Runder Tisch soll verfahrene Situation in Daxerau lösen

"Irgendwann muss akzeptiert werden, dass Dinge sind wie sie sind"

+
Die alten Tennishallen sind inzwischen abgerissen. Auf jener Fläche soll die Wohnbebauung entstehen. 
  • schließen

Traunstein - Die Bewohner der Daxerau wehren sich gegen eine geplante Wohnbebauung und zweifeln Gutachten an - die Stadt ließ sie nun überprüfen, doch das Ergebnis stellt wieder nicht alle zufrieden.

"Wie bekommen wir Frieden in die Geschichte?", fragte Christian Hümmer im Planungsausschuss am Dienstag und richten soll es - im besten Falle - ein "runder Tisch". Die Fronten beim geplanten Baugebiet in der Traunsteiner Daxerau bleiben verhärtet. Die Bewohner und die Gemeinden am weiteren Verlauf der Traun befürchten, dass die Hochwassergefahr steigt, wenn weitere Auenflächen versiegelt werden.

Kernaussage der Gutachten stimmt, trotzdem muss wieder nachgebessert werden

Auf Druck des Petitionsausschusses des Landtages hin, den die Anwohner einschalteten, ließ die Stadt nun die umstrittenen hydrologischen Gutachten von unabhängiger Stelle überprüfen. Prof. Dr. Markus Disse und Dr. Alexander Gerner von der TU München kamen zum Schluss: Die bestehenden Gutachten vom Büro Aquasoli weisen zwar Lücken auf, aber trotzdem ergäben sich für die Nachbarn keine negativen Veränderungen. Das gleiche gelte für Nußdorf, Traunreut und Altenmarkt, im weiteren Verlauf der Traun.

Die beiden Anwohner Evi Kern und Alexander Callegari beim Ortstermin des Petitionsausschusses mit dem Landtagsabgeordneten Straub (links) im März. 

"Irgendwann muss es doch mal akzeptiert werden, dass fachliche Dinge sind wie sie sind", so Oberbürgermeister Christian Kegel. Denn den Anwohnern der Daxerau war nur die Überprüfung des Aquasoli-Gutachtens nicht genug. Die Nachbarn wollten ein ganz neues hydrologisches Gutachten, dass die gesamte Daxerau mit einbezieht. Denn auf lange Sicht könnten auch die freien Flächen hin zur Südspange bebaut werden. Auch der Petitionsausschuss des Landtags forderte nach seinem Ortstermin in der Daxerau im März eine solche Gesamtbetrachtung.

Grafik, wie das neue Wohnviertel in der Daxerau aussehen könnte. 120 Wohnungen könnten in 13 Gebäuden entstehen.

Kaiser: "Wieder alles von vorne aufrollen? Da würde man ja wahnsinnig"

"Der Petitionsausschuss kann fordern was er will. Wer hätte den sechsstelligen Eurobetrag für dieses neue Gutachten für einen privaten Bauwerber bezahlen sollen?", fragte OB Kegel. Es gäbe außerdem noch keine Beschlüsse zur weiteren Bebauung der Daxerau nach Süden. Auch Sepp Kaiser meinte: "Jetzt haben wir ein eindeutiges Ergebnis. Wir können nicht wieder alles von vorne aufrollen, da würde man ja wahnsinnig." Andere, wie Burgi Mörtl-Körner, sind wegen der Hochwasser- und Starkregenprobleme in der Daxerau prinzipiell gegen die Bebauungspläne.

Was den bestehenden Gutachten vom Büro Aquasoli auch durch die TU München angekreidet wird ist eine zu günstige Einschätzung der Bodentypen in der Daxerau. Aquasoli rechnete mit wesentlich wasserdurchlässigeren Bodentypen, als es sie in der Daxerau wohl überwiegend gibt. Doch laut TU München entstünden auch dann, bei ganz ungünstigen Bodentypen, keine Gefahren für die Nachbarn. Nun muss das Ingenieurbüro erneut nachbessern. "Das Vertrauen in diese Gutachten schwindet, das ist auch klar", zeigte sich Christian Hümmer etwas skeptisch.

So sah es aus, bevor die Bagger anrollten: Die verlassenen Tennishallen von Martha Vogl verfielen in den vorigen Jahren bereits. 

Am angesprochenen "runden Tisch" sollen auch die Vertreter der TU München und die Anwohner Platz nehmen. Ein Termin steht noch nicht fest.

xe

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Traunstein

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT