dank eines aufmerksamen Lesers von chiemgau24 die Festnahme eines Tatverdächtigen. Dieser meldete sich nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung eines Fahndungsfotos bei der Traunreuter Polizei. Er erkannte den abgelichteten Mann an seiner Arbeitsstelle, in einem Elektronikfachmarkt. Der Mann wurde festgenommen und muss sich nun am Dienstag, 19. Februar 2013, wegen schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Spurensicherung nach Raubüberfall

Raubüberfall in der Innstraße

Wie berichtet soll der 42-jährige Angeklagte mit einer schwarzen Sturmhaube maskiert in der Innstraße, Ecke Ludwigsplatz einen Juwelier überfallen haben. Der maskierte Mann soll den Ladeninhaber mit einer Softair-Waffe und einem Pfefferspray bedroht haben. Dieses wandte der Täter auch an und verletzte den Juwelier. Anschließend soll der Traunreuter aus einem Schrank mehrere Schmuckschachteln genommen, in seinem Rucksack verstaut und danach die Flucht ergriffen haben. Zum Pech des Angeklagten waren die Schmuckschachteln leer.

++ UPDATE: 10.50 Uhr ++

Am Dienstagvormittag hat nun der Prozess gegen den 42-Jährigen begonnen, der sich vor dem Landgericht Traunstein verantworten muss.

Wie aus dem Gerichtssaal berichtet wird, ist der Angeklagte voll geständig. Allerdings ist seine Aussage in einigen Punkten wohl ein wenig widersprüchlich. Der 42-Jährige gab als Motiv an, dass er für seine Freundin in Russland eigentlich nur einen mit Diamanten besetzten Ring habe klauen wollen. Außerdem habe er mit Spielsucht zu kämpfen und leide unter Depressionen.

++ UPDATE: 12.45 Uhr ++

Am späten Vormittag wurde die Beweisaufnahme bereits abgeschlossen. Ein Gutachter bescheinigte dem Angeklagten dabei, dass er "mittelgradig depressiv" sei. Anschließend hielten Staatsanwaltschaft und Verteidigung bereits ihre Plädoyers.

Oberstaatsanwalt Jürgen Dranz sprach von "rabiater Entschlossenheit" und "genauer vorheriger Planung" und forderte daher wegen schweren Raubs eine Haftstrafe von viereinhalb Jahren. Verteidiger Jörg Zürner geht dagegen von einem "minderschweren Fall" aus und beantragte beim Gericht lediglich eine zweieinhalbjährige Haftstrafe.

++ UPDATE: 13.30 Uhr ++

Ursprünglich war vorgesehen, dass das Urteil bereits am frühen Nachmittag fallen sollte! Aktuell verzögert sich das Ganze aber noch, weil ich das Gericht zu einer erneuten Beratung zurückgezogen, nachdem Erkenntnisse aufgetaucht sind, wonach der Angeklagte zur Tatzeit jede Menge Alkohol im Blut gehabt haben könnte.

++ UPDATE: 13.50 Uhr ++

Nachdem das Gericht seine weiterführenden Beratungen abgeschlossen hat, ist gegen 13.45 Uhr ein Urteil gefallen. Demnach muss der Angeklagte wegen schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Aus dem Gerichtssaal war zu erfahren, dass der 42-Jährige, der Reue gezeigt hatte, das Urteil relativ emotionslos zur Kenntnis genommen haben soll.

redro24/kmr/bit/mw

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Region Traunstein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser