Traunsteiner Wehr weicht Wasserkraftwerk

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Unter Einsatz von schwerem Gerät werden in der Traun die Reste des Traunsteiner Wehres abgebrochen. Bis zum Jahresende bauen die Stadtwerke am Standort der alten Wehranlagen ein neues Wasserkraftwerk, das rund eine Million Euro kostet.

Traunstein - Ein Stück Geschichte geht zu Ende: Auf der Baustelle für den Hochwasserschutz sind nun die letzten Betonpfeiler der alten Wehranlagen abgebrochen worden.

Über 90 Jahre lang ermöglichte das Traunsteiner Wehr die Nutzung von Wasserkraft an der Traun. Durch das 40 Meter breite Bauwerk wurde die Traun aufgestaut und eine festgelegte Wassermenge in den Werkkanal eingeleitet, an dem die Stadtwerke Traunstein und die Traunsteiner Walzmühle Strom aus Wasserkraft erzeugen. An der Stelle der Wehranlagen am Triftweg bauen die Stadtwerke für rund eine Million Euro ein neues Wasserkraftwerk. Die Fertigstellung ist bis zum Jahresende geplant.

Die Nutzung der Wasserkraft wird in Zukunft auch ohne das Traunsteiner Wehr möglich sein, da der Werkkanal der Stadtwerke mit dem Haslacher Mühlbach zusammengelegt wird. Die Maßnahme erfolgt im Rahmen der Arbeiten für den Hochwasserschutz Traunstein-Süd, an dem seit Juni 2010 unter Federführung des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein gebaut wird. Mit Unterstützung der Europäischen Union investieren der Freistaat Bayern und die Stadt Traunstein in das Projekt insgesamt rund 5,3 Millionen Euro. Während die Bauarbeiten für den Hochwasserschutz täglich Fortschritte machen, beginnen in den nächsten Wochen auch die Stadtwerke mit dem Bau ihres neuen Wasserkraftwerks.

Traunsteiner Wehr weicht Wasserkraftwerk

„Wir werden damit die Kraftwerkskapazität an der Traun verdoppeln“, kündigte Geschäftsführer Stefan Will bei einem Ortstermin auf der Baustelle an. Schon heute könnten die Kunden der Stadtwerke sicher sein, dass sie 100 Prozent Strom aus Wasserkraft erhalten. Das sei durch einen Liefervertrag mit der Salzburg AG gewährleistet. „Langfristig verfolgen die Stadtwerke Traunstein jedoch das Ziel, möglichst viel Strom selbst zu erzeugen – und dazu ist hier in der Region die Wasserkraft am besten geeignet“, machte Will deutlich.

Die Stadtwerke betreiben an ihrem Werkkanal bereits zwei Wasserkraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 200 Kilowatt und einer Jahresmenge von 1,5 Millionen Kilowattstunden. Das reicht aus, um den Strombedarf von über 400 Haushalten in Traunstein zu decken. Erfreut über das Engagement der Stadtwerke im Bereich Wasserkraft zeigte sich auch Stadtratsreferent Gerhard Schneider: „Die Nutzung der Wasserkraft an der Traun hat eine lange Tradition, die von den Stadtwerken erfolgreich fortgesetzt wird.“ Das neue Kraftwerk am Triftweg wird eine Leistung von 200 Kilowatt haben und gegen Ende des Jahres ans Netz gehen. Zusätzlich zu den Baukosten von rund einer Millionen Euro investieren die Stadtwerke noch einmal rund 100.000 Euro in die Sanierung des Werkkanals, der auf einer Länge von 250 Metern neue Seitenwände aus Beton bekommt.

Pressemitteilung Stadt Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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