Trotz Protest der Wolkersdorfer

"Sind in einer Notlage": Darum wollen die Rinderzüchter neu bauen

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Fotomontage: Bernhard Reiter vom Rinderzuchtverband Traunstein vor dem eingestürzten Stall an der Chiemgau-Halle. 
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Traunstein - Eine neue Halle auf der grünen Wiese bei Wolkersdorf - viele reagieren mit Unverständnis auf die Pläne des Rinderzuchtverbandes: Aber der sieht sich in einer Notsituation. 

Lärm, Verkehr, Flächenversiegelung, Entwertung der benachbarten Grundstücke - die Liste der Ängste ist lang, die viele Wolkersdorfer beim Gedanken plagen, wenn der Rinderzuchtverband (RZV) südlich des Dorfes neu baut. Eine Bürgerinitiative hat sich bereits gegründet und sammelt Unterschriften. Für Bernhard Reiter ist Wolkersdorf als Standort aber die beste Lösung: "Wir sind in einer Notlage", so der Verbandsverwalter des RZV.

Kein Neubau beim Festplatz: "Die Zeit sitzt uns im Nacken"

Vor allem die Grünen im Traunsteiner Stadtrat pochten darauf, die Rinderzüchter sollten die Gebäude am Festplatz sanieren bzw. neu errichten. "Für uns würde das ein bis zwei Jahre Ausfall bedeuten. Das wäre fatal", so Reiter. Im Winter stürzte das Dach des Stalls unter dem Schnee ein. Danach musste der RZV für einige Wochen mit der Kälberversteigerung nach Miesbach ausweichen. "Viele Vermarkter sind uns abgesprungen, wollten nicht so weit fahren", berichtet Bernhard Reiter. Schon damals habe es bedenkliche Umsatzeinbrüche gegeben. 

Stall der Chiemgauhalle Traunstein eingestürzt

"Die Zeit sitzt uns im Nacken", so Reiter - aber nicht nur das: Die Dachkonstruktion der Chiemgau-Halle ist baugleich mit der der ehemaligen Eishalle in Bad Reichenhall, die 2006 einstürzte. Die übriggebliebenen Wände des angebauten Stalls müssten deutlich verstärkt werden. Ein Neubau kommt dem Rinderzuchtverband wohl günstiger - und man hätte in Wolkersdorf einen eigenen Grund und kommt aus dem Vertrag mit der Stadt heraus, der bis 2060 an der Siegsdorfer Straße bestanden wäre.

Was sagt der RZV zu den Bedenken der Wolkersdorfer?

Das Entgegenkommen der Stadt, dem RZV den Grund in Wolkersdorf zu verkaufen, ist für Bernhard Reiter naheliegend: "In der jüngeren Vergangenheit haben wir der Stadt auch einige wichtige Flächen überlassen - am Axdorfer Feld, auf der Wartberghöhe und nicht zuletzt das Areal an der Scheibenstraße, auf dem dann die Feuerwehr angesiedelt wurde." Ein anderes Grundstück in Traunstein ließ sich für den Neubau nicht finden, auch in Nachbargemeinden habe man sich laut Reiter umgehört - vergeblich.

An jener Stelle südlich von Wolkersdorf will der Rinderzuchtverband den Neubau für die Viehversteigerungen errichten. Die Anordnung der Gebäude ist nur beispielhaft.

Hat man beim Rinderzuchtverband Verständnis für die Bedenken der Bürgerinitiative? "Wir wollen möglichst wenig versiegeln. Die Parkplätze sollen teils auch gekiest werden." Die neue Halle werde außerdem kleiner als die Chiemgau-Halle. Probleme mit dem Lärm sieht Reiter kaum - auch am jetzigen Standort sei dies nicht der Rede wert, obwohl die nächsten Nachbarn nur 20 Meter entfernt sind. Wald soll ebenfalls nicht gerodet werden, die Stadt schreibt eine Baumlänge Abstand vor. Und schließlich seien es nur drei Markttermine im Monat - im Schnitt sei dann mit rund 100 Fahrzeugen zu rechnen, die die Kälber anliefern. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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