Denkmalschutz stellt sich jetzt schon quer

Große Baupläne für eines der Traunsteiner Wahrzeichen

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Den markanten Altbestand will der Eigentümer innen für eine Wohn- und Geschäftsnutzung umbauen, der rückseitige Stadel (siehe unten) soll abgerissen werden. 
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Traunstein - Es ist eines der prägendsten Gebäude Traunsteins: der auffällige Ziegelbau mit Fachwerk an der Äußeren Rosenheimer Straße. Ein Investor plant dort nun Umbauten.

Um 1800 erbaut nutzte der frühere Höll-Bräu das Gebäude als Saal und Sommerkeller. Immer wieder wurde der Bau erweitert - so auch an der Südwestseite in den 1920er Jahren. Diesen Teil, nicht die prägende Vorderseite, will ein Investor nun abreißen und neu erbauen.

Die dortige Scheune ist eindeutig weniger sehenswert als das Wahrzeichen mit dem Turm hin zur Äußeren Rosenheimer Straße - trotzdem steht es, wie der ganze Komplex, unter Denkmalschutz: "Die ablehnende Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege ist eindeutig", so Oberbürgermeister Kegel am Donnerstag in der Bauausschusssitzung.

Das hat der Eigentümer vor

Der Stadel im Südwesten, den der Eigentümer abreißen und durch einen Wohnbau ersetzen will.

Geplant wäre im Südwesten ein dreigeschossiger Wohnneubau mit Tieffgarage - höher als der jetzige Stadel und er würde bis an die Binderstraße reichen. Das bestehende, markante Gebäude soll innen zur Wohn- und Gewerbenutzung umgebaut werden. Der Bauausschuss hatte in erster Linie mit der Höhe des Neubaus ein Problem, denn er könnte den prägenden, vorderen Bau an der Äußeren Rosenheimer Straße überragen: "Diese Ansicht muss unbedingt erhalten bleiben", so zum Beispiel Sepp Kaiser.

Rot umrandet der Bereich, der abgerissen werden soll.

Trotzdem will die Stadt dem Investor nicht zu zusätzliche Steine in den Weg legen: "Man muss dem Eigentümer zumindest soweit entgegen kommen, dass er das nutzen kann, sonst verfällt's", so Ernst Harrecker - obwohl er, wie viele andere, der Ansicht ist, dass der bisherige Entwurf des Investors "zu wuchtig" ausfällt. Zu entscheiden hatte der Bauausschuss noch nichts. In der kommenden Woche wird erst ein Vor-Ort-Termin mit dem Landesamt für Denkmalpflege geben - dann können Eigentümer und Stadtverwaltung an die weiteren, realisierbaren Schritte gehen. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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