"Ist ein Kunst- und Kulturzentrum nötig?"

Traunstein - Diese Frage stellte der Ortsvorsitzende Christian Kegel beim Gesprächsabend des SPD-Ortsverbands. Am Ende waren sich alle einig:

„Brauchen wir ein Kunst- und Kulturzentrum in Traunstein?“ Diese provokative Frage stellte Ortsvorsitzender Christian Kegel beim Gesprächsabend des Traunsteiner SPD-Ortsvereins und der Stadtratsfraktion mit interessierten Bürgern im Gasthof Sailer Keller. Die Fraktionsvorsitzende Ingrid Bödeker erklärte dazu, dass Traunstein als große Kreisstadt und künftiges Oberzentrum diese Frage ganz klar bejahen müsse. In den vergangenen Jahren habe sich eine anspruchsvolle Kulturszene in Traunstein entwickelt, zum großen Teil in der Klosterkirche. Kultur müsse weiterhin einen bedeutenden Stellenwert in Traunstein haben.

"Die Altstadt beleben und aufwerten"

Die ehemalige Kulturreferentin Sigrid Ackermann erinnerte daran, dass sich die Kulturvereinigung ARTS 1992 gegründet und seither den „Kunstraum Klosterkirche“ für Konzerte und Ausstellungen genutzt hat. Schon kurz nach der Gründung hatte der Kunstverein dort seine erste Ausstellung. Sie sprach sich dafür aus, im Altstadtkern Akzente zu setzen und die Altstadt mit einem Kunst- und Kulturzentrum zu beleben und aufzuwerten. Auch Franz Baumann sprach für ARTS und forderte einen markanten kulturellen Schwerpunkt in Traunstein. Er sei überzeugt, dass das Ensemble Kunstraum Klosterkirche, Städtische Galerie, Kleinkunstbühne und Schule eine Strahlkraft entfalten werde. „Wenn schon saniert wird, soll man auch etwas Großes schaffen“, betonte er. Stadtrat Konrad Obermaier, der das Projekt als Mitglied der Arbeitsgruppe seit über einem Jahr begleitet hat, sah das genauso. Auf die Baukosten angesprochen, erklärte er, dass in Abschnitten gebaut werde und staatliche Fördermittel von mehr als der Hälfte der Bausumme zugesagt seien.

Auch die Folgekosten für Klosterkirche und Kleinkunstbühne seien sehr wohl berechnet worden. Bereits jetzt sei der Bauhof für die Bestuhlung zuständig, und die Stadt werde auch weitere Personalkosten übernehmen. Ihm sei es jedoch wichtig, dass nicht Fremdes finanziert, sondern in Eigenes investiert wird. Das bekräftigte auch Christian Kegel: „Kunst gibt es nicht zum Nulltarif, und nur die wenigsten Veranstaltungen tragen sich selber – da wird die Stadt immer in der Verantwortung stehen.“ „Auch die Ludwig-Thoma-Schule wird von der Baumaßnahme profitieren“, ergänzte Stadtrat Peter Forster. Aula und Küche können mitbenutzt werden, und der Pausenhof werde ein ganz neues Gesicht bekommen, ob nun die Kleinkunstbühne dort kommt oder nicht.

Bei der Ausgestaltung können Schüler, Lehrer und Eltern mitbestimmen. „Wir befinden uns im Augenblick am Ende einer Wettbewerbsphase und damit erst in einer Vorentwurfsphase für das Bauvorhaben Kunst- und Kulturzentrum Klosterkirche“, machte Forster deutlich. Auf jeden Fall sehe er durch das Projekt eine enorme Steigerung der Attraktivität des Stadtzentrums und der Ludwigstraße. Das bekräftigte auch Christiane Breit, die gegenüber der Klosterkirche ein Geschäft betreibt. Sie verspreche sich eine Belebung der Ludwigstraße, auch wenn die meisten Veranstaltungen erst abends stattfinden. „Traunstein wird damit auch attraktiver für Neubürger und Urlauber“, meinte sie.

Dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholer-Niederlöhner sah in dem Projekt die große Chance, Klosterkirche und Galerie barrierefrei zu machen, Technikräume, Foyer und Künstlergarderoben zu schaffen sowie die Klosterkirche auch im Winter nutzen zu können. Ganz wichtig sei ihr auch, die Traunsteiner Kulturstätten an einem zentralen Ort zusammenzuführen. „Auf dem Bestehenden aufbauen und Neues schaffen –so sehen wir die Zukunftsaufgabe, Traunstein weiter zu entwickeln“, fasste die Stadträtin zusammen.

Pressemeldung SPD Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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