Die Feuerwehren probten den Ernstfall bei Traunstein

„Bei einem wirklichen Brand wird das Löschwasser nicht reichen!“

+

Traunstein - „Wohnhausbrand mit Menschenleben in Gefahr“, so lautete die Übungsdurchsage für die Feuerwehren Kammer, Otting, Pierling, Nußdorf und Waging am See. Ein Einfamilienhaus an der Pallinger Straße, welches demnächst abgerissen wird, konnte von den Feuerwehren zur Übung genutzt werden. 

Rund 60 Einsatzkräfte arbeiteten das Übungsszenario in gut einer Stunde ab. Eine Erkenntnis aus der Übung ist, dass für den Ortskern von Kammer das Löschwasser aus dem Hydrantennetz nicht reichen wird und im Bedarfsfall lange Schlauchstrecken von mehr als zwei Kilometer Länge erforderlich sind. Die Schwerpunkte lagen neben einem umfangreichen Atemschutzeinsatz, auf dem raschen Aufbau einer Führungsstruktur sowie dem Einsatz der Drehleiter zu Menschenrettung. 

Zudem mussten die Floriansjünger mit beengten Verhältnissen an der Übungsstelle zurecht kommen. Einsatzleiter Albert Rieder aus Kammer koordinierte die Einheiten. Aus zwei Hydranten wurde das nötige Löschwasser entnommen und an die Einsatzstelle geführt. 14 Atemschutzgeräteträger kamen zur Brandbekämpfung und Menschenrettung zum Einsatz, so dass alle vermissten Personen innerhalb kurzer Zeit ins Freie gebracht werden konnten. Bei der abschließenden Manöverkritik durch die Beobachter Stefan Helmel, Günter Marks und Hubert Hobmaier vom Kreisfeuerwehrverband Traunstein gab es keine größeren Kritikpunkte. „Natürlich gibt es immer Dinge die optimiert werden können, sonst bräuchten wir ja nicht mehr üben“, so Stefan Helmel. 

Die Feuerwehren probten den Ernstfall bei Traunstein

Besonders die Aufstellung der Fahrzeuge bei engen Verhältnissen sei immer wieder eine Herausforderung. Dies ist bei der Übung wirklich gut gelungen, lobte Hubert Hobmaier die Teilnehmer. Ein schneller erster Zugriff durch das Löschgruppenfahrzeug aus Kammer war möglich und die Drehleiter aus Waging wurde so positioniert, dass sie sowohl zur Menschenrettung als auch zur Brandbekämpfung eingesetzt werden konnte. 

Albert Rieder zeigte sich hoch erfreut, dass diese Übung zustande gekommen ist und dankte allen Teilnehmern mit einer vom Feuerwehrverein spendierten Brotzeit am Gerätehaus in Neukammer. Es stimmt ihn allerdings nachdenklich, dass es Ortskern von Kammer neben den Hydranten keine weitere Möglichkeit zur Entnahme von Löschwasser gibt und das öffentliche Netz schnell an seine Grenzen stößt. Davon betroffen seien neben der Schule und dem Kindergarten auch ein Gasthaus, zahlreiche Handwerksbetriebe und landwirtschaftliche Anwesen. Seinen Worten zur Folge sei der von der Feuerwehr mehrfach angeregte unterirdische Wasserbehälter nach wie vor nötig, um bei größeren Bränden ausreichend Wasser zur Verfügung zu haben und nicht lange Schlauchstrecken von Gerating oder Neuhausen sowie dem Löschweiher in Rettenbach aufbauen zu müssen. 

Hob

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Traunstein

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT