Wohnbaugenossenschaft wehrt sich gegen Vorwürfe nach Mitgliederversammlung

Keine Presse, keine Diskussionen - keine Wahl-Manipulationen? 

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Traunstein - Hat ein Vorstandsmitglied bei der Wahl auf der Mitgliederversammlung am Freitag eingegriffen? Der Vorsitzende der Wohnbaugenossenschaft sieht sich jetzt gezwungen, zu reagieren. 

Als es in der Mitgliederversammlung um die Entlassung des Vorstandes ging, soll sich ein Vorstandsmitglied durch die Reihen bewegt haben und vor allem älteren Mitgliedern gezeigt haben, wo das Kreuz am besten zu setzen ist: "Ich habe meine Kreuze dorthin gemacht, wie es der Herr Vorstand gesagt hat", so eine 76-jährige Mieterin gegenüber dem Trostberger Tagblatt. 

"Nur eine Hilfestellung"

"Das war eine Hilfestellung, aber keine Manipulation", wehrt sich nun Vorstandsvorsitzender Uwe Wieteck gegenüber chiemgau24.de: "Kein Vorstand oder Aufsichtsrat hat Mitglieder bei der Stimmabgabe manipuliert. Wenn Mitglieder gefragt haben, was sie machen sollen, ist ihnen gesagt worden: 'Wenn Sie den Vorstand entlassen möchten, dann kreuzen Sie 'Ja' an, wenn Sie möchten, dass der Vorstand weiter arbeitet, dann kreuzen Sie 'Nein' an'."

Keine Presse, keine Diskussionen

Die Mitgliederversammlung am Freitag in der Berufsschul-Aula hatte es ohnehin in sich: Die Schlange der Wartenden reichte bis ins Freie, mit 45 Minuten Verspätung wurde begonnen. 199 Stimmberechtigte fanden sich ein - sonst waren es immer um die 35. Noch ein Novum: Die Presse war nicht eingeladen. "Der Vorstand hat sich dagegen entschieden", so Aufsichtsratschef Hans Pagatsch am Freitagabend gegenüber chiemgau24.de - auch wir wurden hinausgeschickt.

Einen Beigeschmack hatte auch, dass laut Trostberger Tagblatt auf der Mitgliederversammlung keine Zeit für Diskussionen gelassen wurde: Wegen dem späteren Beginn sei der Tagesordnungspunkt "Wünsche und Anträge" gestrichen worden. Bei vielen Mietern und Genossenschaftsmitgliedern brodelt es: alte Sozialwohnungen lasse man verrotten, die Geschäftsführer wechseln häufig, von einer Kündigungswelle ist die Rede. 

Protestplakate wie diese wurden von Mietern bereits aufgehängt.

Abwahl des Vorstandes scheiterte an 75-Prozent-Hürde

Den Vorstand abzuwählen gelang nicht: In der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Anschluss wurde dies von Teilen der Wohnbaugenossenschaft versucht. Bei keinem Vorstand wurden die 75 Prozent erreicht, um ihn wieder aus dem Amt zu jagen. Der Hintergrund für das hohe Quorum laut Wieteck: So soll bei Genossenschaften allgemein eine all zu leichte Übernahme verhindert werden. 

Der Vorstand rund um den Vorsitzenden Uwe Wieteck bleibt also auch nach der Mitgliederversammlung am Freitag im Amt. Neu in den Vorstand wurde Claudia Hackl gewählt. Als Aufsichtsratsvorsitzender wurde Hans Pagatsch wiedergewählt. Neu an seiner Seite ist Georg Aigner.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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