Bei der Jugend geht die Angst um

Nächste Unterschriftensammlung: Wird der JuZ-Neubau vergessen?

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Traunstein - Das Areal hinter dem Bahnhof wird groß überplant - doch hat auch das Jugendzentrum hier noch Platz? Mit knapp 500 gesammelten Unterschriften soll den Verantwortlichen nun Druck gemacht werden. *Mit Voting*

"Die Stadt hatte die Pläne für ein Jugendzentrum in der Güterhalle ja schon fertig und auch im Bürgerentscheid der JU wurde uns ein Jugendzentrum versprochen. Das Resultat kann aber nicht sein, dass jetzt gar nichts kommt", fasst es Johannes Müller zusammen. Mit weiteren Mitgliedern des Traunsteiner Jugendbeirats hat Müller in den vergangenen Wochen und Monaten 480 Unterschriften gesammelt: Sie haben Angst, dass der JuZ-Neubau "vergessen" wird.

Die Planungen hinter dem Bahnhof

Die Fläche, die westlich des Bahnhofs nun überplant wird. 20.000 Quadratmeter sind es etwa. Die Güterhalle (am oberen Rand rechts) wird hier nicht einbezogen.

Die Überplanung des Bahnhofsareal-West nimmt langsam Formen an: Konkret will die Stadt Wohnungen, ein Parkhaus und eine Verlegung der Güterhallenstraße. Den Grundeigentümern schwebt auch ein Hotel oder eine Wohnunterkunft für Berufsschüler vor. Auch wenn es erst der Beginn der Planung ist, aber das Stichwort "Jugendzentrum" fiel in der März-Stadtratssitzung zu dem Thema kein einziges Mal - hätte es Jugendreferent Thomas Stadler nicht extra angesprochen.

"Die Stadt muss mit den Grundstückseigentümern verhandeln und könnte auch Vorgaben machen", so Stadler jetzt gegenüber chiemgau24.de. Am Dienstag stellten seine Grünen bei einer Veranstaltung im Sailer-Keller das Thema Jugendzentrum eigens in den Mittelpunkt: "Das JuZ darf nicht übergangen werden." Hier sei man sich mit dem Jugendbeirat und der JU einig - "nur aus der CSU-Fraktion kommt da bisher eher wenig."

Auch CSU-Stadträtin Thaler bekommt so ihre Zweifel

Im ehemaligen Café "CappuVino" konnte sich der jetzige Jugendtreff erweitern und zog wiederum mehr junge Leute an: "Aber das ist kein Ort für ein JuZ", so Johannes Müller.

Isabelle Thaler initiierte den Bürgerentscheid zum Jugendzentrum 2016 mit, jetzt sitzt sie für die CSU im Stadtrat: "Auch ich bin mir nicht sicher ob das Jugendzentrum Priorität bei den Planungen zum Bahnhofsareal-West hat und finde die Unterschriftensammlung gut." Im Beschlussvorschlag der besagten März-Stadtratssitzung war vom JuZ nicht die Rede, auch im Haushalt sei kein Geld dafür eingeplant und die Arbeitsgruppe zum Jugendzentrum sei inzwischen auch aufgelöst worden: "Das sind schlechte Zeichen, damit wird die Stimme der Jugend wieder nicht gehört."

230.000 Euro gab die Stadt für den Kauf der Güterhalle aus - der Abriss könnte doppelt so teuer kommen. 

Ein "kostengünstigerer Neubau eines Jugendzentrums im Bahnhofsgelände" wurde den Traunsteinern durch den Bürgerentscheid versprochen - kostengünstiger im Vergleich zur Sanierung der Güterhalle, wohlgemerkt. Diese Pläne sind längst vom Tisch: weder soll das JuZ in die Güterhalle, noch soll diese überhaupt saniert werden. Doch zwei Jahre nach dem Votum steht man noch immer mit leeren Händen da. "Man darf jetzt nicht so tun, als wäre nichts gewesen", erinnert auch Johannes Müller vom Traunsteiner Jugendbeirat. 

Um die Güterhalle selbst wurde es noch viel stiller

Apropos Güterhalle: Die ist genau genommen nicht Teil des jetzigen Planungsgebietes zum Areal westlich des Bahnhofs. Nach einem denkbaren Abriss wäre hier möglicherweise immer noch Platz für den versprochenen JuZ-Neubau. Aber der Abriss würde die schuldengeplagte Stadt weitere 500.000 Euro kosten (Schätzung OB Kegel) - und auch über die Zukunft der Güterhalle, sie gehört der Stadt, wurde seit dem Bürgerentscheid kein Wort mehr verloren. 

Fotos: Ein Blick in die Güterhalle

xe

Quelle: chiemgau24.de

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