„Click and meet“ im Dirndl und in der Lederhose

Durchwachsene Bilanz am ersten Öffnungstag - „Trachtenbranche“ am stärksten betroffen

Mit dem Konzept „Click & Meet“ können sich Kundinnen und Kunden für einen Einkaufstermin anmelden.
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Mit dem Konzept „Click & Meet“ können sich Kundinnen und Kunden für einen Einkaufstermin anmelden.

„Die Freude bei unseren Kundinnen und auch bei den Mitarbeiterinnen war sehr groß, als wir am Montag das erste Mal wieder unsere Geschäfte aufsperren durften“, sagt Kathrin Proft, Inhaberin von 23 Trachten-Shops unter anderem in Traunstein, Freilassing und Bad Reichenhall, aber auch in der weltberühmten Getreidegasse in Salzburg. In einem BGLand24-Interview erklärt sie, warum die Corona-Pandemie die Trachtenmode-Branche am härtesten getroffen hat.

Traunstein/Freilassing/Salzburg - In Traunstein lief es gestern, Montag, „schon ziemlich gut“ weil dort schon länger der 7-Tages-Richtwert an Neuinfektionen unter 100 lag und das Öffnen länger bekannt war. „Den ganzen Tag über waren rund 15 Kundinnen bei uns, die ersten hatten sich schon am Samstag telefonisch einen Termin geholt“, so Proft. Die Mitarbeiterinnen waren am Wochenende bereits im Shop um alles vorzubereiten, „um Punkt 10 Uhr waren dann die ersten vier Kundinnen mit Termin vor der Eingangstür“.

Die Freude, endlich wieder probieren und einkaufen zu dürfen sei sichtlich groß gewesen. „Wenn jemand keinen vereinbarten Termin hat darf er trotzdem rein, wenn genug Platz ist“, so die Dollinger-Eigentümerin, aber alle würden streng registriert, wie es die Kundinnen ja schon von der Gastronomie her kannten. „Der Erklärungsbedarf ist zum Teil groß, aber die Kundinnen haben Verständnis“, sagt Proft, Alibi-Namen kämen nicht vor, „zum Großteil sind es ja auch Stammkundinnen die kommen, und die kennen wir ja sehr gut“, Ausweise würden die Mitarbeiter aber nicht kontrollieren.

Insgesamt sei sie mit dem ersten Tag im Traunsteiner Geschäft zufrieden gewesen, „aber auch in der großen Kreisstadt fehlen halt die Touristen und für uns in der Trachtenbranche die Anlässe, also Hochzeiten und Feiern“. Ein Umsatzvergleich mit dem März des Vorjahres sei nicht wirklich möglich, „denn da waren wir ab 9. März ja auch schon im teilweisen Lockdown-Modus“. Wirklich trist sei die Situation im Laden in Reit im Winkl, dort lebe man praktisch nur von den Touristen, die ja jetzt ausblieben.

Österreicher fehlen in Bad Reichenhall und Freilassing

Nicht viel anders ist die Situation in den Dollinger-Geschäften im Berchtesgadener Land, also in Freilassing, Bad Reichenhall und Berchtesgaden. Hier habe man erst am Sonntagnachmittag „sehr kurzfristig“ erfahren, dass man am Montag wieder öffnen dürfe, „also öffnen mit einem vereinbarten Termin“.

In Bad Reichenhall sind am Montag knapp 20 Kundinnen im Geschäft gewesen, „unsere Verkäuferinnen haben gesagt es war erstaunlich viel los“. In Freilassing hat man im Dollinger-Ableger „Sunny“ in der Hauptstraße schon von Trachten auf Modebekleidung umgestellt, „auch hier war der Erklärungsbedarf für die Kundinnen am Eingang zum Teil groß, viele meinten, sie würden ja nur fünf Minuten hereinkommen wollen und bräuchten dafür keine Terminvereinbarung“, sagt Proft. Dass Freilassing davon profitiert, dass Einheimische derzeit nicht nach Salzburg fahren dürfen, glaubt Proft im Übrigen nicht, „dafür dürfen ja auch keine Salzburger Kunden zu uns kommen, das hält sich zumindest in unseren Geschäften wahrscheinlich die Waage“.

Neben den Kundinnen sind auch die Mitarbeiterinnen froh endlich wieder im Verkauf zu stehen, „wir hatten ja jetzt doch drei Monate geschlossen und mussten daher auch unsere Shops erst einmal sauber machen und neu dekorieren“. In 23 Filialen beschäftigt Dollinger an die 110 Mitarbeiterinnen, die Hälfte davon ist nach wie vor in Kurzarbeit. Derzeit sind die Shops im Berchtesgadener Land von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

„Click and meet“ im Dirndl und in der Lederhose - Durchwachsene Bilanz am ersten Öffnungstag

Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung einkaufen gehen.
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung bei Dollinger einkaufen gehen. © hud
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung einkaufen gehen.
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung bei Dollinger einkaufen gehen. © hud
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung einkaufen gehen.
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung bei Dollinger einkaufen gehen. © hud
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung einkaufen gehen.
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung bei Dollinger einkaufen gehen. © hud
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung einkaufen gehen.
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung bei Dollinger einkaufen gehen. © hud
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung einkaufen gehen.
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung bei Dollinger einkaufen gehen. © hud
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung einkaufen gehen.
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung bei Dollinger einkaufen gehen. © hud
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung einkaufen gehen.
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung bei Dollinger einkaufen gehen. © hud
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung einkaufen gehen.
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung bei Dollinger einkaufen gehen. © hud
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung einkaufen gehen.
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung bei Dollinger einkaufen gehen. © hud
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung einkaufen gehen.
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung bei Dollinger einkaufen gehen. © hud
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung einkaufen gehen.
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung bei Dollinger einkaufen gehen. © hud
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung einkaufen gehen.
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung bei Dollinger einkaufen gehen. © hud
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung einkaufen gehen.
Beim Click & Meet in Bad Reichenhall konnten Kundinnen und Kunden auch mit Spontananmeldung bei Dollinger einkaufen gehen. © hud

Touristen fehlen auch in Salzburg

In Österreich dürfen seit 8. Februar die Geschäfte zwar wieder aufsperren, aber der Mega-Umsatz wird auch hier nicht generiert, im Dollinger-Shop in der weltberühmten Getreidegasse fehlen die Touristen ebenso, „auch hier versuchen wir unser Geschäft auf Mode umzudrehen, in den letzten Wochen hatten wir rund 20 Prozent des Umsatzes vom März 2020, und der war wegen der beginnenden Pandemie schon schwach“.

Aber in Österreich seien zumindest die Geschäfte offen, „im Einzelhandel hat es ja keine nachgewiesenen Infektionen gegeben, aber es geht halt um die Mobilität“. Generell hätte es die Trachtenbranche innerhalb der Modebranche am härtesten getroffen, „es gibt ja weit und breit keine Anlässe um ein Dirndl oder Lederhosen zu tragen, also keine Hochzeiten und anderen Feiern“. Der Online-Handel würde das nur zu einem Bruchteil wettmachen können. Mit Online-Modeschauen und eigenen Verkäuferinnen als Models habe man einen neuen Weg versucht, „bei einer Online-Modeschau konnten wir 200 Zuschauer begrüßen und anschließend gut verkaufen“.

hud

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