Treffen der Helferkreise im Landkreis Traunstein

Erfolge und Probleme der ehrenamtlichen Asyl-Helfer

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Die ehrenamtlichen Helfer bei dem Treffen.

Traunstein- Zum Gesamttreffen der Helferkreise kamen 20 Vertreter aus elf Gemeinden des Landkreises nach Traunstein. Bis zum späten Abend wurde gemeinsam diskutiert und an einer Weiterentwicklung der Flüchtlingshilfe gearbeitet.

Zu Beginn bedankte sich die Leiterin der Ehrenamtskoordinierungsstelle, Natalia Wolf, bei allen Ehrenamtlichen für ihren unermüdlichen Einsatz und informierte sie über die gesetzlichen Neuerungen bei der Erteilung von Beschäftigungserlaubnissen. Bei der anschließenden Analyse des Ehrenamtes im Landkreis wurde allen Anwesenden seine Vielfalt erst richtig bewusst

Unermüdlicher Einsatz für die Integration

Helferkreise leisten erfolgreich Unterstützung für Flüchtlinge in folgenden Bereichen: Deutschunterricht, Betreiben von Kleiderkammern, Spieleabende und -nachmittage, Tanz und Sportangebote, gemeinsame Kochevents und Feste, Radlwerkstatt und ein Sprach-Café, Leseheimat und ein jährliches Friedensfest, Begleitung bei Arztbesuchen und Behördengängen, Hilfe bei der Suche nach Wohnungen, Arbeit oder Ausbildung und noch vieles mehr. 

Das Engagement der Helferkreise fördert den sozialen Frieden vor Ort, begünstigt persönliche Begegnungen zwischen Einheimischen und Geflüchteten und die Entstehung von Vertrauen und Freundschaften. Persönliche Kontakte helfen, Ängste und Vorurteile abzubauen

Das Vermitteln der Flüchtlinge in Arbeit oder Ausbildung fördert deren wirtschaftliche Unabhängigkeit, entlastet die öffentlichen Kassen und bringt dem Staat Steuereinnahmen. Das Heranführen der Flüchtlinge an Sportvereine oder die Kontaktaufnahme mit der Feuerwehr oder dem THW fördern deren Integration und das Eingebundensein ins Gemeindeleben sowie die Teilhabe an der Gesellschaft, was wiederum dem Risiko einer Radikalisierung oder Abrutschen in eine Suchtmittelabhängigkeit entgegenwirkt. „Das sind die Erfolge des Ehrenamts im Landkreis Traunstein, auf die wir zu Recht stolz sein können“, so Wolf. 

Aber: Auch viele Probleme

Trotz vieler Erfolge gibt es auch zahlreiche Bereiche, die von den Helferkreisen als Probleme angesehen werden. So wie fehlende Neuzugänge in die Helferkreise und dasWegbrechen von länger Engagierten“, so dass manche Arbeitsgruppen eingestellt werden mussten. 

Zu den Problemen zählen auch fehlende Plätze in den Integrationskursen, zum Teil die Qualität des dortigen Unterrichts sowie die Unter- bzw. Überforderung der Teilnehmer. Helferkreise wünschen sich größere Transparenz und bessere Zusammenarbeit mit den Ämtern und Behörden. Sie finden, dass größere Unterkünfte sowie die abgelegene Lage mancher Unterkünfte die Ghettobildung begünstigen und häufige Verlegungen die Integrationsarbeit erschweren. 

Der fehlende bezahlbare Wohnraum im Landkreis war ebenfalls ein Thema der Diskussion. Die Wohnungsproblematik ist nicht neu, hat aber durch Zuzug vieler Flüchtlinge noch mehr an Aktualität gewonnen. Auch mangelnde Kommunikation und fehlende Informationen nach außen, sodass die Bürger nicht ausreichend informiert werden, was in der Bevölkerung wiederum die Entstehung von Ängsten den Geflüchteten gegenüber begünstigt. 

Einige Helferkreise finden sich zu wenig unterstützt von Seiten der Gemeinde. In manchen Orten gibt es Probleme mit den Nachbarn. Auch Suchtmittelgebrauch unter Flüchtlingen, fehlende hauptamtliche Begleitung von schwer Traumatisierten, Frust, Angst vor Abschiebung und das Gefühl der Perspektivlosigkeit unter den Flüchtlingen sind Themen, mit denen das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe konfrontiert wird. 

Problemlösungsstrategien werden ausgearbeitet

An diesen Problematiken wollen die Helferkreise arbeiten. So wird von der AWO Projektleitung Natalia Wolf ein Thementreffen vorbereitet, das sich mit der Koordination eines Helferkreises sowie der Gewinnung neuer Mitglieder befassen wird. Dazu eignet sich sehr gut das AWO Konzept „HerzlichAnkommen“, das sein September 2016 in der Großen Kreisstadt als Pilotprojekt etabliert und begleitet wird. 

Des Weiteren wird bei der Polizei wegen Teilnahme ihrer Mitarbeiter am Treffen des Netzwerks Asyl angefragt, um die Suchtmittelproblematik zu besprechen. Auch ein gemeinsames Treffen der Helferkreise mit kommunalpolitischen Vertretern sowie anderen relevanten Akteuren soll vorbereitet werden. 

Auch die Treffen der Vertreter der Helferkreise wird es in regelmäßigen Abständen geben. Die Vernetzung, eine gemeinsame Planung und Absprachen werden sich auf das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe gewinnbringend auswirken, so die allgemeine Meinung. Zum Schluss bedankten sich die Vertreter der Helferkreise bei Natalia Wolf für Ihre zuverlässige Unterstützung.

Pressemeldung Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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