Beschwerden von Anwohnern, Verwirrung im Stadtrat

Pfeift der Ruhpoldinger Zug jetzt wirklich noch lauter und länger?

  • schließen

Traunstein/Ruhpolding - "Man hört's schon in Traunstein, wenn er in Siegsdorf pfeift": Jede Menge Beschwerden sollen bei der Bahn eingegangen sein - pfeift der Ruhpoldinger Zug wirklich lauter als früher?

"Der Ruhpoldinger Zug pfeift plötzlich extrem laut und lang", bemerkte Ernst Haider in der jüngsten Traunsteiner Stadtratssitzung. An die 100 Beschwerden sollen bei der Südostbayernbahn laut Haider schon eingegangen sein. Kurios: Angeblich hätten sich zuvor Bürger bei der Bahn beschwert, dass der Zug wiederum zu leise pfeife, erst dadurch hätte die Bahn mit dem lauteren Warnton reagiert. Und jetzt also zu laut und zu lang?

Lautstärke immer gleich, aber: Es wird tatsächlich länger gepfiffen

Natürlich, auch für die Warntöne der Regionalzüge gibt es regeln: In der "Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung" ist festgeschrieben, dass vor ungesicherten Bahnübergängen ein Warnton abgegeben werden muss - mindestens 110 Dezibel laut und mindestens drei Sekunden lang. "Die Lautstärke ist bauartbedingt und kann vom Lokführer nicht variiert werden", so ein Sprecher der Deutschen Bahn gegenüber chiemgau24.de. Heißt: Lauter ist der Ruhpoldinger Zug also schon mal nicht geworden.

Aber: Der Zug pfeift tatsächlich länger! "Es gab Beschwerden, dass früher zu kurz gepfiffen wurde. Wir haben das dann überprüft und die Lokführer angehalten, die Regel einzuhalten, dass wieder mindestens drei Sekunden lang gepfiffen werden soll", bestätigt uns ein Bahnsprecher. Die Zahl der 100 Beschwerden will die Bahn aber nicht bestätigen. Er erinnert in dem Zusammenhang an tragische Unglücke zwischen Autos und Bahn, wie jüngst im Kreis Weilheim-Schongau. Traunsteins Stadtrat Haider berichtete gar, dass zum Teil sieben Sekunden lang gepfiffen werde.

"Von Seiten der Stadt werden wir uns da nicht einmischen. Von uns ging es jedenfalls nicht aus, dass der Zug jetzt wieder länger pfeift", antwortete Ordnungsamtsleiter Manfred Bulka auf die Anfrage von Ernst Haider: "Die Bürger sollten sich selbst an die Bahn wenden." Aber vielleicht reicht ja auch die Berichterstattung als Wink mit dem Zaunpfahl an die Lokführer zwischen Ruhpolding und Traunstein, es mit der Dauer des Warntones nicht zu übertreiben. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © pa/obs

Zurück zur Übersicht: Traunstein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser