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SPD-Frau aus dem Chiemgau

Wird Bärbel Kofler aus Traunstein die neue Entwicklungsministerin?

Dr. Bärbel Kofler beim Besuch des SPD-Fraktionsvorsitzenden Dr. Rolf Mützenich in Traunstein im Sommer.
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Dr. Bärbel Kofler beim Besuch des SPD-Fraktionsvorsitzenden Dr. Rolf Mützenich in Traunstein im Sommer.

Der Name der Traunsteiner Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler ist auf einer Liste aufgetaucht, die potenzielle Minister des neuen Kabinetts aufzählt. Kofler könnte demnach das Entwicklungs-Ressort zufallen.

Berlin/Traunstein Spannende Tage für die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler aus Traunstein: In politischen Berliner Kreisen kursiert derzeit eine Liste mit den Namen und Ressorts des künftigen Kabinetts, wie mehrere Medien am Montag berichteten. Dabei wird die 54-jährige Chiemgauerin als potenzielle Bundesministerin für Entwicklung in der neuen Regierung gehandelt.

Im Traunsteiner Büro der Abgeordneten gibt man sich zurückhaltend, Kofler selbst meldet sich bei unserer Zeitung: „Die SPD hat mit Bündnis 90/Die Grünen und der FDP Stillschweigen zu den Koalitionsverhandlungen vereinbart. Daran halte ich mich. Die Personalentscheidungen stehen erst am Ende der Verhandlungen an und diese Verhandlungen laufen ja aktuell noch.“

„Geradlinig und mit klarem Kompass“

Aber was wäre, wenn die einstige Mittelschülerin aus Ainring, die sich auf dem zweiten Bildungsweg bis zur Promotion hocharbeitete, tatsächlich einen solchen politischen Spitzenposten erhält? Einer, der meint, Kofler sei bereit dafür, ist Roman Niederberger. Der SPD-Kreisvorsitzende für das Berchtesgadener Land kennt Kofler seit 30 Jahren – seit sich beide bei den Jusos engagierten.

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„Ich freue mich einfach, dass Bärbel im Gespräch für den Posten ist, alles Weitere wird man sehen“, sagt Niederberger. Spekulation verbiete sich, aber was sich anbietet, ist, über die Weggefährtin zu sprechen: „Sie ist eine engagierte und geradlinige Frau, die einen klaren Kompass hat und immer gewusst hat, für wen sie Politik machen möchte.“ Kofler habe einen starken Sinn für Gerechtigkeit, sei „von ihrem ganzen Zuschnitt her Sozialdemokratin.“ Dabei dürfe man nicht vergessen, dass sie ihre politische Laufbahn nicht gerade in einer SPD-Hochburg gestartet habe.

Krisenregionen und faire Lieferketten

Seit 2004 vertritt Kofler als Sozialdemokratin ihren Wahlkreis Traunstein/Berchtesgadener Land im Bundestag. 2014 wurde sie zur entwicklungspolitischen Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion gewählt und fand damals klare Worte für das, was ihr wichtig ist: „Bekannte Missstände in Niedriglohnländern zeigen, dass wir uns weltweit für menschenwürdige Arbeit und bessere Arbeitsbedingungen einsetzen müssen.“

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Schon Jahre zuvor war sie in der Entwicklungspolitik aktiv, stellte unter anderem Menschenrechte in den Mittelpunkt ihrer Arbeit, „eine zentrale Aufgabe der deutschen Außenpolitik“, ist sie überzeugt. Seit 2016 ist sie Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe und zudem Mitglied im Auswärtigen Ausschuss.

Roman Niederberger sagt, es sei „unglaublich“, wie viele Krisenregionen Kofler schon besucht habe und dort bewusst mit Krieg, Not und Elend konfrontiert gewesen sei.

Kofler setzte sich außerdem jahrelang für verbindliche, gesetzliche Regelungen zur Stärkung von Menschenrechten entlang von Liefer- und Wertschöpfungsketten deutscher Unternehmen ein. Triumph für die gelernte Bankkauffrau: Ab 2023 kommt das Lieferkettengesetz, an dem Kofler mit weiteren Mitstreitern ihren Anteil hat. „Sie will mit ihrer Arbeit zeigen, dass Ausbeutung kein Geschäftskonzept ist“, kommentiert Niederberger.

Ein Posten als Bundesministerin ist kein 40-Stunden-Job, eher das Dreifache. Niederberger macht sich auch da keine Sorgen um Kofler, sollte es so kommen: „Sie ist eine resiliente Person, hat es sich nie leicht gemacht. Sie kriegt alles hin.“

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