Unfall 2015 mit zwei Toten an Landkreisgrenze TS/MÜ

Warum starb Biker Dennis? Vor Gericht liegen Nerven blank

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Die Beklebung dieses Jeeps macht die Unzufriedenheit in Dennis' Umfeld deutlich: Die Staatsanwaltschaft konnte die Unfallursache nicht ermitteln - wird man, drei Jahre danach, vor Gericht nun schlauer?
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Traunstein/Taufkirchen/Gars - Zwei Motorradfahrer mussten bei einem Frontal-Crash 2015 zwischen Taufkirchen und Peterskirchen ihr Leben lassen. Kann jetzt vor Gericht die Schuldfrage geklärt werden?

"Ich will doch nur wissen, wie der Unfall gelaufen ist. Langsam zweifle ich", sagte Dennis' Vater aus Gars und wollte nur noch hinaus aus dem Gerichtssaal. Nach gut einer Stunde Verhandlung vor dem Traunsteiner Landgericht fehlte ihm am Donnerstag die Geduld. Ein Großteil der zahlreichen Zuschauer im Gericht folgte ihm. Im August 2015 war es, als der 18-Jährige mit einem 57-Jährigen zwischen Taufkirchen und Peterskirchen nahe der Landkreisgrenze auf seinem Motorrad zusammenstieß. Beide starben, eine 18-jährige Sozia des Garsers überlebte schwer verletzt. 

Die Anteilnahme war riesig. 

Kann Gericht wirklich mehr herausfinden als Staatsanwaltschaft?

Nachdem in den vergangenen Jahren auch die Staatsanwaltschaft die Unfallursache nicht ermitteln konnte, stand man nun also vor Gericht. Kläger sind die Eltern von Dennis, Beklagte ist die Frau des verstorbenen 57-jährigen Motorradfahrers. Es geht um Schadenersatz und Schmerzensgeld, doch in erster Linie wollen die Eltern nun Klarheit, wie es zu dem Unfall kam, der ihr Leben veränderte

In dieser langgezogenen Kurve stießen die beiden Motorradfahrer etwa in der Fahrbahnmitte zusammen. 

Davon war man am Freitag in Traunstein aber weit entfernt: Eine Blutentnahme wurde beim 57-Jährigen nicht gemacht, weil er noch am Unfallort verstarb. "Es besteht der Verdacht, dass einseitig ermittelt wurde", so Klägeranwalt Eberhard Bubb. "Vielleicht war er ja besoffen", rief während der Verhandlung einer der Zuschauer - Richter Stefan Barthel drohte ihm den Rauswurf und ein Ordnungsgeld an. Allerdings: Hinweise auf eine Alkoholisierung des 57-Jährigen gibt es nicht. 

Neuer Unfallgutachter könnte zugezogen werden

"Es war nur ein Trümmerfeld von zwei Motorrädern", berichtete der einzige Zeuge am Donnerstag, ein Polizist. Den Rettungskräften wurde erlaubt, die Motorräder etwas zu verschieben, weil es für deren Arbeit notwendig war. "Aus dem Helm des 57-Jährigen floss schon das Blut. Wir wussten gleich, dass da wohl leider nicht mehr viel zu machen sein wird", so der Polizist. 

Schlimmer Motorradunfall an der Landkreisgrenze

Wie geht es weiter in diesem tragischen und gleichzeitig komplizierten Fall? Das Gericht schlug vor, einen öffentlich bestellten Unfallgutachter einzuschalten. Die Klägerseite um Anwalt Bubb und Dennis' Eltern will sich zu diesem Vorschlag nur schriftlich, binnen der nächsten zwei Wochen äußern. Wann der Prozess fortgesetzt wird, steht noch nicht fest. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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