Frühschoppen bringt Sport und Politik zusammen

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Traunstein  - Beim SPD-Frühschoppen ging es um Präventionsmaßnahmen gegen pädophile Jugendleiter, die Gewinnung neuer Trainer und das Thema Asylbewerber in den Vereinen.

Vielfältig waren die Themen, die beim Sportfrühschoppen der Traunsteiner SPD auf Einladung des Ortsvorsitzenden Christian Kegel im Brauhaus Wochinger erörtert wurden. Als Gäste konnte Kegel den Landratskandidaten Sepp Konhäuser und Stefan Namberger als Vorsitzenden des Stadtverbands der Sportvereine begrüßen.

Polizeiliches Führungszeugnis nötig

Ernst Auer von der DJK Traunstein wollte gleich zu Anfang wissen, wie die Vereine damit umgehen, dass sie in Zukunft feststellen sollen, ob ein Jugendleiter eine Gefahr für seine ihm anvertrauten Jugendlichen darstellt. Der stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser erklärte, dass dazu von Jugendleitern ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis gefordert werden soll. Die Vereine wollten auf diese Weise die Jugendlichen schützen. Er setzte sich dafür ein, dass das Verfahren vom Landratsamt aus praktikabel geregelt werden und möglichst unbürokratisch ablaufen soll, um Ehrenamtliche nicht mit zu viel Bürokratie zu belasten.

Die 3. Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner ergänzte, dass die neue Vorschrift für alle Vereine gelten soll, nicht nur für die Sportvereine. Es gelte, Datenschutz und Vertraulichkeit zu beachten. Das Landratsamt werde die Vereine rechtzeitig über den Ablauf informieren. Thomas Gmeindl als Vorsitzender des Skiclubs hob die Abschreckungswirkung des geplanten Verfahrens hervor. Ein Betroffener werde das Zeugnis gar nicht erst vorlegen. Armin Brunner, Vorstandsmitglied des SBC Traunstein, begrüßte die Regelung als Selbstschutz für Vereine und Jugendliche.

Leistung der Übungsleiter anerkennen

Wie ein Verein es schafft, immer wieder genügend Übungsleiter zu bekommen, berichtete Thomas Gmeindl. Im Skiclub habe es sich bewährt, über Facebook zu kommunizieren. Gute Übungsleiter sollten ihre Leistung auch anerkannt sehen, auch einmal durch eine Belohnung. Wichtig sei es generell im Vereinsleben, auch Gemeinschaftserlebnisse außerhalb des Sports anzubieten, damit die Mitglieder sich in der Gemeinschaft wohlfühlen. Im Übrigen müsse die Arbeit auf möglichst viele Schultern verteilt werden, um keinen über Gebühr zu belasten.

Armin Brunner hat als Abteilungsleiter Handball Erfolg damit, Übungsleiter aus den eigenen Reihen zu gewinnen. Leider sei es nicht möglich, Übungsleiter stundenweise zu bezahlen. „Jeder Jugendliche in einen Verein“ – das ist die Devise beim Landkreis Traunstein, so Traudl Wiesholler-Niederlöhner. Landratskandidat Sepp Konhäuser plädierte dafür, dass die Vereine dann auch entsprechend unterstützt werden müssten.

"Erlebnis geht vor Ergebnis"

Die ständig steigenden Mittel für die Jugendhilfe seien bei den Vereinen besser angelegt, weil sie aktive Prävention betrieben. Kinder zum Sport im Verein zu bringen, gelinge nur, wenn die Kinder mit Freude dabei sind, so Armin Brunner. Spielerische Gewöhnung sei hier entscheidend: „Erlebnis geht vor Ergebnis“. Auch beim Skiclub gehe Basisarbeit vor Leistungssport, ergänzte Thomas Gmeindl. Das müsse auch mit den Eltern im Vorfeld besprochen werden.

Wenn kein Geld für Turnschuhe da ist...

 Christian Kegel fragte nach, wie die Vereine damit umgehen, wenn Kinder sich etwa die Turnschuhe nicht leisten können. Beim Handball im SBC hilft der „Förderverein Handballjugend“, der sich auch aus der Unterstützung durch die Regionalwährung „Chiemgauer“ speist, berichtete Armin Brunner. Stadtrat Peter Forster verwies auch auf das Programm der Bundesregierung „Bildung und Teilhabe“, das gerade Mitgliedsbeiträge und sonstige Ausgaben übernehme und beim Jobcenter beantragt werden kann. Stefan Namberger bot an, dass die Vereine auch beim Stadtverband der Sportvereine in besonderen Fällen finanzielle Unterstützung erhalten könnten. Auch beim Landratsamt gebe es einen Fonds bei der Bürgerhilfsstelle, wo Bedürftige Unterstützung bekommen können, berichtete Traudl Wiesholer-Niederlöhner.

Asylbewerber trainieren mit

Das Thema „Asylbewerber und Sport“ schnitt Sepp Konhäuser zum Abschluss an. Hier sehe er einige gute Möglichkeiten für Integration. Christian Kegel konnte dazu berichten, dass dies in Traunstein schon sehr gut funktioniert. Schon kurz nach der Ankunft der Asylbewerber habe man Kontakt mit der Fußballabteilung des SBC aufgenommen. Inzwischen trainieren mehrere von ihnen in der 3. Mannschaft oder bei den Alten Herren mit, wobei sie für ihre gute Technik und Einsatzfreude von den Mitspielern sehr gelobt werden. Zum Schluss griff Ortsvorsitzender Christian Kegel den Wunsch der anwesenden Vereinsvorstände auf, die Gesprächsrunde weiter fortzusetzen. Als wichtiges Thema biete sich z.B. an, wie Schule und Verein besser zusammenarbeiten können.

Quelle: Pressemitteilung SPD Kreisverband Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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