Nach Dacheinsturz im Winter

Gehen Rinderzüchter raus aus Chiemgau-Halle? Ganz knappe Abstimmung

+
Beim Kälbermarkt des Traunsteiner Rinderzuchtverbandes werden im Zwei-Wochen-Rhythmus immer mittwochs bis zu 1000 Jungtiere in der Chiemgau-Halle verkauft. 
  • schließen

Traunstein - Der Stall fiel unter dem Schnee zusammen, jetzt will der Rinderzuchtverband raus aus der Chiemgau-Halle und in Wolkersdorf neu bauen - der Stadtrat gab mit knapper Mehrheit grünes Licht.

Eine einzige Stimme im Stadtrat gab letztlich den Ausschlag: Der Rinderzuchtverband (RZV) darf südlich von Wolkersdorf neu bauen. Die Stadt wird das dortige Grundstück mit rund 15.000 Quadratmeter an den Rinderzuchtverband verkaufen. Das Stimmenverhältnis im Stadtrat lag bei 12:11. Im Gegenzug wird der RZV die Chiemgau-Halle nicht mehr nutzen und vom Erbbaurecht, das ihm bis 2060 von der Stadt zugesichert wurde, zurücktreten.

Rinderzuchtverband will keinen Neubau am Festplatz

Eines der Dächer des Stalls südlich der Chiemgau-Halle stürzte im Winter ein. Der Sachschaden wurde auf 600.000 Euro geschätzt.

Das Dach des benachbarten Stalls der Chiemgau-Halle stürzte im Winter unter der Schneelast ein. Die Kosten für die Sanierung des Stalles und die Modernisierung der Chiemgau-Halle kämen laut RZV einem Neubau gleich. Das Grundstück bei Wolkersdorf sei für einen Neubau ideal, meinen die Rinderzüchter - doch im Stadtrat waren viele anderer Meinung, weshalb es in der Sitzung am Donnerstagnachmittag zu einer langen Diskussion kam. 

Oberbürgermeister Christian Kegel machte sich für die Umsiedlung stark: "Der Rinderzuchtverband sucht eine neue Heimat, die dauerhaft aufrecht erhalten werden kann." Ernst Harrecker merkte an, dass der RZV mit dem provisorischen Zelt als Stallersatz schon "Riesenprobleme" mit dem Veterinäramt bekommen habe - auch deshalb sei ein Neubau in Wolkersdorf zu unterstützen.

Grüne beklagen Flächenversiegelung in Wolkersdorf

Das rote X markiert die Fläche, die die Stadt dem Rinderzuchtverband südlich von Wolkersdorf für den Neubau verkaufen will. 

Und warum kein Abriss der Chiemgau-Halle und ein Neubau der Rinderzüchter auf dem angestammten Areal beim Festplatz? Vor allem die Grünen-Stadträte sprachen sich dafür aus und argumentierten mit besserer Verkehrsanbindung und der vermeidbaren Flächenversiegelung in Wolkersdorf. "Die Chiemgau-Halle sollte abgerissen werden und dann ein schneller Neubau in Holzbauweise", so Wilfried Schott. Die Rinderzüchter müssten dann seiner Meinung nach "nur drei oder vier Monate" ohne Ort für die Viehversteigerungen auskommen.

Stall der Chiemgauhalle Traunstein eingestürzt

"Der Rinderzuchtverband befürchtet, dass ihm während der Baupause die Bauern wegbrechen", so Oberbürgermeister Kegel und Traudl Wiesholler-Niederlöhner machte klar: "Die wollen keinen Neubau bei der Chiemgau-Halle, das wurde klar gesagt.Wir können dem Rinderzuchtverband nicht vorschreiben, wo er wie bauen soll." Burgi Mörtl-Körner beanstandete dagegen die Flächenversiegelung für die neuen Parkplätze in Wolkersdorf, die nur dreimal monatlich genutzt würden.

Zukunft der Chiemgau-Halle offen

Die Fläche südlich von Wolkersdorf, die an den RZV verkauft werden soll, war von der Stadt eigentlich als Wohnbaufläche vorgesehen. Diese Pläne wären damit hinfällig. Wie es nach dem Weggang der Rinderzüchter vom Festplatz mit der Chiemgau-Halle weitergehen wird, ist momentan noch offen.

Nach Schätzungen des Rinderzuchtverbandes kämen ein Neubau des Stalls und eine Modernisierung der Chiemgau-Halle finanziell einem Neubau gleich. Daher zieht man gleich die zweite Neubauoption an anderer Stelle vor.

xe

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Traunstein

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT