Wasserburger vergewaltigte auch seine erste Ehefrau

Frau beim Sex-Chat erwischt und vergewaltigt: Jahrelange Haft

  • schließen

Wasserburg/Traunstein - Er zerschnitt ihre Klamotten und vergewaltigte seine Frau mit dem Messer in der Hand: Ein 49-jähriger Wasserburger wurde deshalb nun bereits zum zweiten Mal verurteilt.

Update 13.30 Uhr: Das Urteil 

Das Urteil ist gefallen: Der 49-jährige Mann aus Wasserburg muss für sieben Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Traunstein sieht ihn schuldig der Vergewaltigung mit Waffen und der gefährlichen Körperverletzung. Der Anklagepunkt der Drohung wurde fallengelassen. Die Staatsanwältin forderte für den Wiederholungstäter sogar neun Jahre Haft, Anwalt Baumgärtl plädierte auf sechs Jahre und sechs Monate. 

Am 11. Oktober 2017 forderte der Wasserburger mit dem Messer in der Hand von seiner Ehefrau Oralsex. Die beiden lebten damals zwar noch in der gleichen Wohnung, waren aber kein Paar mehr. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen setzte er ein Taschenmesser an den Mundwinkel der Frau an und schlug mit der flachen Hand, der Faust und dem Messergriff in ihr Gesicht. Der 49-Jährige drang nicht nur oral in die Geschädigte ein, sondern mit den Fingern auch vaginal

Der Wasserburger lernte das aus Südafrika stammende Au-Pair-Mädchen 2009 übers Internet kennen. Man heiratete, doch über die Jahre ging die Ehe in die Brüche: Als der Wasserburger sein späteres Opfer am Tag zuvor beim Sex-Chat mit einem Bekannten beobachtete, entschloss er sich zur Tat - "das hat mich entsetzt, wo ich das gesehen habe". Nach eigenen Angaben sah er zu, wie sie sich vor dem Laptop für einen anderen auszog.

Der Mann wurde wegen eines ganz ähnlichen Delikts bereits 2006 in Traunstein verurteilt: Seine vorhergehende Ehefrau wurde ebenfalls Opfer einer Vergewaltigung, während der er ihr mit einem Messer drohte. Über vier Jahre Haft bekam er bereits damals vom Gericht aufgebrummt. 

Update 12.30 Uhr: Angeklagter gesteht die Vergewaltigung

Nun muss sich der 49-jährige Wasserburger selbst zur Tat äußern - und er ist geständig: Über seinen Anwalt Harald Baumgärtl räumt er die Tat ein. "Auch, dass dabei ein Messer im Spiel war, gibt er zu", so der Verteidiger. "Haben Sie das Messer an den Mund ihrer Ex-Frau angesetzt?", fragt die Nebenklage nach - "Ja", gesteht der Angeklagt. 

Der Hintergrund war wohl Eifersucht: Der Angeklagte habe seine Ex-Frau am Tag davor beobachtet, wie sie sich beim Video-Chat mit einem Bekannten vor dem Laptop auszog und sich berührte. "Es hat mich einfach entsetzt, wo ich das gesehen habe", so der Wasserburger: "Ich wollte sie an unsere Heirat erinnern und daran, dass man sich dann nicht vor anderen auszieht." Er habe sie angefleht, zu ihm zurückzukommen. 

Die Schläge mit der flachen Hand und mit der Faust, der mit einem Taschenmesser erzwungene Oralverkehr, das Eindringen mit den Fingern in der Folge des Streits - das alles gibt der Mann zu. Nur mit dem Tod habe er ihr nicht gedroht - vielmehr habe er damit gedroht, sich selbst zu töten. "Warum haben Sie plötzlich damit aufgehört?", will der vorsitzende Richter Erich Fuchs vom Angeklagten wissen - "Sie hat geweint und mir leid getan. Außerdem hat sie gesagt, dass sie zu mir zurück kommen will", so der Angeklagte in leisem Ton. 

Jetzt vernimmt das Gericht seine südafrikanische Ex-Frau. Die Öffentlichkeit wird dazu ausgeschlossen.

Update, 10.50 Uhr: Schon einmal wegen Vergewaltigung verurteilt

Ein unscheinbarer Mann in Brille und Sportweste sitzt auf der Anklagebank. Der 49-Jährige spricht ruhig und mit bayerischem Zungenschlag. Geknickt sitzt er vor dem Richter. Er soll seine Ex-Frau vergewaltigt haben, dabei die Spitze eines Messers an ihrem Mundwinkel gehalten haben.

Seine Biografie liest sich eigentlich völlig geregelt und wohl behütet: In Wasserburg geboren, auf einem Bauernhof aufgewachsen, eine Schreinerlehre gemacht, ein gemeinsames Kind mit der ersten Frau bekommen.

2006 kippt aber alles: Seine erste Frau entfernt sich von ihm - dann ein Übergriff, ganz ähnlich zu dem, weshalb er nun wieder vor Gericht steht. Unter Androhung eines Messers vergewaltigte er sie. Das Urteil am Landgericht Traunstein damals: mehr als vier Jahre Haft. "Ich wollte eigentlich, dass sowas nie wieder vorkommt", sagt der 49-Jährige jetzt dazu. Jetzt scheint es wieder soweit gekommen zu sein.

Als er aus dem Gefängnis wieder herauskommt, lernt er übers Internet ein Au-Pair-Mädchen aus Südafrika kennen. Die beiden werden ein Paar, doch ihr ablaufendes Visum drängt die beiden zur schnellen Heirat. Auch mit ihr bekommt der Wasserburger zwei Kinder. "2014 war sie dann mit den Kindern in Afrika. Sie ist als total veränderte Person zurückgekommen, hat gemeint, sie sei mit Voodoo verzaubert worden."

Die Ehe geht in die Brüche. Eifersucht, Anschuldigungen und Gewalt beiderseits spielen fortan eine Rolle - er drohte sogar, vom Balkon zu springen, kam daraufhin ins Inn-Salzach-Klinikum.

Am 11. Oktober 2017 soll er dann "rückfällig" geworden sein und auch seine zweite Ehefrau vergewaltigt haben, wieder mit dem Messer in der Hand. Wie wird sich der Mann nun dazu äußern?

Vorbericht

Mit der Forderung nach Oralsex soll es begonnen haben, als sie nicht einwilligte, soll er zum Messer gegriffen haben: Ein 49 Jahre alter Wasserburger muss sich heute dem Landgericht in Traunstein stellen. Er ist angeklagt wegen Vergewaltigung mit Waffen, gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung.

Es geschah am 11. Oktober 2017 in der gemeinsamen Wohnung in Wasserburg, so die Staatsanwaltschaft. Falls sie nicht mitmache, habe der Angeklagte der Frau mit dem Tod gedroht. Die Anklage beschreibt in der Folge furchtbare Szenen: Der Wasserburger habe sich auf seine Mitbewohnerin gesetzt und ihr dann mit dem Messer die Klamotten - BH, Hose, Unterwäsche - vom Körper geschnitten. Laut Staatsanwaltschaft setzte es zusätzlich immer wieder Schläge mit der flachen Hand ins Gesicht. 

Mit weiteren Faustschlägen, ins Gesicht und gegen den Körper, soll der 49-Jährige seine Mitbewohnerin weiter gefügig gemacht haben. Anschließend soll er das Messer direkt an den Mund der Frau gehalten und seine Finger in sie eingeführt haben. Die Staatsanwaltschaft ist der Meinung, dass der Wasserburger anschließend den Kiefer der Frau auseinanderdrückte und sich oral befriedigte

Ein zwischenzeitlicher Biss gegen den Daumen soll der Frau nur weitere Schläge mit dem Messergriff ins Gesicht eingebracht haben. Mit Verletzungen am ganzen Kopf und auch an Brust und am Oberarm soll die Frau schließlich davongekommen sein. Seit Oktober sitzt der Wasserburger in Untersuchungshaft in Traunstein. 

Der Prozess beginnt um 9 Uhr, ein Urteil wird bereits für Dienstag erwartet. Wir berichten aktuell aus dem Gerichtssaal.

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Traunstein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser