Pressemitteilung Elternbeirat Chiemgau-Gymnasium Traunstein

Selbstverteidigungskurs für Schülerinnen

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Griff ins Gesicht erlaubt: Dank Vollkontaktschutzanzug können die Teilnehmerinnen beim Selbstverteidigungskurs kräftig "zulangen".

Traunstein - "Hilfe! Lassen Sie mich in Ruhe! Polizei!", hallt es vielfach durch die Turnhalle des Chiemgau-Gymnasiums. 21 Schülerinnen der Traunsteiner Schule legen hier gerade die Abschlussprüfung eines Selbstverteidigungskurses ab.

An sieben verschiedenen Stationen wehren sie sich lautstark und mit einstudierten Kampftechniken gegen die Angriffe der Trainer. Jede spielt eine andere Situation nach: Einen Überfall aus dem Hinterhalt, an einer Bushaltestelle oder im Wald. An diesem letzten Abend des fünfmal zwei Stunden umfassenden Selbstverteidigungskurses zeigten die Schülerinnen, dass sie gelernt haben, sich gegen Übergriffe von Männern zu verteidigen.Der Elternbeirat des Chiemgau-Gymnasiums veranstaltet den Selbstverteidigungskurs für Schülerinnen der Jahrgangsstufen 8 bis 12 seit vielen Jahren einmal im Schuljahr gemeinsam mit der Ju-JutsuAbteilung des ASV Grassau. Marco Kellermann führte den Kurs gemeinsam mit seinem großen Trainerteam durch, darunter Polizisten und Justizbeamte.

Ziel des Selbstverteidigungskurses ist es, dass die Schülerinnen in verschiedenen möglichen Bedrohungsszenarien beherzt zur Wehr schreiten. Sie sollen selbstbewusst und gezielt gegen den Angreifer vorgehen und sich im besten Fall ohne eigenen Schaden verteidigen können. Dazu lernten die Schülerinnen sich schlagend, kratzend, tretend, zwickend und beißend zu verteidigen. Dabei setzten sie mit Kopf, Zähnen, Händen, Ellbogen, Knie und Füßen viele Waffen ihres Körpers ein. Die Trainer zeigten den Schülerinnen auch Nervenpunkte, auf die Angreifer besonders empfindlich reagieren. Die Übungen wurden so häufig wiederholt, bis die Mädchen sie sicher anwenden konnten. Um den Schülerinnen den Respekt vor dem Zuschlagen zu nehmen, trugen die Trainer teilweise Schutzkleidung. An jedem der Abende waren auch Eltern zugegen und überzeugten sich davon, dass der Kurs in freundlicher und lockerer Atmosphäre vonstattenging.

Marco Kellermann erklärte den Schülerinnen, dass ein Täter oft schon durch lautes Schreien von seinem Vorhaben ablasse. Man solle auf keinen Fall Opferverhalten zeigen. Er erläuterte auch rechtliche Begriffe wie Notwehr, Nothilfe, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung.

Zum Abschluss des Kurses bedankte sich der Elternbeiratsvorsitzende Sebastian Ring mit einem Geschenkkorb bei den Trainern. Er dankte auch dem Förderverein "Freunde des ChiemgauGymnasiums", der den Selbstverteidigungskursfinanziell bezuschusst hatte. Marco Kellermann zeigte sich mit den Teilnehmerinnen sehr zufrieden: "Sie waren sehr konzentriert und immer voll bei der Sache!" Elternbeirat, Teilnehmerinnen und Trainer waren sich einig, dass der Selbstverteidigungskurs im nächsten Schuljahr wieder angeboten werden sollte.

Pressemitteilung Elternbeirat Chiemgau-Gymnasium Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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