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Sieben Mal die 1,0 im Zeugnis

Von der Freiheit und der Verantwortung: Chiemgau-Gymnasium freut sich mit seinen Abiturienten

Schulleiter Markus Gnad (hinten links) freut sich mit den 1,0-Absolventen: (von links) Florian Scherl, Johanna Höglauer, Vincent Mc Loughlin, Selma Lang, Luis Dietersberger, Anastasia Fraitzl und Severin Bächle. Bei der Abi-Feier fehlte Florian Scherl.
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Schulleiter Markus Gnad (hinten links) freut sich mit den 1,0-Absolventen: (von links) Florian Scherl, Johanna Höglauer, Vincent Mc Loughlin, Selma Lang, Luis Dietersberger, Anastasia Fraitzl und Severin Bächle. Bei der Abi-Feier fehlte Florian Scherl.

„Ihr habt es geschafft, ihr habt die Abi Prüfung 2022 erfolgreich bestanden“. Mit diesen Worten begrüßte Oberstufenkoordinator Stefan Ruß die 119 Abiturienten des Chiemgau-Gymnasiums, ihre Eltern und geladene Gäste in der Schulaula zur feierlichen Verleihung der Abiturzeugnisse.

Von Monika Konnert

Traunstein – Sieben Schüler haben die Traumnote 1,0 erreicht. Severin Bächle, Luis Dietersberger, Anastasia Fraitzl, Johanna Höglauer, Selma Lang, Vincent Mc Loughlin und Florian Scherl können sich über diesen herausragenden Abschluss freuen. Gut ein Fünftel der 119 Abiturienten des Chiemgau-Gymnasiums haben einen Notendurchschnitt unter 1,5 in ihrem Abi-Zeugnis stehen. Das sind Ergebnisse, die sich sehen lassen können und über die sich bei der Zeugnisverleihung Schüler, Eltern und Lehrer gleichermaßen gefreut haben.

Vorfreude auf das Unbekannte

„Wir entlassen euch hier und heute in die Freiheit“ wandte sich Schulleiter Markus Gnad an seine nun ehemaligen , für die jetzt ein neuer Lebensabschnitt beginnt. „Genießt dieses erhebende Gefühl der Unabhängigkeit, diese Vorfreude und Spannung aufs Neue, Unbekannte“. Freiheit bedeutet auch Verantwortung und so appellierte Gnad eindringlich an die Abiturienten, die Demokratie und Menschenwürde zu verteidigen, sich aus seriösen Quellen zu informieren, sich gesellschaftlich zu engagieren und für andere Vorbilder zu sein.

Bezugnehmend auf das Buch des Verhaltensökonomen Armin Falk „Mehr Kant wagen“, erörterte Gnad die Notwendigkeit, dass jeder Einzelne sich unabhängig vom mehrheitlichen Verhalten seiner Umwelt bewusst selbst für oder gegen eine Sache entscheiden müsse.

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Seitens des Elternbeirates teilten sich der Vorsitzende Sebastian Ring und seine Stellvertreterin Caroline Sattelberger die Grußworte. „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere“, meinte Ring. Für die Abiturientinnen habe sich die Schultür geschlossen, es gelte nun aus der neu geöffneten Tür etwas zu machen. Cornelia Sattelberger, selbst Mutter eines Abiturienten, schilderte aus eigener Erfahrung die Veränderungen, die die Schüler von der Unterstufe bis zum Abitur durchlaufen haben, sei es im äußeren Erscheinungsbild, im Lernverhalten, im Umgang mit Dritten, vor allem auch mit den Eltern, in der Reisetätigkeit oder im Umgang mit den digitalen Medien. Den Lehrern dankten Ring und Sattelberger, dass sie die Schüler „gefördert und gefordert“ und jeweils dort abgeholt hätten, wo sie in ihrer Entwicklung gerade waren. Den guten Wünschen schloss sich auch Lorenz Fakler als Vorsitzender des Fördervereins an. Er hoffe, dass die Schüler im Chiemgau-Gymnasium Wurzeln geschlagen hätten und später als Mitglieder des Fördervereins „ihre“ Schule nicht vergessen würden.

Schulzeit Revue passieren lassen

Die Abiturienten Ali El Dirani und Michael Müggenburg ließen die gemeinsame Zeit am Chiemgau-Gymnasium ab der 5. Klasse in einer heiteren Rede nochmal kurz Revue passieren und sparten auch nicht mit konstruktiver Kritik, dort wo ihnen Konzepte („die teilweise ein Mysterium sind“) oder Vorgehensweisen verbesserungswürdig erschienen. So sei beispielsweise das Tutorenkonzept in der Unterstufe gut gemeint gewesen, nur seien dort „planlose Jugendliche mit planlosen Kindern aufeinandergetroffen“. Die Technik in der Schule müsse verbessert werden, Beratung durch einen Experten wäre notwendig. Das Abi sei nach stressiger Vorbereitung „echt in Ordnung“, so ihr Urteil. Mit der Notenbekanntgabe sei große Erleichterung eingetreten. Im Namen aller Abiturienten bedankten sich die beiden Jahrgangsvertreter bei den Eltern und Lehrern und dem Personal der Schule für jede Art der Hilfe und Unterstützung.

Bewegende Schweigeminute

Einen Moment tiefer Trauer erlebten die Teilnehmer als fünf ehemalige Mitschüler mit bewegenden Worten und einer Schweigeminute ihres tödlich verunglückten Mitschülers Moritz Bernauer gedachten. „Wir sind unendlich dankbar, dass wir dich kennenlernen durften“, so ihre Abschiedsworte.

Die musikalische Begleitung der Feier hatte die Combo Big Band des CHG-Gymnasiums mit übernommen mit Viktoria Baderhuber, Hannah Fellner, Sebastian Gersmeier, Christoph Gruber, Felix Sander, Paul Sattler, Felix Sattelberger, Jakob Schroll. Julia Schuster spielte auf der Geige begleitet von Studienrätin Christian Veit.

Besondere Ehrungen

Luis Dietersberger erhielt für seine hervorragenden Leistungen im Fach Mathematik den Abiturpreis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung. Der Buchpreis der Deutschen physikalischen Gesellschaft ging an Florian Eckstein für herausragende Arbeiten im Fach Physik. Eckstein erhielt auch den Seminararbeitspreis in Physik. Eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft bei der physikalischen Gesellschaft gab es zudem für Anastasia Fraitzl, Sebastian Gersmeier, Viviana Gneuß und Jakob Schroll. Der Abiturpreis des Spektrum-Verlages ging an Severin Bächle, während Nicole Hofmann für besondere Leistungen im Fach Biologie von der Stiftung „Natur Mensch Kultur“ mit dem Bio-Zukunfts-Preis 2022 ausgezeichnet wurde. Vincent McLoughlin konnte sich über den Abiturpreis des Vereins für Sozialpolitik im Fach Wirtschaft und Recht freuen. Den selben Preis erhielt auch Florian Scherl für herausragenden Leistungen im P-Seminar Wirtschaft und Recht. Zusätzlich erhielt Scherl den Abiturpreis für Informatik der Gesellschaft für Informatik.

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