"Kein Einsparpotenzial mehr", aber: 

Sechsstelliger Betrag an Privat-Spenden für Klosterkirche

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Aufnahme vom 23. März.
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Traunstein - Der Kostenansatz für die Klosterkirchen-Sanierung ist bei vielen umstritten und sorgt für weitere Neuverschuldung im Haushalt: Jetzt greift ein Kulturverein der Stadt finanziell unter die Arme.

"Zur Spendenaktion haben uns vor allem die überzeugenden Reaktionen aus der Bevölkerung bewogen. Vielleicht wird unser Stadtrat dadurch bewogen, die Mehrkosten gegenüber einer Sparlösung zu akzeptieren", so der Traunsteiner Kulturförderverein ARTS Mitte Februar. Anderthalb Monate hat man also gesammelt und der Stadt jetzt einen ordentlichen Betrag überwiesen.

266.000 Euro an Spendengeldern des Vereins sind bereits auf dem Konto der Stadt eingegangen: "Weitere Spendenbeträge sind noch zu erwarten", heißt es aus der Stadt zufrieden. 

"So gut wie kein Einsparpotenzial mehr"

So soll das Ensemble mit Foyeranbau später einmal aussehen.

Eigentlich wollte man im Finanzausschuss am Dienstag weitere Einsparpotenziale bei der Klosterkirchen-Sanierung präsentieren. Bei den Verhandlungen zum neuen Haushalt war das eine der Forderungen des Stadtrates: Es gäbe aber "so gut wie kein Einsparpotenzial mehr", heißt es nun aus der Stadtverwaltung. Bei den Erdarbeiten ließen sich womöglich 40.000 Euro einsparen - doch die Arbeiten wurden bereits vergeben. 

Im Vergleich zum alten Kostenansatz von 8,8 Millionen Euro Gesamtkosten konnte bisher bei den Ausschreiben wieder am meisten Geld "hereingeholt" werden. Um rund 400.000 Euro wurden die geplanten Kosten nach unten korrigiert, nachdem knapp die Hälfte der Arbeiten vergeben wurde. Etwa 4,3 Millionen Euro davon kommen aus der Städtebauförderung der Regierung. 

Noch mehr Städtebauförderung für die Stadt?

Doch der Stadthaushalt könnte in der Causa Klosterkirche noch zusätzlich zu den Privat-Spenden entlastet werden - durch weitere Mittel aus der Städtebauförderung: Anfang März wurden mit der Regierung deshalb erneut Gespräche. Die Arbeiten an den Außenanlagen der Klosterkirche (Kostenpunkt 922.000 Euro) könnten womöglich ebenfalls von der Städtebauförderung mit 50 Prozent bezuschusst werden. Eine knappe halbe Million Euro müsste die Stadt dann weniger zahlen. `

Schadstofffunde in der Galerie

Am Montag vergangener Woche wurde mit den Sanierungsarbeiten am Klosterkirchen-Ensemble begonnen, bereits einen Tag danach kamen die ersten Probleme auf. Im Südflügel der Galerie wurden Schadstoffe gefunden. Die Arbeiten in diesem Teil können sich deshalb noch um rund drei Wochen verzögern, alle anderen Arbeiten gehen wie geplant weiter. Weil die Schadstoffuntersuchungen noch laufen, steht noch nicht fest, um welche Schadstoffe es sich genau handelt

Kleinere Rechtsstreitigkeiten zwischen der Stadt Traunstein und einem Nachbarn der Klosterkiche sind derweil aber endgültig beigelegt: Eine Klage vor dem Verwaltungsgericht München wegen den Abstandsflächen wurde beigelegt, auch für die wenigen Parkplätze zwischen der Galerie und dem Nachbargebäude wurde vor dem Amtsgericht Traunstein eine Lösung gefunden. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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