Weltweit schnellster CT jetzt auch in Traunstein

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Machten sich für die Anschaffung des neuen Computertomopraphen stark: von links: Prof. Dr. Werner Moshage, Chefarzt der kardiologischen Abteilung und Dr. Wolfgang Weiß, Chefarzt der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie.

Traunstein - Das Klinikum Traunstein hat Ende Februar ein neues CT-Gerät in Betrieb genommen. Dieser Computertomopraph ist weltweit der schnellste.

Die radiologische Abteilung im Klinikum Traunstein konnte Ende Februar ein zweites CT in Betrieb nehmen. Mit wenigen Worten lässt sich das neue und zurzeit weltweit schnellste CT der Marke Siemens SOMATOM Definition Flash beschreiben: Blitzschnell, geringere Strahlendosis und gestochen scharfe Bilder.

„Wir freuen uns, als eine der ersten radiologischen Abteilungen, diese geradezu bahnbrechende Innovation in der medizinischen Diagnostik einsetzen zu können“, so Dr. Wolfgang Weiß, Chefarzt der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im Klinikum Traunstein. Bestmögliche Bildgebung mit höchstem Schutz für die Patienten zu kombinieren waren nur zwei Gründe sich für dieses CT im Klinikum zu entscheiden. „CT-Untersuchungen können wir für unsere Patienten jetzt schneller, qualitativ hochwertiger und weniger belastend durchführen“, so Dr. Weiß weiter. „Im Vergleich zum bestehenden CT-Gerät minimiert sich zum Beispiel die Zeit der Strahlenbelastung für eine Ganzkörperuntersuchung eines Patienten von knapp zwei Meter Größe von 25 auf knapp fünf Sekunden. Die komplette Darstellung aller Herzkranzgefäße - auch im 3 D-Modus - ist jetzt innerhalb eines Herzschlags möglich“, erläutert Dr. Weiß.

Die neue Technik des CT – eine Kombination von zwei Röntgenröhren, weltweit einzigartigen, je 128 Zeilen breiten Detektoren, ultraschnelle Tischgeschwindigkeit sowie eine ausgetüftelte Bildverarbeitungssoftware – macht es möglich in nur 70 Millisekunden ein schlagendes Herz bewegungsfrei abzubilden. „Somit ist unser CT schneller als ein halber Herzschlag und wir erhalten gestochenscharfe Bilder mit noch besserer diagnostischer Aussagekraft“, erklärt der Chefarzt der kardiologischen Abteilung Prof. Dr. Werner Moshage. „Wir können beispielsweise bei Herzuntersuchungen nun sogar auf die Verabreichung von Medikamenten wie z.B. Betablocker verzichten“. Die Kardiologische Abteilung wird ab Ende Mai ihre Herz-CT-Untersuchungen mit den neuen CT durchführen können.

Die neue Anlage ist mit allen neu verfügbaren Hard- und Softwaretools zur Reduktion der erforderlichen Strahlenexposition ausgestattet. Patienten sind durch die extrem kurzen Untersuchungszeiten beträchtlich weniger Röntgenstrahlen ausgesetzt. „Höchste Bildqualität und maximale diagnostische Aussagekraft bei minimaler Strahlenbelastung für unsere Patienten war der Hauptgrund für diese knapp 1,3 Millionen Euro teuere zukunftsträchtige Investition“, so Dr. Weiß weiter. Die Strahlenbelastung empfindlicher Bereiche wie der weiblichen Brust, der Augenlinsen oder der Gonaden kann bis zu 40 Prozent reduziert werden, ohne erkennbaren Verlust an Bildqualität. Bei der Herzuntersuchung reduziert sich die Strahlenbelastung sogar um bis zu 85 Prozent. Während die durchschnittliche effektive Dosis für ein Herz-CT mit landesweit üblicher Technik zwischen 8 und 20 Milli-Sievert (mSv) liegt, kann das neue CT mit weniger als 1 mSv auskommen. Zum Vergleich: Die natürliche jährliche Strahlung, der jeder Mensch in seiner Umgebung ausgesetzt ist, beträgt ein bis zwei mSv pro Jahr.

Auch der Untersuchungsablauf selbst wird durch das neue CT wesentlich erleichtert: Personen, die sich schwer tun, die Luft länger anzuhalten, aber auch Tumorpatienten, ältere Menschen, Patienten mit Angst und vor allem Kinder, können, ohne den Atem anhalten zu müssen, in Sekundenbruchteilen untersucht werden. So könnte gerade bei Kleinkindern in vielen Fällen auf eine medikamentöse Ruhigstellung bzw. eine Vollnarkose verzichtet werden. „Selbst bei unruhigen Patienten erhalten wir durch diese extrem kurzen Untersuchungszeiten gestochen scharfe Bilder“, merkt Dr. Weiß an.

Die Computertomographie ist das ideale Verfahren zur Untersuchung von Schwerst- und Mehrfachverletzten. Im überregionalen Traumazentrum Klinikum Traunstein mit eigenem Rettungshubschrauber und großer Unfallchirurgie wird die Behandlung und Diagnosestellung durch die neue Technik deutlich beschleunigt und vereinfacht.

Die extrem schnelle Bildaufnahme erlaubt nun auch eine rasche und komplette Darstellung der Durchblutung des Gehirns bei Schlaganfallpatienten. Dadurch können wertvolle Minuten bis zur richtigen Therapieeinleitung gewonnen werden („Time is Brain“). Bei Hirnblutungen kann die Blutungslokalisation schneller und genauer erfolgen.

„Bei der Anschaffung und der der Ausstattung des neuen Raumes für unser zweites CT haben wir auf hohe Betriebssicherheit, Energieeffizienz und guten Komfort für Patienten und Mitarbeiter geachtet“, so der Chefarzt. „So kommt bei uns auch erstmalig eine LED-Beleuchtungstechnik zum Einsatz.“

Pressemitteilung Klinikum Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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