Bundeskinderschutzgesetz:

Erweiterte Führungszeugnisse für Jugendarbeiter

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Traunstein - Ein wichtiges Thema: Erweiterte Führungszeugnisse sollen sicherstellen, dass keine Person Kinder betreut, die wegen einer sexuellen Straftat verurteilt worden ist.

Das Traunsteiner Amt für Kinder, Jugend und Familie versendet im Laufe des Monats April Verträge an über 500 Vereine, die Jugendarbeit betreiben und dafür öffentlich gefördert werden. Hintergrund ist das aktuelle Bundeskinderschutzgesetz. Nicht nur Hauptamtliche, sondern auch Neben- und Ehrenamtliche, die sich in der Jugendarbeit engagieren, benötigen erweiterte Führungszeugnisse – sofern der Kontakt zu jungen Menschen eine gewisse Intensität erreicht. Aufgabe des Jugendamts ist es, durch Verträge mit den Vereinen sicherzustellen, dass unter deren Verantwortung keine Person Kinder oder Jugendliche betreut, die wegen einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung verurteilt worden ist.

Um die gesetzlichen Bestimmungen zur Vorlage erweiterter Führungszeugnisse hatte es im vergangenen Jahr zahlreiche Diskussionen gegeben. Kritikpunkte waren vor allem Bürokratie und Datenschutz. Auf Vorschlag des scheidenden Landrats Hermann Steinmaßl haben sich die meisten Gemeindeverwaltungen des Landkreises bereiterklärt, die Führungszeugnisse der Ehrenamtlichen einzusehen und zu bescheinigen, dass kein Tätigkeitsausschluss wegen einschlägiger Straftaten vorliegt.

Erweiterte Führungszeugnisse enthalten auch Angaben zu „geringfügigen“ Sexualdelikten (Verurteilung zu weniger als 90 Tagessätzen bzw. 90 Tagen Haft), die in normale Führungszeugnisse nicht aufgenommen werden. Sie werden persönlich beim Bürgeramt (Einwohnermeldeamt) der Wohnortgemeinde beantragt. Für ehrenamtliche Tätigkeiten ist die Beantragung kostenlos (Bescheinigung des Vereins erforderlich). Von Seiten des Amtes für Kinder, Jugend und Familie sieht man die Vorlage erweiterter Führungszeugnisse nicht als Allheilmittel, wohl aber als wichtigen Baustein eines präventiven Kinderschutzes an. Man geht davon aus, dass in Zukunft vor allem Eltern nachfragen werden, ob die Trainer, Ausbilder oder Gruppenleiter ihrer Kinder strafrechtlich eine weiße Weste haben.

Auskunft zum Thema Führungszeugnisse in der Jugendarbeit gibt es unter der Emailadresse: norbert.wolff@lra-ts.bayern.de bzw. unter der Telefonnummer: 0861/58-210.

Pressemitteilung Stadt Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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