Zweiter Tag im Vergewaltigungs-Prozess erneut mit Verzögerungen 

Schnaitseer wieder verhandlungsfähig - Richter befangen? 

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Der Angeklagte (rechts im Bild) mit seinem Verteidiger Dr. Vincent Burgert.
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Traunstein/Schnaitsee - Der auf vier Tage anberaumte Prozess um den mutmaßlichen Vergewaltiger war auch am zweiten Tag gespickt mit langen Pausen. Der Vorsitzende Richter geriet währenddessen in die Schusslinie der Verteidiger. Sie warfen ihm Befangenheit vor. 

Zwei Frauen (21 und 20 Jahre alt) soll ein 34-Jähriger aus dem Gemeindegebiet Schnaitsee am selben Tag in seiner Wohnung vergewaltigt und mit Bissen und Schlägen verletzt haben. Er habe die beiden bis dato ihm unbekannten Frauen im Juni 2017 über die Dating-App "Lovoo" kennengelernt und sich spontan verabredet. 

Der Prozess um den mutmaßlichen Vergewaltiger wurde am ersten Tag vorzeitig beendet. Der Landgerichtsarzt diagnostizierte am Dienstagnachmittag eine Verhandlungsunfähigkeit ausgelöst durch Bauchschmerzen bei dem 34-jährigen Angeklagten. Der zweite Tag startete am Donnerstag, 25. Januar, ein weiteres Mal mit Verzögerungen

Befangenheit wegen kritischen Fragen?

Verantwortlich für die langen Pausen waren unter anderem die beiden Verteidiger des Angeklagten, Dr. Vincent Burgert und Eva Maria Krötz. Die für 9 Uhr geladene Zeugin als Nebenklägerin in dem Fall habe wegen diverser Anträge der beiden Verteidiger fast vier Stunden bis zu ihrer Aussage warten müssen.

Die Verteidiger hatten unter anderem einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Erich Fuchs gestellt, über den noch entschieden werden müsse. Die Anwälte begründeten den Antrag mit der Art und Weise, wie Fuchs das mutmaßliche Vergewaltigungs-Opfer befragt hatte.  

Als die 20-Jährige endlich ihre Aussage machen konnte, erklärte sie, sie habe über die App zum damaligen Zeitpunkt eine neue Bekanntschaft gesucht. Die Verabredung in Form eines Filmabends mit dem Angeklagten sei "zunächst nett verlaufen". Als der 34-Jährige plötzlich zudringlich geworden sei, habe sie ihm mehrmals deutlich erklärt, dass sie das nicht wolle. Er habe sie aber - trotz Gegenwehr ihrerseits - festgehalten und weitergemacht. Auf die Frage von Richter Fuchs, warum sie nicht um Hilfe gerufen hätte, antwortete die Zeugin: "Ich dachte, es hört mich eh keiner." 

Mithilfe einer Therapie gehe es dem mutmaßlichen Opfer inzwischen wieder recht gut. Der Angeklagte verfolgte die belastende Aussage der 20-Jährigen mit gerötetem Gesicht und gesenktem Kopf. Nach wie vor nimmt er von seinem Schweigerecht Gebrauch

Urteil fällt wohl am 1. Februar 

Der Prozess am Landgericht Traunstein wird am 26. Januar fortgesetzt, ein Urteil wird für den 1. Februar erwartet. Prozessbeginn ist jeweils um 9 Uhr, an den ersten beiden Tagen verzögerte sich der Beginn jedoch um Stunden.

mb/kd

Quelle: chiemgau24.de

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