Die Euro-Million endlich losgebracht

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Mit zweckgebundenen Spenden hat der Förderverein „Alt-Traunstein“ außerdem den Grabstein des Traunsteiner Bergsteigers Gustl Kröner auf dem Traunsteiner Waldfriedhof restaurieren lassen.

Traunstein - Der Beschluss des Stadtrates, die Eine-Million-Euro-Spende anzunehmen, stimmt die Mitglieder des Fördervereins Alt-Traunstein mehr als freudig. Nun soll der Salinenpark bis 2017 entstehen.

Große Zufriedenheit bei den Mitgliedern des Fördervereins „Alt-Traunstein“: Wenige Stunden vor der Jahreshauptversammlung im Heimathaus hatte der Stadtrat mit 13:10 Stimmen beschlossen, die Eine-Million-Euro-Spende eines keineswegs unbekannten, aber öffentlich nicht genannt werden wollenden Spenders, wie es der Vorsitzende Richard Kraft formulierte, anzunehmen und mit dem Geld einen Salinenpark zu errichten.

Vor lauter Freude hatte Kraft seine Krawatte vom Besuch der Stadtratssitzung anbehalten und verkündigte, er werde wieder eine Krawatte tragen, wenn der Salinenpark eingeweiht werde. Der Förderverein könne jetzt die erste Rate von 600.000 Euro an die Stadt überweisen, damit diese das Grundstück mit der Franz-Eyrich-Turnhalle vom Turnverein Traunstein kaufen könne.

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Otto Huber, mit Dietrich von Dobeneck einer der Initiatoren des Salinenparks, verwies auf die fast 400 Jahre lange Salinengeschichte Traunsteins hin. Die Vereinbarung mit der Stadt sehe nun die Errichtung eines Salinenparks vor, um den freien Blick auf die denkmalgeschützten Fassaden der Salinengrundstücke zu ermöglichen. Die Stadt werde nun das Grundstück vom Turnverein erwerben und das Areal daneben in den Salinenpark einbringen. Die Gebäude würden abgetragen, sobald der TV Traunstein in der neuen, noch zu errichtenden Turnhalle des Annette-Kolb-Gymnasiums untergebracht werde. Mit dem Salinenpark werde eine wunderbare Einfahrt in die Stadt entstehen, war Huber überzeugt. Geplant sei, den alten Aubach wieder freizulegen und einen Nachbau eines Wasserrads der Reiffenstuelschen Kolbendruckpumpe aufzustellen, von dem ein Modell im Traunsteiner Bauhof stehe. Huber meinte, Traunstein müsse seine Salzgeschichte nicht an der Saline, sondern an der Soleleitung von Bad Reichenhall nach Traunstein festmachen. „Salinen gibt es viele, aber die Soleleitung war die erste Pipeline der Welt“, machte er auf das Alleinstellungsmerkmal aufmerksam.

Zudem könne die Stadt Traunstein mit wenigen Mitteln den bereits bestehenden Salinenweg ausbauen. Sie könne zum Beispiel die Wohnung eines Salinenarbeiters im 18. Jahrhundert einrichten oder in seinem Dienstzimmer die herausragende Rolle des Salzmaiers beschreiben. Ferner schlug er einen Raum für Präsentationen von Filmen über die Soleleitung oder die Trift auf der Traun vor. In der alten Schmiede könnte man zur 400-Jahr-Feier der Soleleitung ein virtuelles Modell der Soleleitung in verschiedenen Zeitepochen zeigen.

Huber berichtete auch über die Restaurierung des Grabs von Gustl Kröner (20. März 1908 bis 19. August 1933) im Traunsteiner Waldfriedhof, die er in der vergangenen Jahreshauptversammlung angeregt hatte. Die Familie hatte das Grab aufgegeben. Mit zweckgebundenen Spenden hat der Förderverein „Alt-Traunstein“ seinen Grabstein wieder herrichten lassen. Kröner war Bergsteiger, Alpenmaler und Alpinschriftsteller. Er hat an die 20 wichtigen Erstbegehungen vorgenommen und war Seilgefährte von Anderl Heckmair. Im Alter von 25 Jahren kam er durch Steinschlag an der Matterhornnordwand ums Leben.

Noch nicht recht weiter gekommen ist der Förderverein „Alt-Traunstein“ bei der Sanierung der Grabtafeln (Epitaphe) an der Kirche St. Georg und Katharina im Stadtpark. Zwar hat nach den Worten von Kraft mit Vertretern des erzbischöflichen Ordinariats und der Kirchenverwaltung St. Oswald stattgefunden, aber einen Beschluss über die Generalsanierung der Kirche hat es wegen eines fehlenden Nutzungskonzepts durch St. Oswald nicht gegeben. „Der Förderverein „Alt-Traunstein“ wird sich jetzt der Epitaphe annehmen“, bekräftigte der Vorsitzende. Zunächst werde ein Leistungsverzeichnis ermittelt, auf dessen Grundlage sich der Förderverein „Alt-Traunstein“ in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege um öffentliche Zuschüsse bemühen werde. Die Restaurierung müssen dann Fachfirmen ausführen. Kraft rechnete mit Kosten von mindestens 55.000 Euro.

Für Hans Kösterke, der sein Beiratsmandat niedergelegt hat, wurde Dietrich von Dobeneck in den Beirat nachgewählt. Dobeneck erklärte, seine Familie sei 1886 wegen der Kneippbäder nach Traunstein gezogen und deshalb lange mit der Stadt verwurzelt. Er sei zwar 50 Jahre beruflich in München gewesen, habe aber immer in Traunstein gewohnt. Zusammen mit Otto Huber habe er das Thema „Salzmuseum“ aufgegriffen und mit Unterstützung des Fördervereins „Alt-Traunstein“ und des Historischen Vereins Traunstein weiter verfolgt. Den Salinenpark nannte Von Dobeneck einen ersten Teilerfolg. „Aber es geht nicht um den Salinenpark, sondern um den freien Blick auf die Salinenhäuser“, betonte er.

bjr

Quelle: chiemgau24.de

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