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Junge Künstler entdecken die Natur

„Traunsteiner Erzählwege“ machen den Auftakt zur Woche der Nachhaltigkeit

Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer, die Künstler Horst Beese und Cosima Strähhuber, Büchereileiterin Anette Hagenau und Birgit Sailer, Vorsitzende des Vereins Vergissmeinicht Chiemgau e.V. (von links). Vorne von links sind zu sehen Annika Breitling und Helena Reicher.
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Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer, die Künstler Horst Beese und Cosima Strähhuber, Büchereileiterin Anette Hagenau und Birgit Sailer, Vorsitzende des Vereins Vergissmeinicht Chiemgau e.V. (von links). Vorne von links sind zu sehen Annika Breitling und Helena Reicher.
  • Axel Effner
    VonAxel Effner
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Dass die kreative Auseinandersetzung mit Kultur und Natur im Freien nicht nur faszinierende Einblicke eröffnet, sondern auch einen nachhaltigen Nutzen haben kann, lässt sich aktuell im Traunsteiner Stadtpark studieren. Kinder zwischen neun und zwölf Jahren ließen ihrer Fantasie freien Lauf.

Traunstein – Vor dem Kulturzentrum laden bis Sonntag, 26. September, 20 Holzrahmen mit Ständer dazu ein, sich von den künstlerischen und literarischen Ergebnissen eines eintägigen Ferienworkshops für Kinder inspirieren zu lassen. Die Ausstellung „Traunsteiner Erzählwege“ bildet den Auftakt zur „Woche der Nachhaltigkeit“.

Stadtbücherei und Schule der Phantasie

Für das Projekt haben die Stadtbücherei und die Schule der Phantasie eng miteinander kooperiert. Unter der künstlerischen Leitung von Horst Beese und Cosima Strähhuber haben sich die Kinder zwischen neun und zwölf Jahren auf Entdeckungsreise im Stadtpark gemacht, um so genannte Frottagen anzufertigen. Dabei handelt es sich um eine Kunsttechnik, bei der Naturmaterialien wie Blätter oder Baumrinde mit farbiger Kreide auf Papier durchgerieben werden.

Ergänzend zu diesen Erfahrungen in der Natur haben sich die Kinder auch tolle Geschichten ausgedacht. Für die passende literarische Umsetzung hat ihnen die Kulturjournalistin Regine Sailer Schützenhilfe gegeben. Es lohnt sich, bei einem Besuch der Ausstellung die Zeit zu nehmen und in die erlebnisreichen Phantasiewelten einzutauchen.

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Wie Büchereileiterin Anette Hagenau bei der Eröffnung des Projekts erläuterte, ermöglichen Smartphone und digitale Geräte heute fast überall den schnellen Zugang zu Bildern, Texten und Informationen. Im Rahmen der Erzählwege wurden für die Kinder neue Erfahrungsmöglichkeiten eröffnet, sich beim Bewegen im Freien und in der Natur, in Gesprächen und Diskussionen und dem Ausprobieren verschiedener Materialien mit Medien, Themen und Geschichten auseinanderzusetzen.

„Es macht für mich einen Unterschied, ob wir uns beim Entdecken bewegen und mit allen Sinnen etwas aufnehmen, oder ob wir uns allein über den Bildschirm ansprechen lassen.“ Auf einer Informationstafel kann man nachlesen, dass die Erzählwege „eine wechselseitige Verbindung von Umweltwahrnehmung mit Kunsterlebnissen, körperlichen Aktivitäten, gemeinschaftlichem Tun und individuellem Entdecken“ ermöglicht haben.

Im Traunsteiner Stadtpark gut verankert

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer (CSU) begrüsste das Projekt bei der Eröffnung und verwies auf unterschiedliche Wege und Möglichkeiten, „die Natur nachhaltig zu nutzen“. Die Ergebnisse der künstlerisch-kreativen Auseinandersetzung der Kinder sei im Stadtpark als grüner Oase der Stadt gut verankert.

Auf das Thema Nachhaltigkeit verwiesen auch die Teilnehmer der Radl-Demonstration, die während der Ausstellungseröffnung im Stadtpark eintrafen. Horst Beese erläuterte die Details des Projekts und rief die Besucher dazu auf, hinter dem „vermeintlichen oberflächlichen Krikelkrakel“ die feinen Strukturen und Herangehensweisen der jungen Künstler zu entdecken, ebenso wie die eigene Handschrift und Konzeption bei den erzählten Geschichten.

Inklusives Projekt mit beeinträchtigen Menschen

Eingebunden in das Projekt war auch Schreinermeister Franz Forstner, der die Holzrahmen mit Mitarbeitern des inklusiven Unternehmens „Chiemgau Maßarbeit“ in Traunreut gefertigt hat. Die Rahmen können künftig auch für andere Projekte und Ausstellungen verwendet werden und sind damit nachhaltig. Ermöglicht hat das Projekt nicht zuletzt der Verein Vergissmeinicht Chiemgau e.V. mit einer Spende von rund 1500 Euro.

„Haben richtig viel Spaß gehabt!“

„Gerade die Kinder haben doch sehr unter den Einschränkungen der Pandemie gelitten. Umso wertvoller ist so ein Projekt, wo es darum geht, das Gespür für die Natur wiederzuentdecken“, erklärte Vorsitzende Birgit Sailer. „Wir haben richtig viel Spaß gehabt, es gab viel zu entdecken und es ist toll, dass die Werke jetzt öffentlich zu sehen sind“, erklärten die jungen Künstlerinnen Helena Reicher aus Vachendorf und Annika Breitling aus Siegsdorf.

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