Verweigert sich Peter Ramsauer der Diskussion?

Ramsauer: "War bei 19 Gesprächs- und Diskussionsrunden"

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Negative Kommentare auf der Facebook-Seite von Peter Ramsauer: "Lediglich beleidigende, drohende und schmähende Inhalte werden bei Facebook entfernt."
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Traunstein - Wenige Tage vor der Bundestagswahl wird Kritik laut, dass sich der Traunsteiner Bundestagsabgeordnete rar gegenüber politischen Kontrahenten und Bürgern mache. Dahinter soll aber etwas anderes stecken.

Kritische Vorwürfe werden wenige Tage vor der Bundestagswahl am Sonntag laut. Verweigert der Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Ramsauer die Diskussion mit seinen Kontrahenten? Und sogar den Dialog mit Bürgern? Von mehreren Seiten haben die Redaktion von chiemgau24.de Vorwürfe erreicht, wonach sich der Bundestagskandidat im Wahlkampf rar macht, selten persönlich auftritt und stattdessen Vertreter schickt.

Ein weiterer Vorwurf lautet, dass kritische Bemerkungen beim sozialen Netzwerk Facebook einfach gelöscht werden, statt sich damit auseinander zu setzen. Und jene, die diese Kommentare verfassen, direkt gesperrt werden. Doch was ist dran an diesen Vorwürfen?

Nur einen Nutzer bisher gesperrt

"Ich war auf einigen Debatten zum Wahlkampf, nur war bei keiner der Traunsteiner CSU-Kandidat Peter Ramsauer anwesend", schreibt eine Frau, deren Name der Redaktion bekannt ist. "Sondern immer nur seine Vertretung." Er verweigere sich der Gegenüberstellung mit anderen Kandidaten beziehungsweise Parteien und verweise stattdessen auf das Parteiprogramm. "Ich habe das in seiner Facebook-Werbung angeprangert, dass er sich dem Bürgerdialog verweigert. Jetzt hat man meinen Post gelöscht beziehungsweise verborgen und mich gesperrt." Andere Vorwürfe hören sich ähnlich an.

Auf Nachfrage von chiemgau24.de widerspricht Peter Ramsauer diesen Vorwürfen eindringlich. "Lediglich beleidigende, drohende und schmähende Inhalte werden bei Facebook entfernt", erklärt der CSU-Politiker. "Alles andere bleibt stehen." Ein Nutzer sei in den vergangenen Jahren gesperrt worden. Das sei am 1. Juli 2016 passiert. Damals ist Peter Ramsauer mit Bundesminister Sigmar Gabriel (SPD) in Griechenland gewesen. Ein griechischer Journalist habe eine Kampagne initiiert, woraufhin er einige Zeit gesperrt wurde, weil sein Vorgehen kriminell war.

Kampagne der AfD vermutet

Bei den aktuellen Vorwürfen wird vermutet, dass Anhänger anderer politischer Gruppen systematisch das Profil von Peter Ramsauer bearbeiten. "Personenrecherchen unserer Online-Agentur haben ergeben, dass auf unserer Seite seit einigen Wochen ganz organisiert Facebook-User Schmähkritik äußern und auch Fake-News verbreiten, die anhand ihrer Profile eindeutig dem "AfD-Dunstkreis" zuzuordnen sind", heißt es von Seiten Peter Ramsauers. "Hier behalten wir uns ebenso vor, diese Personen komplett zu sperren, um keine weitere Einflussnahme mit falschen Fakten zu ermöglichen."

Auch der Vorwurf, dass er bei kaum einer Debatte persönlich aufgetreten wäre und die Diskussion mit politischen Kontrahenten und Bürgern gescheut habe, gehe ins Leere. Vom 3. August bis zum 21. September habe er 19 Termine alleine zu Gesprächs- und Diskussionsrunden gehabt. Andere Termine sind hinzugekommen - auch bundesweit, da Peter Ramsauer momentan bereits Bundestagsabgeordneter ist.

Kalender mit Terminen voll

Seit Ostern sei er ausgebucht bis zur Bundestagswahl an diesem Sonntag, erklärt er. "Wenn ich im Juli eine Anfrage für eine Debatte bekomme und parallel bereits einen Termin habe, der seit Januar feststeht, kann ich den schlecht absagen", erklärt Peter Ramsauer.

Zudem habe er bei allen Veranstaltungen für eine kompetente Vertretung gesorgt, wenn er selbst nicht habe anwesend sein können. Oft ist das Tobias Zech gewesen, ebenfalls CSU-Politiker im aktuellen Bundestag sowie gebürtiger Trostberger. Etwa zwei Veranstaltungen täglich habe er selbst wahrgenommen. Von anderen höre er mittlerweile immer wieder, dass er es nicht übertreiben solle, erklärt Peter Ramsauer.

Quelle: chiemgau24.de

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