Bildungszentrum der Kliniken Südostbayern AG

Geflüchtete an der Berufsfachschule

Traunstein - Motiviert, lernwillig, von Kollegen wie Patienten gern gesehen: 14 der insgesamt 24 Schülerinnen und Schüler der neuen Klasse der Berufsfachschule am Bildungszentrum der Kliniken Südostbayern AG kommen aus den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt.

Sie bringen wie ihre einheimischen Mitschüler gute Gründe für ihre Berufswahl und ein gerüttelt Maß Liebe zu den Menschen mit. Mit diesen gehen die jungen Männer behutsam um, mussten sie doch schon in ihrer Heimat und auf der Flucht unendlich viel Leiden, Krankheiten und Sterben miterleben.

Wer Yousef Afandi, Faridon Khan Akhundzada und Okubamichael Kesete in ihren ersten Ausbildungswochen auf den Stationen in den verschiedenen Häusern der Kliniken Südostbayern AG besucht, bekommt einen guten Eindruck von gelebter Integration. Haben die Schülerinnen und Schüler der Ausbildungsgänge im Bildungszentrum ohnehin immer einen hervorragenden Ruf beim Pflegepersonal, so sind die erfahrenen Pflegekräfte auch voll des Lobes über die aus Eritrea, Afghanistan oder Syrien kommenden Schüler der im August gestarteten Berufsausbildung zur/zum Pflegefachhelfer/in in der Krankenpflege. Diesem Lob schließt sich Dr. Paech, medizinischer Direktor des Klinikverbundes, uneingeschränkt an und betont, "dass die gelungene Integration dieser hochmotivierten Schülerinnen und Schülern nicht nur eine sehr willkommene Unterstützung in der Patientenversorgung bedeutet, sondern auch im Kontext des steigenden Bedarfs an Fachkräften zu sehen ist. Denn ohne eine ausreichende Zuwanderung von medizinischen Fachkräften mit ausländischen Wurzeln werden die Herausforderungen des massiv steigenden Versorgungsbedarfs in Deutschland kaum zu meistern sein."

Dies sieht Alexander Hoh, Leiter der Pflegeschulen Traunstein, ähnlich. Parallel zur Integration in die Stationsarbeit stehe ebenso die Aneignung von fachspezifischem Wissen sowie sozio- und interkulturelle Erfahrungen im Fokus der integrativen Arbeit. "Die Schülerinnen und Schüler erwerben in einem Klassenverbund weitaus mehr als theoretisches und fachpraktisches Pflegewissen, sie lernen gleichzeitig die reflektierte und wertschätzende Auseinandersetzung mit der eigenen und anderen Kulturen." Dies sei letztlich nichts Neues an den Berufsfachschulen, hingegen die große Anzahl an Flüchtlingen schon. Diese Zusammenstellung bringe eine gewaltige Herausforderung und eine hohe Verantwortung für alle an der Ausbildung Beteiligten mit sich. "Aus diesem Grund werden wir die jungen, motivierten Auszubildenden individuell unterstützen und begleiten, zum Beispiel durch zusätzliche sprachliche und berufssprachliche Förderung oder durch das Projekt Kultursensible Pflege, das übergreifend mit einer Klasse der BFS für Krankenpflege gestaltet wird."

„Er ist wirklich ein vorbildlicher Auszubildender, interessiert, motiviert und immer freundlich zu den Patienten und Kollegen“, sagt Kranken- und Gesundheitspfleger Florian Maier über Okubamichael Kesete. Der 24-Jährige ist im Rahmen seiner Ausbildung für einige Zeit in der Abteilung für Gefäßchirurgie und endovaskuläre Chirurgie am Klinikum Traunstein. "Die Arbeit gefällt mir sehr, sehr gut, für mich ist es wichtig, mit Menschen und sozial zu arbeiten, ich mag den Kontakt mit den Patienten, weil ich gerne helfe", sagt der junge Mann aus Eritrea. In seinem Heimatland gilt lebenslanger Militärdienst, er musste als Pflichtsoldat arbeiten. "Sind Sie hier geboren?", fragen ihn die Patienten öfter, weil Okubamichael Kesete fließend Deutsch spricht. Seit drei Jahren in Deutschland, habe er das Glück gehabt, dank ehrenamtlicher Deutschlehrer und einer freiwilligen Betreuerin und ihrer Familie viel gelernt und weitergekommen zu sein, so der Eritreer. Wenn er die einjährige Ausbildung erfolgreich abschließt und dann seine deutschen Sprachkenntnisse weiter perfektioniert habe, wolle er die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger absolvieren, erzählt Kesete. Deutsche Lehrbücher zu lesen, sei für ihn kein Problem, der bayerische Zungenschlag aber manchmal schon noch. "Mein Wunsch ist, dass ich später als Krankenpfleger arbeiten kann und gesund bleibe", sagt er.

Pressemitteilung Kliniken Südostbayern AG

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © Kliniken Südostbayern AG

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