CSU will Aufklärung über Abriss-Gerüchte

Vorgänge in Haidforst nun auch schon Thema im Stadtrat

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Allein im sogenannten Langblock (links) stehen sechs Wohnungen leer - hat das System? Manche alteingesessenen Bewohner der Haidforst befürchten, dass das Viertel abgerissen und neugebaut werden soll.
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Traunstein - Es wird nicht ruhiger um die Wohnbaugenossenschaft Haidforst: Was ist dran an den enormen Abriss- und Neubauplänen für Alt-Haidforst? Auch Stadtrat Hümmer forderte nun Aufklärung.

Die Mieten sind günstig, die Bewohner nicht gut betucht und oft schon jahrelang dort wohnhaft: Der soziale Wohnungsbau an der Ringstraße in Alt-Haidforst, erbaut nach dem Zweiten Weltkrieg und mit Wiedererkennungswert, ist so gesehen einzigartig in Traunstein. Dass genau dieses Viertel komplett auf den Kopf gestellt werden könnte, befürchten manche Bewohner der Haidforst schon länger.

"Es sind schon Pläne aufgetaucht, nach denen das ganze alte Viertel überplant werden soll", sagte ein Insider gegenüber chiemgau24.de bereits Ende November. Am Donnerstag berichteten auch die Lokalzeitungen. In den Plänen eingezeichnet: 13 neue Wohnblöcke mit rund 200 neuen Wohnungen - keine Skizzen, sondern professionell ausgearbeitet von einem renommierten Traunsteiner Architekturbüro. Die Pläne lägen im Rathaus bereits in der Schublade, so der Insider, mit der Befürchtung, dass nach einem Neubau die günstigen Mieten von vier oder fünf Euro pro Quadratmeter nicht mehr gehalten werden können. 

Kegel spricht von "Konzepten" und bestätigt Wohnbaukonferenzen

Nun forderte CSU-Stadtrat Christian Hümmer Aufklärung: "Was ist mit diesen Plänen? Als Stadtplanungsreferent habe ich noch nie davon gehört. Auch, dass es bereits Wohnbaukonferenzen für Haidforst gegeben hätte, wusste ich nicht", zeigte sich Hümmer am Donnerstag im Stadtrat verwundert. 

"Bei den Plänen handelt es sich nicht um Baupläne, ich würde es eher als Konzept bezeichnen", so Oberbürgermeister Christian Kegel - schließlich gehe es um die drängende Frage: Wie kann in der Stadt bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden? "Das halte ich auch für notwendig", so Kegel. Er bestätigte außerdem, dass es auch schon dementsprechende Wohnbaukonferenzen gegeben habe. Am Tisch saßen die Stadt, das Landratsamt und die Wohnbaugenossenschaft. 

Neue Anzeige gegen die Baugenossenschaft

"Was sonst innerhalb der Wohnbaugenossenschaft passiert werde ich nicht kommentieren. Dazu fehlt der Stadt auch der Einblick", so der Oberbürgermeister weiter: "Aber fest steht: Gäbe es die Haidforst nicht, hätten wir ein Riesen-Problem in Traunstein", so Kegel mit Blick auf die über 450 Wohnungen, die unter Genossenschaftsverwaltung stehen. 

Lesen Sie auch: Vorwürfe nach jüngster Haidforst-Mitgliederversammlung

Auch zu neuen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft äußert sich Kegel nicht. Eine neue, anonyme Anzeige gegen die Wohnbaugenossenschaft ging inzwischen bei der Staatsanwaltschaft ein, die Ermittlungen laufen - um welchen Verdacht es geht, will die Staatsanwaltschaft aber nicht verraten. Für Stadtrat Christian Hümmer steht jedenfalls fest: "Wir sollten uns künftig mehr dafür interessieren, was in Haidforst passiert."

xe

Quelle: chiemgau24.de

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