Anwohner fürchten schlimmere Hochwasser

Streit um Bebauung der Daxerau: Kehrt am Freitag Frieden ein?

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Die alten Tennishallen sind inzwischen abgerissen. Auf jener Fläche soll die Wohnbebauung entstehen. 
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Traunstein - Die umstrittenen Gutachten zur Bebauung der Daxerau wurden nochmal überprüft - das Ergebnis: keine Gefahr für die Nachbarn, doch die bleiben skeptisch. Kommt es diesen Freitag zur Lösung?

Ein "runder Tisch" soll die Konflikte um die geplante Wohnbebauung in der Daxerau einebnen, darauf einigte sich der Traunsteiner Stadtrat zuletzt und darauf hofft er. Nun steht der Termin: Am Freitagnachmittag kommen alle Beteiligten nochmal im Rathaus zusammen. Der Oberbürgermeister, die Fraktionsvorsitzenden, die Beschwerdeführer aus der Daxerau und Markus Disse von der TU München.

TU München soll Ergebnis allen nochmal erklären

Von Disse stammt die Überprüfung der bestehenden hydrologischen Gutachten zur Daxerau-Bebauung. Hintergrund war Druck des Petitionsausschusses des Landtages, den die Anwohner einschalteten. Das Ergebnis der TU München: Die bestehenden Gutachten vom Ingenieurbüro Aquasoli weisen zwar Lücken auf, aber trotzdem ergäben sich für die Nachbarn keine negativen Veränderungen. Das gleiche gelte für Nußdorf, Traunreut und Altenmarkt, im weiteren Verlauf der Traun.

Die beiden Anwohner Evi Kern und Alexander Callegari beim Ortstermin des Petitionsausschusses mit dem Landtagsabgeordneten Straub (links) im März. 

"Die Ergebnisse, dass für die Nachbarn keine Gefahr droht, wurden bestätigt. Nur die Bodenwerte in der Daxerau wurden von Aquasoli etwas zu positiv bewertet", so Oberbürgermeister Christian Kegel zuletzt im Stadtrat. Beim Termin am Freitag soll Markus Disse seine Untersuchung den Beteiligten nochmal erläutern. "Aber irgendwann muss es akzeptiert werden, dass fachliche Dinge sind wie sie sind", so Kegel.

Anwohner forderten komplett neue Gutachten

Ob die Anwohner damit zufrieden sein werden darf bezweifelt werden. Sie forderten eigentlich komplett neue wasserwirtschaftliche Gutachten und nicht nur eine Überprüfung der bestehenden. Auch der Petitionsausschuss des Landtages einigte sich bei seinem Ortstermin am 19. März darauf. Die Anwohner fürchten durch die Bebauung eine Versiegelung der Retentionsflächen. Durch Traun, Röthelbach und Wasserabfluss vom Hochberg kennen sie die Hochwassersituation gut. 

Grafik, wie das neue Wohnviertel in der Daxerau aussehen könnte. 120 Wohnungen könnten in 13 Gebäuden entstehen.

Wie geht es weiter? Das Ingenieurbüro Aquasoli muss seine Gutachten erneut überarbeiten. Danach wird es dem Stadtrat mitsamt dem kompletten Bebauungsplan nochmal zum Beschluss vorgelegt. Für die Bebauung der Daxerau gibt es nach wie vor eine stabile Mehrheit im Stadtrat: Zuletzt stimmten wieder 17 Räte dafür und sechs dagegen - Ursula Lay, Thomas Graf, Ulrike Hoernes, Wilfried Schott, Burgi Mörtl-Körner und Thomas Stadler. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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