Mörtl-Körner will Bürgermeisterin werden

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Die Ortssprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Anna Stephl (links) und Wolfgang Wörner, gratulierten Burgi Mörtl-Körner zur Wahl als OB-Kandidatin.

Traunstein - Die Grünen haben ihre Bürgermeisterkandidatin für die Stadt Traunstein nominiert. Bisher ist sie die einzige Frau, die ins Rennen geht.

Stadträtin Burgi Mörtl-Körner ist bisher die einzige Frau, die Oberbürgermeister Manfred Kösterke bei den Kommunalwahlen den Sessel streitig machen will. Bei der Aufstellungsversammlung im Sailer-Keller wählten sie die Mitglieder und stimmberechtigten Unterstützer von Bündnis 90/Die Grünen einstimmig zur OB-Kandidatin. Bei zwei ungültigen Stimmen wurde sie auch auf Platz eins der Stadtratskandidatenliste gesetzt.

In ihrer Bewerbungsrede, die sie unter das Motto „Bewährtes erhalten und Traunsteins Zukunft gestalten“ stellte, wies die Berufsschullehrerin auf ihr Engagement in der Vergangenheit als Gruppenleiterin der KLJB, als Personalrätin und Personalratsvorsitzende und als Verbindungslehrerin an der Schule, als Schöffin und als ehrenamtliche Betreuerin hin. Seit 18 Jahren ist sie Kreisrätin und seit fast sechs Jahren Stadträtin. „Demokratie lebt von der Vielfalt, der Wettbewerb um das politische Amt der Oberbürgermeisterin belebt sicher die Diskussion bei den Bürgerinnen und Bürgern. Gerade als Frau finde ich es interessant, sich dem Wettbewerb mit den männlichen Kandidaten zu stellen“, begründete sie ihre Kandidatur.

"Mut haben, sich einzumischen"

Alle politischen Entscheidungen beträfen auch Frauen. Sie seien mehr als die Hälfte der Bevölkerung, aber immer noch zu wenig in den politischen Ämtern vertreten. „Deshalb müssen wir Frauen den Mut haben, sich einzumischen und politische Verantwortung zu übernehmen“, betonte sie. Als attraktive Stadt brauche Traunstein gute Startchancen für Kinder und Jugendliche. Dafür werde sie sich einsetzen. Sie brauche die kulturelle Vielfalt als Voraussetzung für Lebensqualität und Stil. „Ich werde für neue Ideen offen sein“, versprach Mörtl-Körner.

Ferner setzte sie sich für eine belebte Innenstadt ein und sprach sich gegen weitere große Märkte am Stadtrand aus, die in Konkurrenz zu einer belebten Innenstadt stünden. „Wir brauchen eine aktive Energiepolitik, die von der Energieeinsparung bis zur Nutzung alternativer Energien im Energiemix reicht“, sagte sie. Ein Beitrag könnte die fahrradfreundliche Stadt sein.

Da ein Viertel der Bevölkerung Traunsteins älter als 60 Jahre sei, wäre für die Mobilität und Verkehrsvermeidung ein Flexi- oder Rufbussystem. Sie warb auch für den sozialen Ausgleich durch ein friedliches und zufriedenen Zusammenleben aller Bürger aus und forderte die Förderung der vielfältigen Vereine ein. Da sie als Oberbürgermeisterin alleine nichts bewegen könne, versprach sie, für eine transparente und offene politische Arbeit mit allen Fraktionen und für mehr Bürgerbeteiligung einzutreten. „Deshalb ist für mich auch ein Jugendparlament ein großes Anliegen.“

Ziel: Vier Sitze im Stadtrat

Der Landratskandidat von Bündnis 90/Die Grünen, Sepp Hohlweger, der die Wahl leitete, nannte es eine große und nicht immer einfache Entscheidung, sich aufstellen zu lassen. Als Stadtrat könne man aber mitgestalten, an gehobener Stelle als Oberbürgermeister auch ausgestalten. Man könne als Listenkandidat, auch wenn man nicht gewählt werde, Erfahrungen sammeln und sich mit den Mitbürgern auseinandersetzen. In Traunstein habe die Partei gute bei der Landtags- und Bundestagswahl gute Ergebnisse erreicht. Dies sei auch Ansporn für die Anhänger. Die Kandidaten hätten nun gut drei Monate Zeit, dies in mehr Stimmen und Stadtratsmandate umzuwandeln. Als Ziel gab Hohlweger vier Stadtratssitze aus.

Aufgestellt wurden bei der Versammlung nur die ersten zehn Listenplätze. Für die Plätze 11 bis 24 Kandidaten wird die Vorstandschaft einen Vorschlag erarbeiten und die Liste am 7. Januar als ganzes zur Abstimmung stellen. Stadtrat Wilfried Schott stellte bei der Aufstellung der Stadtratskandidatenliste den Antrag auf Aufhebung des Frauenstatus, wonach die ungeraden Plätze nur für Frauen und die geraden offen für Männer und Frauen sind, um für die ersten Listenplatz antreten zu können. Dies wurde bei nur einer Gegenstimme abgelehnt. In der Abstimmung um Platz zwei unterlag er dem Ortssprecher Wolfgang Wörner und musste sich hinter der Kreissprecherin Helga Mandl auf Platz vier einreihen. Es folgten auf den Plätzen fünf bis zehn Mina Baur, Dr. Hans-Peter Weigel, Ortssprecherin Anna Stephl, Thomas Stadler, Monika Klinikenberg-Weigel und Jessica Franzen.

bjr

Quelle: chiemgau24.de

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