Abschied nach 35 Jahren

Wechsel im Bildungszentrum Traunstein: Auf Max Stadler folgt Franz Ertl

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Wechsel an der Spitze des Bildungszentrums. Von links: Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dieter Vierlbeck, Berchtesgadens Landrat Georg Grabner, der scheidende Leiter des Bildungszentrums Max Stadler, sein Nachfolger Franz Ertl, Traunsteins Landrat Siegfried Walch und Kreishandwerksmeister Gerhard Kotter.

Traunstein - Über drei Jahrzehnte hat Max Stadler die Geschicke des Bildungszentrums geprägt. Sein Nachfolger Franz Ertl setzt auf Kontinuität mit Akzent auf Digitalisierung:

Wechsel in der Leitung des Bildungszentrums der Handwerkskammer für München und Oberbayern in Traunstein: Auf den Jahrzehnte langen Leiter Max Stadler folgt Franz Ertl, der bisher schon als Regionalleiter in der Handwerkskammer vor Ort tätig war. Am Dienstag Abend fand mit großer Beteiligung von Vertretern aus den Handwerker-Innungen, der Landes- und Kommunalpolitik, Banken, Behörden und Verbänden die Abschiedsfeier für den beliebten Leiter und seinen Nachfolger statt.

Traunsteins Landrat Siegfried Walch betonte – auch im Namen des Berchtesgadener Landrats Georg Grabner der es sich trotz seines 67. Geburtstag nicht nehmen ließ bei der Verabschiedung dabei zu sein – „die berufliche Bildung und der Landkreis gehenHand in Hand.“ Er würdigte die Zusammenarbeit mit dem scheidenden Leiter: „Der Aufbau des Bildungszentrums ist mit ihnen unglaublich eng verbunden. Gott sei Dank bleiben sie zur Begleitung weiterer Zukunftsprojekte mit an Bord.“ Und auch über die Entscheidung für Ertl als künftigen Leiter fand er lobende Worte: „Sie haben eine gute Entscheidung getroffen.“ Er betonte, dass man weiter eng zusammen arbeiten wolle. Sei das Handwerk doch nicht nur von Tradition geprägt sondern weise gute Zukunftsperspektiven auf. Das Bildungszentrum sei auch künftig für die duale Ausbildung von enormer Bedeutung, eine enge Verzahnung mit der vor einer großen Modernisierung inklusive eines möglichen Neubaus stehenden gewerblichen Berufsschule und den Behörden sei wichtig.

1980 startete Stadler im Bildungszentrum

Kreishandwerksmeister Gerhard Kotter dankte dem scheidenden Leiter Stadler für die gute Zusammenarbeit und sein stets offenes Ohr für die Belange und Wünsche der Handwerker und Innungen. „Sie haben wie ein Handwerksmeister gedacht und haben sich in die Lage der Betriebe versetzen können.“ Er bescheinigte ihm einenunermüdlichen Einsatz für die jungen Lehrlinge und Schüler. Die Zusammenarbeit sei stets vertrauensvoll gewesen.

Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dieter Vierlbeck war voll des Lobes über den scheidenden Leiter: „Er hat mir viele Jahre gezeigt, wie man es richtig macht.“ Anfang der 1980er Jahre hatte sich Stadler mit technischer und kaufmännischer Qualifikation gleichermaßen auf die Anzeige für das Traunsteiner Bildungszentrum beworben. Letztlich habe man dem 31-jährigen vertraut, der dieses Vertrauen auch gerechtfertigt habe. Im Bildungszentrum habe er auf Basis des 1969 beschlossenen Berufsbildungsgesetzes, das letztlich die Basis für die außerbetriebliche Ausbildung war, mit einem von ihm geformten „tollen Team“ die Arbeit geleitet. Viele Projekte habe er vorangetrieben, wie beispielsweise die Elektromobilität, die Zusammenführung von Bildung und Beratung oder auch das Angebot „Kaufleute für Büromanagement“, in dem Spitzensportlern eine fundierte Ausbildung für die Zeit nach dem Sport ermöglicht wird. Ganz wolle man ihn jetzt nicht in den Ruhestand entlassen: „Wir brauchen die Expertise von ihnen auch in der Zukunft“ betonte er, beispielsweise auf ein Projekt im Kosovo blickend, bei dem Stadlers Mitarbeit unerlässlich sei.

Vierlbeck legte das Augenmerk auf die Herausforderung der Digitalisierung und fand damit auch den Bogen zum künftigen Leiter: „Franz Ertl lebt dafür, diese Zukunft zu begleiten und bringt Fachkompetenz mit.“ Man wolle gemeinsam die Weichen stellen. Für Stadler hatte er ein kräftiges „Dankeschön – auch für die beharrliche Zielstrebigkeit“ übrig, für Ertl ein „Glückwunsch für die Zukunft.“

Über drei Jahrzehnte prägende Person im Bildungszentrum

Der scheidende Leiter Stadler sagte in seiner Rede, er sei seit 35 Jahren in der Leitung des Bildungszentrums der Handwerkskammer tätig. Die Einrichtung musste etabliert werden. Er konnte dabei auf Unterstützung aus den Berufsschulen und der Kommunalpolitik bauen und habe dazu einige „großartige Unterstützer“ gehabt. Er habe es als Herausforderung verstanden, „das Haus mit Leben zu füllen und die Gebäude auf dem technisch neuesten Stand zu halten.“ Mitte des vergangenen Jahrzehntes begleitete er eine großes Umbaumaßnahme des Hauses. Er können sich nichts schöneres vorstellen, als hier zu arbeiten. Deshalb sei er auch so lange an seinem Stuhl „kleben geblieben“ sagte er ironisch. Den vorrangigen Aufgaben der letzten Zeit, der Nachwuchsgewinnung und der Digitalisierung habe er sich gestellt. Gerne hätte er auch ein modernisiertes Bildungszentrum seinem Nachfolger übergeben. Letzteres sei ihm nicht geglückt.

Ertl setzt auf Kontinuität mit eigenen Akzenten

Es verblieb dem neuen Leiter der Handwerkseinrichtung die Schlussworte zu sprechen. Ertl, der seit dem Jahr 2000 bei der Handwerkskammer tätig ist, dankte seinem Vorgänger: „Sie haben mir ein gut geführtes Haus mit einem guten Mitarbeiterstamm übergeben.“ Man stehe in der Handwerksausbildung mit den Themen Digitalisierung, Datenschutz und Robotertechnik vor großen Herausforderungen, die man „anpacken und handwerksgerecht“ vermitteln wolle. Er wolle die gute Zusammenarbeit mit den Berufsschulen weiter ausbauen. Aufgrund zunehmend beengter Verhältnisse sei man auf der Suche nach entsprechenden Erweiterungsmöglichkeiten.

Einzelne Handwerksrichtungen oder mit Stadler besonders verbundene Personen aber auch seine Mitarbeiter hatten das eine oder andere Geschenk für ihn parat: So wie die Schreinerinnungen der beiden Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land, die ihm einen selbstgefertigten Liegestuhl für den künftigen (Un)-Ruhestand überreichten.

awi

Quelle: chiemgau24.de

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