Bergenerin lernte ihn im Internet kennen *Video*

Manuela K. getötet: Verdächtiger, Leichenfundort und Vorgeschichte jetzt bekannt

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Bei der Pressekonferenz am Mittwoch in Traunstein wurden die Details zur Tötung der vermissten Bergenerin Manuela K. bekannt. Von links: Staatsanwalt Markus Andrä, Oberstaatsanwalt Volker Ziegler, Kriminaldirektor und Leiter der "Soko Manuela" Hans-Peter Butz.

Traunstein/Bergen - Ein mysteriöses Verschwinden, große Suchaktionen, doch jetzt fand die Polizei ihre Leiche: Manuela K. aus Bergen wurde getötet, tatverdächtig ist ein Traunsteiner. Was zu dem Fall schon alles bekannt ist:

"Wir haben die Leiche von Manuela K. am Sonntag gefunden und es war zweifelsfrei ein Gewaltdelikt", so das erschütternde Fazit von Hans-Peter Butz von der Kripo Traunstein. Der rätselhafte Vermisstenfall um die 59-jährige Bergenerin scheint nun gelöst. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf einer Pressekonferenz bekanntgaben konnte auch ein Tatverdächtiger festgenommen werden: Es ist ein 60-jähriger Traunsteiner, der zuletzt in Oberösterreich wohnte.


Tatverdächtiger sagte der Polizei, dass Leiche bei Siegsdorf liegt

Die beiden lernten sich auf einem Dating-Portal im Internet kennen, der Traunsteiner besuchte die Frau auch zuhause. Wie genau es dann zur Tötung der 59-Jährigen kam, steht noch nicht fest. Oberstaatsanwalt Volker Ziegler geht aber von einer "stumpfen Gewalteinwirkung" aus. Die Frau könnte also durch Schläge oder Hiebe getötet worden sein. Seit 8. Januar war Manuela K. spurlos verschwunden, auch die Öffentlichkeit wurde von der Polizei eingeschaltet.


Seit Anfang Januar galt Manuela K. aus Bergen als verschwunden. Dass dann plötzlich ihr Auto demoliert im Traunsteiner Ortsteil Haidforst auftauchte, machte den Fall noch rätselhafter. Der mutmaßliche Tatverdächtige soll das Auto in der Nacht auf 10. Januar gefahren und damit einen Unfall gebaut haben. 

"Die Leiche wurde in einem Waldstück im Gemeindegebiet von Siegsdorf gefunden", teilte Staatsanwalt Markus Andrä mit. Laut BR soll es sich um ein Waldstück bei Knappenfeld handeln. Den entscheidenden Hinweis gab der Verdächtige selbst. Am Samstag wurde er in Freilassing festgenommen und leugnete die Tat zuerst. Nach einem Gespräch mit seinem Anwalt zeigte er den Beamten aber die Stelle im Wald, wo die Leiche von Manuela K. lag. 

Traunsteiner (60) soll Manuela K. aus Habgier getötet haben

Beim Tatverdächtigen handelt es sich um einen 60-Jährigen, geboren und aufgewachsen in Traunstein. "Schon ab 1974 kam er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt, es ging aber vor allem um Eigentums- und Vermögensdelikte", so Hans-Peter Butz. Seinen letzten Wohnsitz hatte er in Oberösterreich, auch dort wurde er straffällig und verbüßte mehrjährige Haftstrafen. 2013 wurde er zuletzt aus dem Gefängnis entlassen. 

In einem Waldstück bei Knappenfeld (Gemeinde Siegsdorf) soll die Leiche nach Angaben des BR gefunden worden sein. 

Die Leiche wurde bereits identifiziert und obduziert. "Über die genaue Todesursache und den genauen Todeszeitpunkt gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse", so Staatsanwalt Andrä. Das Motiv sei von finanzieller Natur, Mordmerkmal: Tötung aus Habgier.

So kam die Polizei dem Täter auf die Spur

Der Fall wies Ungereimtheiten auf. Die Wohnung von Manuela K. wurde aufgeräumt vorgefunden, aber im Tresor fehlte eine große Menge Bargeld. Auch ihr Auto und ihre Matratze waren weg. Das Auto wurde demoliert am 30. Januar im Traunsteiner Stadtteil Haidforst gefunden, Blutspuren wurden darin gefunden. Ab dem 3. Februar konnte die Polizei dann ein tödliches Gewaltdelikt nicht mehr ausschließen. Gut drei Wochen war die 59-Jährige da schon verschwunden.

Fotos: Vermisstensuche nach Manuela Kramer aus Bergen

Fotos: Vermisstensuche nach Frau - Polizei durchforstet Bergener Moos
Fotos: Vermisstensuche nach Frau - Polizei durchforstet Bergener Moos © xe
Fotos: Vermisstensuche nach Frau - Polizei durchforstet Bergener Moos
Fotos: Vermisstensuche nach Frau - Polizei durchforstet Bergener Moos © xe
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Fotos: Vermisstensuche nach Frau - Polizei durchforstet Bergener Moos © xe

Seit Anfang Februar durchquerten immer wieder Suchtrupps der Polizei die Region. In Traunstein, bei Bergen und Surberg hielten die Beamten Ausschau. Vor allem Wald- und Moorgebiete wurden unter die Lupe genommen. Am 14. Februar dann eine weitere Entdeckung: Am Ufer des Waginger Sees wurde die fehlende Matratze von Manuela K. gefunden.

Videoüberwachung am Traunsteiner Bahnhof half mit

Jetzt geht die Polizei davon aus, dass der tatverdächtige Traunsteiner in der Nacht auf 10. Januar den Wagen gesteuert hat und in eine Warnbarke krachte. Daher die deutlich sichtbaren Beschädigungen auf der Beifahrerseite des Autos, das in Haidforst abgestellt wurde. Als der Verdächtige bereits ins Visier der Ermittler geriet wurde auch die Videoüberwachung aus der Bahnhofsunterführung in Traunstein ausgewertet. Am 10. Januar wurde der 60-Jährige dort aufgenommen. Auch das passte für die Polizei zusammen.

Polizeieinsatz im Bereich Waging am See 

 © FDL/Lamminger
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Noch sind nicht alle spuren gesichert und nicht alle Fragen, wie die zum Todeszeitpunkt, geklärt. Und auch wenn es nun eindeutig einen Tatverdächtigen gibt betonte Oberstaatsanwalt Ziegler bei der Pressekonferenz wiederholt: "Für uns gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung."

Unser Live-Ticker von der Pressekonferenz zum Nachlesen.

Update 11.40 Uhr

Markus Andrä (Staatsanwalt als Gruppenleiter)

"Zuerst leugnete der Beschuldigte die Tat, bei der Haftbefehlseröffnung machte er noch keine Angaben. Nach einem Gespräch mit seinem Anwalt zeigte er den Beamten aber den Ort, an dem die Leiche lag. Es handelt sich um ein Waldstück im Gemeindegebiet von Siegsdorf. 

Die Spurensicherung ist noch nicht abgeschlossen, aber am Montag wurde die Leiche obduziert. Über die genaue Todesursache und den genauen Todeszeitpunkt gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse."

Die Pressekonferenz ist beendet, im Anschluss finden Sie hier einen umfassenden Artikel zur Aufklärung des Falls Monika K.

Update 11.35 Uhr

Hans-Peter Butz (Kriminalpolizei)

"Der Tatverdächtige ist ein 60-jähriger Deutscher, der in Traunstein geboren und aufgewachsen ist. Schon ab 1974 kam er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt, es ging aber vor allem um Eigentums- und Vermögensdelikte. Seinen letzten Wohnsitz hatte er in Oberösterreich. Auch in Österreich wurde er bereits straffällig und verbüßte mehrere Freiheitsstrafen mit jeweils mehreren Jahren. 2013 wurde er zuletzt aus dem Gefängnis entlassen."

Update 11.30 Uhr

Volker Ziegler (Oberstaatsanwalt)

"Wir konnten den Tatverdächtigen am Samstag in Freilassing festnehmen. Es gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung. Er hatte Manuela K. über ein Dating-Portal im Internet kennengelernt und sie in ihrer Wohnung besucht. Wir gehen von einer stumpfen Gewalteinwirkung aus. Der Leichnam wurde in ein Waldstück bei Siegsdorf gebracht."

Update 11.10 Uhr

Hans-Peter Butz (Kriminalpolizei)

"Wir haben die Leiche von Manuela K. am Sonntag gefunden, es war zweifelsfrei ein Gewaltdelikt. Am Samstag konnten wir einen Tatverdächtigen festnehmen. In den letzten Wochen mussten wir ein Puzzle zusammensetzen, das erst jetzt ein rundes Bild ergeben hat. Nachdem eine Freundin von Manuela K. im Januar eine Vermisstenanzeige aufgab haben wir Zeugen befragt - unter anderem wurde auch ein Oberösterreicher befragt.

Der Fall wies Ungereimtheiten auf. Ihre Wohnung war aufgeräumt, aber der Mülleimer war auffälligerweise voll. Aus ihrem Tresor fehlte ein Geldbetrag, auch Auto und Matratze waren weg. Bei Traunstein, Bergen und am Tüttensee bei Grabenstätt haben wir nach ihr gesucht. Ab 3. Februar konnten wir ein tödliches Gewaltdelikt nicht mehr ausschließen, darum wurde bei der Kripo Traunstein die "Soko Manuela" gegründet. Auch in ihrem Auto wurden dann Blutspuren festgestellt. Am 14. Februar wurde die Matratze dann am Ufer des Waginger Sees gefunden. Dann erging Haftbefehl."

Vorbericht

Ab 11 Uhr wird sich die Traunsteiner Polizei in einer Pressekonferenz zur Tötung von Manuela K. äußern. Seit 8. Januar wurde die Bergenerin vermisst, immer wieder schickte die Polizei Suchtrupps bei Bergen, Traunstein, Surberg und Waging los - vergeblich. Am Dienstag, 10. März, bestätigte sich dann: Manuela K. wurde getötet. 

Ein dringend Tatverdächtiger wurde bereits in Untersuchungshaft genommen, ansonsten ist noch nicht viel bekannt über die Umstände ihres Todes. Fix ist, dass die Polizei von einem Gewaltverbrechen ausgeht. Bei der Pressekonferenz wird sich nicht nur Kriminalpolizist Hans-Peter Butz, Leiter der "Soko Manuela" äußern, sondern auch Volker Ziegler und Markus Andrä, Vertreter der Staatsanwaltschaft. 

chiemgau24.de wird im Live-Ticker etwa ab 11 Uhr von der Pressekonferenz berichten.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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