Rettenbacher Trachtler kümmern sich um ihren Maibaum

Historische Taferl am Baum angebracht – Maibaumklettern nach altem Brauch

Keine leichte Aufgabe. Die Rettenbacher Trachtler haben an ihrem Maibaum neun Motivtafeln aus dem Jahre 1939 angebracht.
+
Keine leichte Aufgabe. Die Rettenbacher Trachtler haben an ihrem Maibaum neun Motivtafeln aus dem Jahre 1939 angebracht.

Wie schon im Vorjahr fanden auf Grund der Coronapandemie keine Feste zum Maibaumaufstellen in der Region statt. Einige Rettenbacher Trachtler rund um den Vorstand Franz Maier nahmen den 1. Mai dennoch zum Anlass, um den Baum am Rettenbacher Weiher optisch aufzuwerten. Sie haben die Taferl der Handwerksbetriebe sowie von Stadt und Landkreis am Baum angebracht.

Traunstein - „Für uns war es wichtig, dass wir dabei auf den guten alten Brauch des Maibaumkletterns zurückgreifen“, erklärt Franz Maier im Gespräch mit chiemgau24.de und fügt an, „dass dabei ein gesicherter Kletterer auf den Baum steigt und die Motivtafeln montiert. Auf einen Kran können wir dabei verzichten. In der rund eineinhalbstündigen Aktion konnten so die neun Tafeln an dem etwa 28 Meter hohen Baum sicher befestigt werden.

Die meisten der Tafeln blicken dabei auf eine lange Geschichte zurück und stammen aus dem Jahre 1939. Wie es in der Trachtenvereinschronik heißt: „… konnte 1939 der erste Maibaum, gestiftet vom Bürgermeister Georg Schmid, Kriegenhofer von Kammer, aufgestellt werden. Die Figuren die noch heute den Maibaum zieren, fertigten Schmiedemeister Georg Lebacher und sein Geselle Sebastian Prambs aus den Flügeln eines alten Windbrunnens, nach den Zeichnungen von Heinrich Huber. Bemalt hatte die Maibaumfiguren erstmals Billinger von Krichstätt“.

Die Aufgabe des Kletterers wurde Thomas Diewock übernommen. Viele Jahre lang montierte sein Vater Helmut die Taferl am Rettenbacher Maibaum. „Es war für mich eine Ehrensache dieses Amt von meinem verstorbenen Vater zu übernehmen“, so Thomas Diewock und auch die Trachtler selbst sind froh, dass Sie somit an dem alten Brauch festhalten können.

Dabei haben sie auf die alte Tradition des Maibaumkletterns zurückgegriffen und auf technische Hilfsmittel verzichtet. Thomas Diewock hat dieses Amt von seinem verstorbenen Vater Helmut übernommen und hat zum ersten Mal den Maibaum am Rettenbacher Weiher erklommen, um die Montagearbeiten durchzuführen.

Unterstützung vom Boden aus leisteten dabei die beiden Vorplattler Sebastian Gartner und Florian Jobst sowie Vinzenz Jobst jun. Ihre Aufgaben waren unter anderem die Seilsicherung durchzuführen und die Motivtafeln anzureichen. Mit dem Traunsteiner Stadtwappen und der Tafel des Landkreises Traunstein wurden die Motive am Baum komplettiert zieren nun über den Sommer den Rettenbacher Maibaum, ehe dieser im Herbst gänzlich umgelegt wird.

„Geplant ist das nächste Maibaumaufstellen vorm Wirt in Rettenbach bereits im kommenden Jahr. Ich gehe fest davon aus, dass wir dieses Fest dann wie gewohnt mit den Kammerern und Rettenbachern gemeinsam feiern können“, zeigt sich Franz Maier zuversichtlich. Nun aber freuen sich die Aktiven erstmal, dass die Tafeln angebracht sind und den Baum über den Sommer hinweg zieren.

Hob

Kommentare