"Weil unsere Zeit nicht rückwärts läuft"

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Traunstein - Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Anette-Kolb-Gymnasiums haben für das "Festival der Utopie" Anfang August ein besonderes Projekt in Angriff genommen:

"Weil unsere Zeit nicht rückwärts läuft", lautet der Slogan. Wort für Wort baut er sich auf zwischen den einzelnen Szenen in dem kleinen Film, der das "Festival der Utopie" ankündigen möchte. Gedreht haben diesen Trailer acht Schülerinnen und Schüler der elften Jahrgangsstufe des Annette-Kolb-Gymnasiums in Traunstein. Und nicht nur das: sie zeichnen auch verantwortlich für die Organisation des dritten Festival-Tages, das vom 6. bis 9. August im Kloster Baumburg stattfinden wird.

"Wir haben einige Schulen angefragt, das Annette-Kolb-Gymnasium hatte sofort Interesse, tatkräftig an unserem Festival der Utopie mitzuwirken", freut sich Wolfgang Dinglreiter vom Schulpastoralen Zentrum, zusammen mit dem katholischen Bildungswerk Traunstein der Hauptorganisator und Ideengeber. In ihrem Film läuft alles rückwärts: das mutwillig zertrümmerte Laptop wird wieder ganz. Die abgerissenen Blüten der Blume setzen sich wieder zusammen. Goldfisch Oskar bekommt wieder sauberes Wasser. "Im Film haben wir gedreht, wie man heile Welt wieder herstellen kann. Im Alltag müssen wir selber konkrete Schritte gehen", sagt Katharina Franke, Schülerin der Q 11 und Mitglied des Arbeitskreises "shareeconomy", der sich extra zur Festivalvorbereitung gegründet hat.

Die Lehrer mussten da wenig unterstützen - die Ideen kamen ganz von selber, das Engagement der Jugendlichen ist groß. "Klar denkt man sich manchmal, ob das alles so klappt, aber dann haben sie eine Veranstaltung auf die Beine gestellt, die mich echt weggeblasen hat", erzählt Rudolf Heid, Lehrer am AKG und Oberstufenkoordinator, begeistert. "Wir wollten ausprobieren, wie share economy funktionieren kann und haben eine Kleidertauschparty an der Schule veranstaltet", erzählt Leonie Gugler, angehende Abiturientin. "Schließlich braucht man nicht immer alles neu und auch nicht so viel von allem", ergänzt Katharina Franke.

Die Party wurde ein großer Erfolg, jetzt präsentieren sie ihr Projekt auf dem shareeconomy-Tag des Festivals. Jeder der vier Festivaltage steht unter einem anderen Motto. Nach einem einführenden Vortrag gestaltet sich das Programm bunt mit Workshops, Konzerten, Projektvorstellungen. "Jeder darf bei diesem Festival mitentwickeln. Alle Altersstufen sind angesprochen. Und die nachhaltigen Ideen, die hier vorgestellt werden, sollen und dürfen kopiert werden", erläutert Wolfgang Dinglreiter. Schließlich heißt das Motto des Festivals: "Hier wächst die Zukunft - enkeltauglich & konkret". Für ihren dritten Tag haben die Jugendlichen Philipp Glöckler aus Hamburg engagiert, Gründer der Onlineplattform WHY own it. "Warum Teilen das neue Haben ist", lautet der Titel seines Einführungsvortrages. Und auch ein Brettspiel haben die Jugendlichen erfunden - das Planspiel "share-opoly".

Die künstlerische Ausgestaltung übernahm die Klasse 7c im Rahmen ihres Kunstunterrichtes. Auf dem Festival der Utopie kann man dieses interaktive Spiel kennenlernen und ausprobieren. "Das Ziel ist, dass wir es an andere Schulen verleihen möchten", erläutert Benedikt Heinl, ebenfalls Schüler der Q11. "Was hier passiert ist das idealste, was man an einer Schule haben kann", freut sich Schulleiter Bernd Amschler über das Engagement der Schülerinnen und Schüler. "In die Zukunft schauen ist oft nicht so verbunden mit unseren Lehrplänen. Aber es ist wichtig, dass die Jugendlichen ganz konkret werden mit den Gedanken: was können wir tun für unsere Welt von morgen".

Der Trailer zum Festival läuft derzeit als Vorfilm im Kino im Stadtkino Trostberg. Aber auch bei Youtube und auf der Homepage des Kreisbildungswerkes Traunstein kann man ihn sich ansehen. Das „Festival der Utopie“ selbst findet vom 6. – 9. August im ehemaligen Kloster Baumburg statt. Es beschäftigt sich mit der Frage nach einer menschenwürdigen Zukunft mittels Livemusik, Workshops, Vorträgen, Ausstellungen und Führungen. Mit dabei sind Stars aus der deutschsprachigen Szene wie Christian Felber mit seiner Gemeinwohlökonomie aus Wien, der Glücksforscher Mathias Binswanger aus St. Gallen und musikalisch auch Jakob Bruckner.

Pressemeldung Annette-Kolb-Gymnasium Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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